Meerbusch soll Stadtpatronin bekommen

Idee der katholischen Kirchengemeinde Büderich : Hildegundis soll Stadtpatronin werden

Zum 50. Jahrestag der Stadtgründung im nächsten Jahr schlagen die beiden katholischen Gemeinden vor, der Stadt eine Stadtpatronin zu geben. Das soll Hildegundis von Meer werden.

Der Gedanke ist nicht ganz neu. Schon zum 850. Jahrestag der Gründung von Kloster Meer, der 2016 begangen wurde, wurde darüber gesprochen, Hildegundis als Gründerin des Klosters und damit der Zelle von Meerbusch zur Patronin zu machen. Jetzt, kurz vor dem 50. Geburtstag der Stadt Meerbusch, wird dieser Gedanke weiter entwickelt. Michael Berning, Pfarrer der katholischen Kirchengemeinde St. Mauritius und Heilig Geist, stellte seine Idee am Sonntag beim traditionellen Pfarrfest an der Niederdonker Kapelle vor. Der GdG-Rat der Pfarrei Hildegundis von Meer und der Pfarrgemeinderat St. Mauritius und Hl. Geist hatten sich der Idee bereits vorab angeschlossen.

Berning glaubt, dass eine Stadtpatronin wie Hildegundis der in acht Ortsteile zersplitterten Stadt Meerbusch eine Identität geben könne. „Hildegundis scheint als Identifikationsfigur dafür mehr als geeignet.“ Andere Städte wie etwa Köln (Hl. Drei Könige), Neuss (Hl. Quirinus) oder Düsseldorf (Hl. Apollinaris) hätten seit alters her ihre Patrone.  „Meerbusch als junge Stadt hat sicher auch eine Patronin verdient.“

Berning glaubt, dass Hildegundis sehr gut geeignet sei, Patronin von Meerbusch zu werden. Nicht nur, weil sie „eine starke Frau war, die sich gegen Raubritter zur Wehr gesetzt hat“, sondern aus noch einem anderen Grund: „Sie ist eine von uns.“   Berning: „Sie hat hier gelebt, sie hat ihren Standpunkt gegen auswärtige Interessen verteidigt, sie hat durch das Kloster und seine damaligen Besitzungen hilfreich in die heutigen Ortsteile Meerbuschs hinein gewirkt.“ Er glaubt, dass Hildegundis in den Herzen der Meerbuscher tief verankert sei. „Davon zeugen etwa die Hildegundisallee in Büderich, die Hildegundisstraße in Nierst und das Hildegundis-Seniorenheim in Osterath.“ Es habe ja sogar bis 1995 in Büderich die Hildegundisschule gegeben. „Die  Christen unserer Stadt können in Hildegundis eine Frau sehen, die aus ihrem Glauben gelebt und ihr Leben ganz Gott gewidmet hat“, so Berning. Hildegundis ist bereits Namens-Patronin der nördlichen Pfarrgemeinden, die zusammengelegt wurden. Darum steht Pfarrer Norbert Viertel von der Hildegundis-Pfarrgemeinde auch hinter der Anregung von seinem Kollegen Berning. Mit den evangelischen Pfarrern habe er ebenfalls gesprochen, so Berning. Auch wenn die evangelischen Christen ein anderes Verständnis von Heiligenverehrung hätten, seien sie durchaus nicht gegen Hildegundis als Patronin von Meerbusch. „Es gibt zwar von  evangelischer Seite  keine aktive Unterstützung, aber auch niemanden, der sich dagegen stellt.“

An Politik und Rathaus hat Pfarrer Berning bereits einen entsprechenden Brief geschrieben, am Sonntag wurde die Gemeinde informiert. Jetzt muss der Rat der Stadt Meerbusch die neue Namenspatronin beschließen, dann schreiben Pfarrer Viertel und Berning an ihre jeweiligen Bistümer nach Köln und Aachen, die die Idee an den Vatikan nach Rom weiterleiten. Das könne natürlich alles ein paar Monate dauern, weiß Berning, hofft aber, dass noch im Jubiläumsjahr von Meerbusch auch die neue Patronin feststeht.

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