Kultur in Meerbusch Preise der Musikschule werden steigen

Meerbusch · Nach einer Vertagung hat der Kulturausschuss für eine Verteuerung um 20 Prozent gestimmt. Zuvor war die eigentlich geplante regelmäßige Preiserhöhung für mehrere Jahre ausgesetzt worden.

Die Meerbuscher Musikschule mit dem Kunstwerk der Geige in Strümp

Die Meerbuscher Musikschule mit dem Kunstwerk der Geige in Strümp

Foto: RP/Dominik Schneider

Rund 20 Prozent mehr Geld müssen die Schüler der Meerbuscher Musikschule künftig für den Unterricht investieren. Nach Monaten der Diskussion hat dies eine Mehrheit im Kulturausschuss beschlossen, die letzte Entscheidung durch den Rat, der am kommenden Donnerstag tagt, ist quasi Formsache.

Seit dem Jahr 2018 wurden die Gebühren der Musikschule nicht mehr angepasst, auch, um die Musikschüler während der Corona-Pandemie zu entlasten, während der bei vielen Menschen weniger Geld zur Verfügung stand und der Unterricht zudem weitgehend digital abgehalten wurde. In den vergangenen Monaten haben sich die Kosten der Musikschule jedoch vor allem im Bereich Personal merklich erhöht, so dass die Stadt als Betreiber diesen Schritt für nötig erachtet. Das hängt unter anderem mit einer Tariferhöhung für den Großteil der Lehrkräfte zusammen, die auf Honorarbasis beschäftigt sind. Grundsätzlich sollen die Gebühren für die Musikschule kontinuierlich leicht angehoben werden, um mit der allgemeinen Preisentwicklung Schritt zu halten.

Durch die neue Gebührenordnung steigen die Kosten etwa für eine 45-minütige Einzel-Unterrichtsstunde für Kinder und Jugendliche von 80 auf 96 Euro im Monat, für Erwachsene von 150 auf 180 Euro. Unterricht in der Dreiergruppe kostet für die dreiviertel Stunde für Kinder demnach künftig monatlich 48 statt 40 Euro. Damit bewegt sich die Meerbuscher Musikschule nach der Erhöhung in preislich vergleichbaren Bereichen wie die übrigen Musikschulen im Rhein-Kreis Neuss, wenn auch eher am teureren Ende der Skala. Allerdings gibt es Rabatte zwischen fünf und 20 Prozent, wenn mehrere Familienmitglieder an der Musikschule lernen. Außerdem gibt es Ermäßigung für Empfänger etwa von Leistungen aus dem Bildungs- und Teilhabegesetz sowie Sozialgesetzbuch, Wohngeld oder Kindergeldzuschlag. Eine bundesweite Gesetzesänderung zum Wohn- und Kindergeld hat zudem auch in Meerbusch den Kreis derjenigen, die Anspruch auf die Ermäßigung haben, deutlich erweitert.

Dennoch belastet nach Angaben der SPD-Fraktion die Gebührenerhöhung der Musikschule kleine Einkommen zu stark und verwehrt im schlimmsten Fall den Zugang zu kultureller Bildung. Die Sozialdemokraten stimmten deswegen weiterhin gegen die Erhöhung, nachdem sie im März bereits die Entscheidung hatten vertagen lassen. Grün-alternaitv enthielt sich der Stimme, allerdings gab es dennoch eine deutliche Mehrheit für die Änderungen, auch wenn alle Fraktionen angaben, ihnen sei die Entscheidung nicht leicht gefallen.

 Die Schüler der Meerbuscher Musikschule werden für den Unterricht künftig mehr bezahlen müssen.

Die Schüler der Meerbuscher Musikschule werden für den Unterricht künftig mehr bezahlen müssen.

Foto: Georg Salzburg (salz)

Auch die Stadt Meerbusch steht nach wie vor hinter dem Konzept der Musikschule, die sich zu etwa der Hälfte selbst finanziert und darüber hinaus aus öffentlichen Mitteln betrieben wird. Sozialdezernent Peter Annacker betont die Bedeutung eines niedrigschwelligen Angebots an musikalischer Bildung vor allem für Kinder und Jugendliche. Aktuell sind knapp 2500 Personen an der Meerbuscher Musikschule eingeschrieben, den größten Anteil daran hat der Primarbereich, also Kinder im Alter zwischen sechs und neun Jahren, mit über 1400 Schülern. Alle Musikschüler zusammen nehmen jährlich an rund 20.400 Unterrichtseinheiten teil. Durch die Anpassung der Gebühren hofft die Stadt, die Leistungsentgelte merklich zu erhöhen und rechnet, wenn die Änderung wie geplant im Herbst dieses Jahres in Kraft tritt, mit rund 666.000 Euro in 2025, im Vergleich zu 598.000 Euro in 2024 und 570.000 Euro in 2023.