Meerbusch tut etwas gegen Hundekot

Flyer für alle Hundehalter in Meerbusch : Post für 3000 Hundehalter

Die Stadt verstärkt den Kampf gegen den Hundekot. Darüber werden alle Meerbuscher, die einen Hund angemeldet haben, informiert. Aber: Es werden auch Bußgelder, zum Beispiel beim Verstoß gegen die Leinenpflicht, erhoben.

Immer wieder beschweren sich Bürger über Hundekot vor ihrer Haustür, auf Fußwegen, auf Kinderspielplätzen oder Baumscheiben. Immer wieder wird das  Problem thematisiert – entweder bei Bürgerbeschwerden oder in politischen Diskussionen. Die Stadt Meerbusch nimmt – praktisch in einer neuen Runde – den Kampf gegen den Hundekot verstärkt auf. Und das versucht sie über die 3000 Hundehalter, die 3500 Hunde angemeldet haben: Denn die bekommen in diesen Tagen einen Flyer ins Haus geschickt, in dem Tipps und Hinweise gegeben werden. Die eigentlich banal sind, aber offenbar immer wieder erwähnt werden müssen.

Beispiel Leinenpflicht: Grundsätzlich  müssen Hunde auch in Meerbusch angeleint werden. Es gibt einige Ausnahmen auf Wald- und Wirtschaftswegen sowie hinter dem Rheindeich. Der Rheindeich gilt als „Fairnesszone“, in der Fußgänger, Fahrradfahrer, Hundehalter oder Skater gegenseitig Rücksicht aufeinander nehmen sollten. Wer seinen Hund entgegen der Anordnung frei laufen lässt und dabei erwischt wird, kann mit einem Bußgeld von bis zu 1000 Euro rechnen. „Diesen Spielraum hat die Stadt“, sagt Stadtmarketing-Beauftragte Alexandra Schellhorn, die gemeinsam mit der Umweltbeauftragten Dana Frey jetzt das neue Konzept umgesetzt hat.

Vor fast exakt einem Jahr war der Kampf der Stadt gegen Hundekot Thema im zuständigen Bau- und Umweltausschuss. Die Politiker beschlossen, in diesem Jahr eine Kampagne gegen den Hundekot zu starten. Andere Städte haben das bereits getan und sich dafür Unterstützung einer Initiative geholt. Dana Frey: „Wir haben uns überlegt, dass wir das auch alleine ohne eine Agentur können.“

Und so wurde der Flyer neu verfasst und wurden vor einigen Monaten bereits auffällige gelbe statt der bisher schwarzen Hundekotbeutel für die 40 Dogstationen gekauft. „Die schwarzen Beutel“, so Schellhorn, „wurden immer im Gebüsch versteckt. Wir hoffen, dass das mit den gelben nicht passiert, die fallen mehr auf.“ Insgesamt kauft die Stadt pro Jahr für 2000 Euro rund 250.000 Kotbeutel. Die Dogstationen wurden vor mehr als zehn Jahren angeschafft. Sie bestehen aus einem Beutelspender und einem Abfallbehälter. Zusätzlich  gibt es Beutelspender auch an anderen normalen Abfallbehältern.

Hundebesitzer können sie direkt in der Dogstation,  in einem öffentlichen Papierkorb oder in der eigenen Restmülltonne entsorgen. Wer erwischt wird, wie Hundekot liegen gelassen wird, kann mit einem Bußgeld in Höhe von bis zu 150 Euro rechnen. Viele würden die Hinterlassenschaften ihres Hundes nicht entsorgen, weil sie behaupten, dass sei mit der Hundesteuer abgegolten. Dem sei nicht so, sagt die Stadt. „Die Hundesteuer ist eine Gemeindesteuer, mit der das Halten von Hunden besteuert wird und damit eine öffentlich-rechtliche Abgabe, der keine Leistung wie das Reinigen der Straßen von Hundekot gegenübersteht“, heißt es in einer Ausschussvorlage.

Apropos Bußgeld: Nach einem Antrag der UWG im letzten Hauptausschuss soll die Stadt ihren Bußgeldkatalog aktualisieren und damit verstärkt gegen „Müll-Sünder“ vorgehen, die Zigarettenkippen oder wilden Müll hinterlassen. Sie sollen, falls sie erwischt werden, demnächst auf jeden Fall mehr zahlen.

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