Sport in Meerbusch Große Fusion im Tischtennis

Meerbusch · Die Tischtennisspieler aus dem Stadtgebiet werden künftig nur noch für einen gemeinsamen Club auflaufen, der den Namen TTC Meerbusch tragen wird. Der bisherige reine Tischtennis-Verein DJK Siegfried Osterath löst sich dazu auf.

Arik Wagner, Stefan Sonderfeld, Holger Tiggelkamp und Rainer Höttecke (v. l.) gehören zum Team, welches seit Monaten an der Fusion der Meerbuscher Tischtennismannschaften arbeitet.

Arik Wagner, Stefan Sonderfeld, Holger Tiggelkamp und Rainer Höttecke (v. l.) gehören zum Team, welches seit Monaten an der Fusion der Meerbuscher Tischtennismannschaften arbeitet.

Foto: RP/Christioph Baumeister

Paukenschlag in der Meerbuscher Tischtennisszene. Die DJK Siegfried Osterath und die drei Abteilungen des SSV Strümp, TSV Meerbusch und von TuRa Büderich schließen sich zusammen und bilden künftig einen gemeinsamen Verein, der den Namen TTC Meerbusch tragen wird. Im Hintergrund hatten die handelnden Personen bereits seit mehr als einem Jahr an der Fusion gearbeitet, die nun bei der Jahreshauptversammlung von den knapp 40 anwesenden Mitgliedern der DJK mit deutlicher Mehrheit besiegelt wurde.

„Wir mussten in den vergangenen Monaten reichlich Überzeugungsarbeit leisten, da wir nicht bei allen Beteiligten offene Türen mit der Idee eingerannt sind. Letztlich sind wir aber sehr froh, dass sich die ganze Mühe gelohnt hat“, sagt Holger Tiggelkamp (ehemals DJK), der gemeinsam mit Stefan Sonderfeld, Rainer Höttecke und Arik Wagner (alle vormals TuRa) in den Vorstand des neuen Einsparten-Tischtennisvereins gewählt wurde. Rainer Kopittke (ehemals TSV) und Andreas Prothmann (ehemals SSV) werden künftig in neuen Verein als Beisitzer fungieren. „Uns war wichtig, dass zumindest im erweiterten Gremium alle vier Clubs zumindest mit einer Person vertreten sind“, unterstreicht Tiggelkamp.

Um die Spielklassen aller Mannschaften in der kommenden Saison zu behalten, wird die DJK sich komplett aus dem Vereinsregister löschen lassen – sie gehört somit der Geschichte an. Ihre Mitglieder werden ebenso in den neuen Verein eintreten wie die Akteure aus den Abteilungen der drei anderen Clubs. „Gerade in Randsportarten, zu dem auch Tischtennis gehört, werden es Großvereine leichter haben, langfristig zu überleben. Deshalb ist die Fusion in vielerlei Hinsicht sinnvoll. Wir können auf diese Weise viele Kräfte bündeln“, sagt Sonderfeld. Das gilt speziell auch für die ehrenamtlich tätigen Personen. „In kleinen Clubs wird es immer schwieriger, Leute für Vorstandsposten zu gewinnen. Nun können wir die Verantwortung, die auf wenigen lag, auf mehrere Schultern verteilen“, ergänzt Tiggelkamp.

Dem TTC Meerbusch werden künftig mehr als 130 Mitglieder angehören, damit steigt er unter den rund 1100 Vereinen des Westdeutschen Tischtennisverbands (WTTV) in die Top 70 auf. In der kommenden Saison werden elf Erwachsenen- und drei Jugendmannschaften an den Start gehen. Das Ziel des neuen Vorstands ist, den Unterbau nachhaltig zu stärken. „Durch die Fusion können wir nun, aufgeteilt auf die Stadtteile Büderich, Lank, Osterath, und Strümp, täglich adäquates Jugendtraining anbieten. Da wir die Gruppen in Anfänger, Fortgeschrittene und Top-Talente einteilen können, wird künftig jeder Junge und jedes Mädchen geeignete Trainingspartner haben“, erklärt Wagner.

Oberste Prämisse sei zunächst, dass die Mitglieder des neuen Großvereins ein Zusammengehörigkeitsgefühl entwickeln. „Unser Motto war immer ‚Aus vier mach eins‘ – das muss nun auch gelebt werden. Daher muss jeder Einzelne das Kirchturmdenken ablegen“, bekräftigt Höttecke. Im ersten Schritt werden einige der bestehenden Mannschaften durchgemischt. „Selbstverständlich werden wir nicht über Jahre gewachsene Teams auseinanderreißen, sondern einen gesunden Mittelweg finden“, sagt Tiggelkamp.

Im zweiten Schritt werden die Hauptprotagonisten ein Jugendkonzept entwickeln, durch das der TTC in Zukunft zum einen junge Spielern besser fördern, zum anderen aber auch neue Mitglieder gewinnen kann. „Auf Dauer kann ein Verein nur bestehen, wenn genügend Nachwuchs nachkommt. Deshalb werden wir beispielsweise versuchen, Kooperationen mit Offenen Ganztagsschulen einzugehen“, sagt Tiggelkamp.

Ein reine Mädchen- oder Damenmannschaft wird es beim TTC zunächst noch nicht geben, da sich zu wenige weibliche Mitglieder in den vier Club befinden. Allerdings können bis zur U19 Mädchen und Jungen in gemischten Teams auflaufen – das wird auch beim TTC der Fall sein. „Auf lange Sicht wäre es schön, auch wieder eine Damen-Mannschaft zu melden. Das funktioniert aber nur, wenn sie aus dem eigenen Nachwuchs entsteht“, sagt Wagner.