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Meerbusch: Schreibwaren Hollmann zieht in Traditionsgeschäft Ullrich an Dorfstraße

Einzelhandel in Meerbusch : Hollmann renoviert Schritt für Schritt

Bedingt durch die Corona-Pandemie konnte der Komplettumbau nicht stattfinden. Der Schreibwarenladen, der seit Januar in Büderich eröffnet hat, befindet sich im Renovierungsprozess.

Seit dem 1. Januar ist die Schreibwaren-Kette Hollmann an der Dorfstraße 3 in Büderich aufzufinden. Zuvor war dort 20 Jahre lang das Traditionsgeschäft Ullrich beheimatet. Mit Beginn der 2020er Jahre fand nun ein Umbruch statt.

Neben dem neuen Geschäft im Zentrum von Meerbusch-Büderich betreibt Schreibwaren Hollmann insgesamt acht Geschäfte am Düsseldorfer Flughafen, drei Geschäfte in der Düsseldorfer Innenstadt und auch ein Geschäft in Gelsenkirchen-Buer. Der Standort in Meerbusch ist für das Familienunternehmen der erste im Rhein-Kreis Neuss.

Geplant war ursprünglich, im Frühjahr 2020 die Büdericher Filiale komplett zu renovieren – frisch eröffnet hätte sie dann im Mai. Doch wegen der Corona-Pandemie sind größere Investitionen für das Unternehmen zunächst nicht möglich. „Wir haben den Laden nahtlos übernommen und renovieren ihn nun in mehreren Stufen“, sagt Hollmann-Geschäftsführer Daniel Seidl.

Für manche Einzelhändler bedeutete die Phase der Zwangsschließung durch Corona die Chance auf Erneuerung. Für Hollmann ist das Gegenteil der Fall gewesen: Weil der Schreibwarenladen Zeitungen verkauft, war er durchgängig geöffnet. Außer am Flughafen – dort mussten alle Geschäfte zu machen. „Am Flughafen habe ich 100 Prozent Kurzarbeit“, sagt Seidl.

Eine unternehmerische Herausforderung. Denn auch bei den weiterhin geöffneten Filialen macht sich Corona bemerkbar. „Nachmittags ist tote Hose, selbst in der Düsseldorfer Innenstadt“, sagt Seidl. „Es braucht noch ein bisschen Zeit, bis man einigermaßen in den normalen Arbeitsmodus kommt.“ Besonders in Meerbusch fehle der Pendlerverkehr. Daher ist die Büdericher Filiale bislang eingeschränkt nur bis 17 Uhr geöffnet anstatt wie üblicherweise bis 18.30 Uhr. Das Tragen eines Mundschutzes ist Pflicht, für die Kunden gibt es Desinfektionsmöglichkeiten, auch der Türgriff wird desinfiziert. Ein Teppich zeigt den Mindestabstand an, an der Türe ist ein Hinweisschild angebracht. Pro Mitarbeiter darf höchstens ein Kunde das Geschäft betreten.

Dennoch wird der Shop nach und nach weiter in kleinen Schritten umgebaut. Die erste Umgestaltungs-Maßnahme – die Aufstockung der Schulartikel – ist bereits vollendet. Dafür wurde die linke Wand herausgerissen, die schon sehr alt gewesen sei. „Die Schulkinder bekommen bald die Zettel, auf denen steht, was sie für das nächste Schuljahr brauchen. Ende Juni ist dieses Geschäft wichtig“, weiß Seidl.

Spezialisiert hat sich Hollmann auf Schulartikel der Marke Brunnen. Für die neue ein mal vier Meter lange „Brunnen-Wand“ im Geschäft habe es viel positives Feedback der Kunden gegeben. „Die Wand ist selbsterklärend, man kann sich einfacher orientieren und dazu ist die Firma Brunnen Marktführer in dem Bereich“, sagt Seidl. Außerdem wurde das komplette Fortuna-Sortiment aus den Flughafen-Läden herausgeholt und wird nun in Meerbusch gut angenommen. Darunter etwa die Fortuna-Panini-Alben sowie Mund-Nasen-Bedeckungen in Fortuna-Optik. „Die sind der totale Kassenschlager“, sagt Seidl. Zusätzlich hat Fortuna den Ticketverkauf für die Filiale nach der Corona-Zeit in der neuen Saison zugesagt.

Das nächste Projekt wird eine Faber-Castell-Wand. „Wir wollen vorsichtig sein mit den Veränderungen, denn die Kunden sind auch kritisch“, sagt Seidl. Freut es die einen, dass nun mehr Markenartikel angeboten werden, finden es andere schade, dass mit Schreibwaren Ullrich nach 20 Jahren ein weiteres traditionsreiches Geschäft schließen musste. Seidl, selbst Meerbuscher, versteht diesen Gedanken und äußert sich zu der Kritik: „Hollmann ist immer noch ein Familienunternehmen. Wir passen sehr auf unsere Mitarbeiter auf und kümmern uns um unsere Stammkunden.“

So etwa Filialleiterin Elke Florindi. Bevor sie an der Dorfstraße anfing, war sie Hollmann-Filialleiterin in der Kö-Galerie. Sie lebt seit 20 Jahren in Meerbusch und kennt ihr Publikum. „Ich bin früher schon sehr gerne mit meiner Tochter hier einkaufen gewesen. Viele Kunden kenne ich vom Kindergarten und der Schule meiner Kinder“, berichtet Florindi am Telefon. „Das Geschäft ist wunderschön geworden, muss ich sagen. Und auch den Kunden gefällt es gut.“ Geschäftsführer Daniel Seidl bestätigt: „Es macht uns Spaß in Meerbusch. Die Lage ist toll und die Meerbuscher sind super.“

Die künftigen kleineren Renovierungsarbeiten ziehen sich voraussichtlich bis in den Oktober, so der Geschäftsführer. Die Filiale werde immer mal wieder für ein paar Tage schließen müssen. Informationen dazu gebe es regelmäßig in den Sozialen Netzwerken, auf der Homepage unter www.hollmann-duesseldorf.de oder per analogem Aushang im Geschäft. „Es ist eine schwere Zeit im Moment für uns. Die Meerbuscher Kunden müssen Geduld haben“, sagt Seidl.