Betreuung Das tut Meerbusch gegen Erziehermangel

Meerbusch · Der Mangel an Fachkräften in den Kitas führt immer wieder dazu, dass Betreuung ausfällt. Die Stadt bemüht sich um mehr Erzieher, geht aber davon aus, dass das Thema langfristig problematisch bleiben wird.

 Meerbusch bemüht sich um mehr Erzieher, muss jedoch mit zahlreichen anderen Arbeitgebern konkurrzieren.

Meerbusch bemüht sich um mehr Erzieher, muss jedoch mit zahlreichen anderen Arbeitgebern konkurrzieren.

Foto: dpa/Uwe Anspach

i etwa einmal die Woche falle die Betreuung ganz aus

Dies sei ein Problem, vor dem aktuell alle Kommunen stünden, antwortete darauf Peter Annacker, als Dezernent unter anderem für die Bereiche Jugend und Schule zuständig. Denn Fachkräfte im Bereich Erziehung sind derzeit selten, der Markt weitgehend leer und der Bedarf groß. „Ich sehe mittelfristig auch keine Entspannung der Situation auf uns zukommen“, so Annacker. Um wenigstens die Beiträge für die betroffenen Eltern anzupassen, sei eine planbare Größe der Ausfälle notwendig – wenn etwa regelmäßig an einem Tag in der Woche die Betreuung nicht stattfindet, könne dies entsprechend abgerechnet werden.

für neue Kita-Mitarbeiter werbe.

Annacker erklärte hierauf, dass die Bezahlung in einem tarifgebundenen Berufsfeld wie der Erziehung kein Argument sein könne. Meerbusch bezahle die Fachkräfte demnach genauso gut wie alle anderen Kommunen. Zur Anwerbung von neuem Personal habe die Stadt auf andere Möglichkeiten gesetzt: So wurden Werbe-Videos erstellt, in denen Erzieher für ihren Beruf und die Stadt als Arbeitgeber werben. Zudem werden junge Menschen beim Abschluss der Schule konkret angesprochen, die Stadt ist auf entsprechenden Messen sowie verstärkt in den Sozialen Medien vertreten, um potenzielle neue Mitarbeiter anzuwerben. Man biete Arbeitsverträge direkt zum Jahresbeginn und setze auf die Praxisorientierte Ausildung, kurz PIA.

Das werde allerdings nicht ausreichen, um den dauerhaften Fachkräftemangel in den Kitas zu decken, so Annacker. „Das ist ein Riesenproblem, das uns weiterhin begleiten wird“, sagte Annacker. „Nicht nur wegen der Unterfinanzierung, sondern auch, weil Menschen fehlen, die in dem Beruf arbeiten möchten.“ Und die Lage werde zudem mit dem kommenden Anspruch auf einen Platz in der Ganztagsbetreuung in den Schulen erschwert, da hier eine weitere Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt zu befürchten ist. Der Erzieherberuf werde überdies nach wie vor zum Großteil von Frauen ausgeübt, die aufgrund von Schwangerschaften und Erziehungszeiten oftmals für einen bestimmten Zeitraum ausfielen, was die Personaldecke zusätzlich ausdünnt.

Die betroffene Mutter regte an, bei der Anwerbung von Erziehungspersonal kreativer vorzugehen und nicht nur monetäre Anreize zu schaffen. Stattdessen könne die Stadt Wohnraum für Erzieher bezuschussen oder kostenlose Mitgliedschaften im Fitnessstudio in Aussicht stellen. Die Stadtverwaltung will diese Anregungen im Kopf behalten.

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