Meerbusch wartet auf den ersten Spargel

Landwirte stehen bereit : Bald gibt es wieder Meerbuscher Spargel

Noch steht nicht fest, wann die ersten Stangen Spargel gestochen werden können. Aber: Je wärmer es wird, desto größer ist die Chance. Dann darf bis zum 24. Juni geerntet werden.

Die Woche vor Ostern ist der letzte angepeilte Zeitpunkt, an dem die Spargelbauern mit dem Start der Saison rechnen. „Aber da steckt man nicht drin“, ist die Meinung der Landwirte, die das edle und begehrte Gemüse anbauen. In Meerbusch ist das unter anderem der Frenkenhof am Görgesheideweg in Osterath. „Wir haben alles vorbereitet, Tüten und Schäler liegen bereit und die Schälmaschine ist frisch gewartet“, erklärt Renate Frenken die bereits abgeschlossenen Vorbereitungen.

Kühles Wetter ist  nicht so günstig für den Wuchs des Spargels, je wärmer aber die Sonnenstrahlen sind, desto mehr fördern sie das Wachstum der Stangen auch unter der Folie. „Die Temperatur sollte nachts um zehn Grad betragen und tagsüber 15 bis 20 Grad. Das ist ideal für den Spargel“, sagt Markus Frenken. Die Landwirte – sie bewirtschaften den Hof in vierter Generation - meinen, dass es bereits um den 10. April herum so weit sein könnte, dass die ersten Stangen geerntet werden können. Dann hoffen sie auf genug Erntehelfer und auch Personal zum Verkauf im Hofladen: „Es wird immer schwieriger, Hilfe zu bekommen. Die Bürokratie erschwert vieles.“

Auch Markus Frenken  wartet auf die ersten Stangen. Foto: Dackweiler, Ulli (ud)

Wie die Spargelernte ausfallen wird, ist nicht klar. Die Trockenheit im vergangenen Jahr könnte sich negativ auswirken: „Von der Art, wie der Spargel ‚auswächst‘ hängt die Qualität der nächsten Ernte ab.“ Dieses ‚Auswachsen‘ geschieht ab Ende der Spargelsaison am 24. Juni. Die sich dann noch auf dem Feld befindenden restlichen Spargeltriebe sollen ‚auswachsen‘. Dabei entwickeln sie sich zu Stauden, die irgendwann entfernt werden. Der im Boden bleibende Spargelstock geht bis zum nächsten Frühjahr in den Winterschlaf. Und daraus sollen die Stangen in den nächsten Wochen erwachen.

Margret und Andreas  Hoppe bauen auf den Bacher-Feldern an. Foto: RP/Hans-Jürgen Bauer

Silvia Bacher wird das nicht mehr hautnah erleben. Sie und ihr Mann Albert haben ihre Spargelfelder an den Hoppe Hof abgegeben. „Wir haben das fast 25 Jahre gemacht. Es war eine sehr schöne Zeit, aber jetzt sollten das jüngere Landwirte übernehmen“, sagt Silvia Bacher. Margret und Andreas Hoppe vom Drei-Generationen-Bauernhof in Schweinheim sind glücklich darüber, diese Flächen bearbeiten zu können. Zusätzlich aber haben sie eine weitere Fläche angelegt. „Der Bacherhof-Boden ist sehr schwer, viel Ton und Lehm. Jetzt haben wir Sandboden dazu genommen“, sagt Andreas Hoppe. Am Görgesheideweg wird es bald eine Tafel geben mit dem Hinweis „Hier wächst der Hoppe-Spargel“. Wann die Ernte beginnt, kann auch er nicht genau sagen. Um das Wachstum zu beschleunigen, wurde über der schwarzen Folienfläche eine von Metallstäben gestützte Klarsichtfolie als Tunnel gespannt: „Das schafft einen zusätzlichen warmen Luftraum.“ Wie alle Landwirte hofft er auf eine Saison mit „durchschnittlicher Feuchtigkeit“: „Der vorhandene Wasserpuffer ist zu gering.“ In der Saison 2018 wurde der Spargel im eigenen Hofladen verkauft. Zusätzlich dazu wird das edle Gemüse in diesem Jahr an einem Verkaufsstand am Blumengeschäft von Veronika Hoppe-Naundorf an der Krefelder Straße 21 angeboten: „Wir wollen die kurzen Wege zum Verbraucher halten.“

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