1. NRW
  2. Städte
  3. Meerbusch

Meerbusch: OBV verlängert JuCa-Vertrag bis März

Jugendzentrum in Osterath : OBV verlängert JuCa-Vertrag bis März

Verwaltung und Politik brauchen mehr Zeit, um sich auf ein Konzept für die Halle 9 in Osterath zu einigen. Übergangsweise bleibt daher alles, wie es war. Das freut vor allem die Karnevalisten.

Vier Monate sind vergangen, seit der OBV angekündigt hat, dass er das Jugendcafé JuCa/Halle 9 nicht mehr weiterführen will und den Mietvertrag zum Ende des Jahres gekündigt hat. Seitdem wurde das Thema in verschiedenen Ausschüssen immer wieder vertagt. Und plötzlich ist die Zeit zu knapp, um ein vernünftiges Konzept zu erstellen.

Zumindest in diesem Punkt waren sich die Fraktionen in der Ratssitzung am Donnerstag einig: Sie brauchen mehr Zeit. „Sonst geht das JuCa während wir darüber reden kaputt“, mahnte der CDU-Vorsitzende Werner Damblon und zauberte daraufhin eine Idee aus dem Hut, die bei einem Großteil der Ratsmitglieder auf Wohlgefallen traf: Die Verwaltung solle den OBV bitten, das JuCa noch drei Monate länger zu betreiben – bis Ende März. Das sei „aus Sicht der Verwaltung ein vernünftiger Vorschlag“, sagte Angelika Mielke-Westerlage – ein Lob, das wenig überraschte, denn CDU und die Bürgermeisterin hatten die Idee zusammen entwickelt.

Man sei natürlich auf die Zustimmung des OBV angewiesen, sagte Mielke-Westerlage in Richtung von Jürgen Eimer, SPD-Mitglied und OBV-Vorsitzender, „aber ich gehe davon aus, dass wir es hinkriegen“. Zurecht, denn auch für Eimer kam der Vorschlag nicht unerwartet, im OBV-Vorstand hatte man die Idee auch schon gehabt und bereits mit der Vermieterin gesprochen, ob die Verlängerung für drei Monate möglich sei.

Dennoch wurde die Sitzung vor der Abstimmung noch mal unterbrochen, man gönnte sich noch ein wenig Beratungszeit, um dann zu dem Ergebnis zu kommen: So wird es gemacht.

Bei dieser Schonfrist geht es nicht in erster Linie um die Jugendlichen, nicht um die Veranstaltungen, die im JuCa wöchentlich für sie stattfinden, oder darum, dass diese ohne Unterbrechung fortgeführt werden sollen, bis ein neues Konzept steht. Fast bittend sagte Jürgen Eimer, der OBV werde die drei Monate nur weitermachen, wenn auch die regelmäßige Jugendarbeit dann noch stattfinden dürfte. „Wir sind keine Eventagentur, sondern ein gemeinnütziger Verein“, stellte Eimer klar. Die Zusage gab der OBV dennoch im Interesse der Vereine. „Wir machen das noch bis März, dann ist aber Schluss“, so Eimer.

Sorgen hatten der Verwaltung vielmehr die großen Veranstaltungen bereitet, die im ersten Quartal 2019 im JuCa stattfinden sollen: darunter der eigene Neujahrsempfang. Außerdem fällt in diese Zeit auch die Karnevalssession. Für zwei Veranstaltungen der Bruderschaft Osterath ist die Halle schon seit langer Zeit gebucht, drei Großveranstaltungen von der KG Fettnäpke, eine von der KfD ist vorgesehen, erläuterte Eimer nach einem Blick in seinen Kalender.

Die KG Fettnäpke hatte in der vergangenen Woche das Gespräch mit der Bürgermeisterin gesucht: „Für unsere Sitzungen müssen wir sehr viel vorbereiten, proben, die Orden bestellen. Das braucht alles einen gewissen Vorlauf und da wollten wir wissen, wie der Stand ist und ob wir unsere Sitzungen in der Halle 9 abhalten können“, sagt Bärbel Mosch, 1. Vorsitzende des Vereins. Für die Karnevalisten ist die Entscheidung des Rats eine große Erleichterung.

Eigentlich gab es zum Tagesordnungspunkt JuCa eine ganze Palette an Anträgen, die jetzt aber vorerst verschoben wurden. Die SPD will zum Beispiel, dass die Stadt Mieterin wird. Dagegen sprach sich die Bürgermeisterin klar aus: „Ich stelle mir nicht vor, dass wir Mieter sind, weil wir dann auch Mieterpflichten haben. Das ist für uns als Verwaltung nicht leistbar“, sagte sie.

Die FDP will, dass die Halle 9 ganz aufgegeben wird. Stattdessen wünscht sie sich eine übersichtliche Liste aller Räume und Hallen in Meerbusch, die von Privatpersonen, Vereinen oder Unternehmen für Feiern und Veranstaltungen gemietet werden können. Die soll es bald auch geben – der Rat stimmte einstimmig dafür.

Skeptisch blieben die Grünen, die sich auch bei der Abstimmung zur Übergangsphase enthielten. Das Konzept, das die Verwaltung im Hauptausschuss vorgestellt hatte, sei „nicht tragbar“, sagte Fraktionschef Jürgen Peters. Den anderen Fraktionen warf er vor, diese hätten in den vergangenen Monaten nur eine geringe Bereitschaft gezeigt, sich auf eine kreative Diskussion für das JuCa einzulassen. Guido Fliege (ergänzte): „Solange das JuCa in der Zeit, in der Jugendliche Zeit haben – nämlich an den Wochenenden – von Erwachsenen belegt ist, wird das nichts.“

In einer Sondersitzung von Jugendhilfe- und Hauptausschuss Mitte Oktober wollen die Fraktionen erneut ein Konzept diskutieren. Bis dahin soll die Verwaltung auch darlegen, inwiefern Jugendliche bei der Entwicklung eines Jugendangebots mitarbeiten können.