Meerbusch und seine Ortsschilder

Schilder-Posse in Büderich : Ortsschild mit Kult-Charakter

Auf dem Schild an der Böhlerstraße fehlen die offiziellen Angaben. Hinter dem Fehldruck steckt eine amüsante Geschichte.

Wer mit offenen Augen durch Meerbusch fährt, dem ist es möglicherweise schon mal aufgefallen: das Ortseingangsschild an der Böhlerstraße in Büderich. Dieses Schild sieht nämlich anders aus als die anderen Schilder. Schlichter, dadurch aber auch auffälliger. Denn ohne großen Schnickschnack steht darauf einfach nur ein Wort: Meerbusch.

Auch Ratsmitglied Marc Becker (Linke/Piratenpartei) hat Gefallen an dem Schild gefunden. Seiner Meinung hat das Stück Metall sogar das Zeug zum Kult-Objekt. Von Matthias Unzeitig, Fachbereichsleiter Straßen und Kanäle, wollte er in der Sitzung des Bauausschusses dennoch wissen: „Entspricht dieses Schild denn überhaupt den offiziellen Anforderungen?“ Die Antwort gab er gleich selbst: „Ich vermute nicht.“

So sieht ein Schild aus, das den offiziellen Vorgaben entspricht: Name der Stadt, Angabe des Stadtteils und des Kreises, in diesem Fall Rhein-Kreis Neuss. . Foto: RP/Verena Bretz

Matthias Unzeitig erzählte den Ausschussmitgliedern daraufhin die kuriose Geschichte dieses Meerbusch-Schildes, das sich auf der Grenze von Büderich und Düsseldorf befindet. Und zwar habe er selbst am Vortag der Eröffnung der Böhlerstraße festgestellt, dass die Düsseldorfer ihr Schild vorbereitet hatten, die Meerbuscher allerdings nicht. In einer „Nacht und Nebel-Aktion“ sei dann im städtischen Baubetriebshof ein Schild gedruckt worden, das dann auch rechtzeitig zur Straßen-Eröffnung aufgestellt werden konnte – aber seitdem irgendwie stehen geblieben ist.

„Natürlich müssen für ein solches Schild bestimmte Vorgaben erfüllt sein“, so Unzeitig. Vom Rhein-Kreis Neuss habe es auch schon Beschwerden gegeben. Mittlerweile hat die Verwaltung den Auftrag für ein korrektes Schild erteilt. „Auch dieses Schild wird wieder im Baubetriebshof gedruckt“, erklärte Unzeitig. Wann genau, das steht aber noch nicht fest. „Auf jeden Fall bald.“

Wer also noch einen Blick auf das außergewöhnliche Schild am Originalstandort werfen möchte, der sollte sich beeilen. Marc Becker hat aber noch einen anderen Vorschlag. Sein Rat an die Verwaltung: „Wenn das Schild abmontiert wird, dann schmeißen Sie es auf keinen Fall weg, sondern lassen Sie es versteigern. Ich bin mir sicher, es gibt viele Meerbuscher, die einiges dafür tun würden, dieses Andenken zu bekommen.“ Matthias Unzeitig sah das ähnlich und versprach: „Ich werde das Schild auf jeden Fall sichern.“ Ob für eine Versteigerung oder eine andere nette Aktion; das werde sich noch zeigen.

Übrigens: In Büderich soll es ein zweites Meerbusch-Schild ohne Kreis- und Stadtteil-Angabe geben. Und zwar im Wohnquartier des Projektentwicklers „Wilma“. Dazu weiß Matthias Unzeitig zu berichten: „Das wurde von Wilma wahrscheinlich versehentlich gedruckt.“

Mehr von RP ONLINE