1. NRW
  2. Städte
  3. Meerbusch

Meerbusch: Musicalverein CAG zieht von Düsseldorf nach Osterath

Meerbusch : Musik- und Theaterverein zieht nach Osterath

Die 157 Mitglieder der CAG (Creative Arts Group) suchen noch weitere Mitstreiter für ihre kreativen Projekt. Der neue Proberaum liegt im Gewerbegebiet an der Rudolf-Diesel-Straße.

Kreative Musicals, aufwendige Theaterstücke, flotte Konzerte: Der Musik- und Theaterverein CAG (Creative Arts Group) hat in seiner 13-jährigen Vereinsgeschichte schon einige große und bunte Projekte auf die Bühne gebracht. Weniger groß und bunt im Vereinsleben war allerdings der bisherige Proberaum in Düsseldorf-Angermund. Ein Pfarrheim, das sich die CAG mit der Kirche teilen musste. „Der Raum war zu klein, wir hatten für unsere vielen Requisiten kaum Lagerfläche und mit der Zeit mussten immer mehr Proben kurzfristig wegen Eigennutzung abgesagt werden“, zählt Timo White, 1. Vorsitzender des Vereins, die Probleme auf.

Im Dezember 2018 legte der Verein deshalb auf seiner Mitgliederversammlung den Grundstein für die Suche nach eigenen vier Wänden: eine bezahlbare Immobilie mit großer Fläche und einem verständnisvollen, netten Vermieter – so das Anforderungsprofil. „Wir sind viele Leute im Verein. Und viele Leute machen Krach. Ein Theater- und Musicalverein ist nun mal laut“, erklärt White.

 Die Vorsitzenden Timo White und Claudia Freitag (unten, v.r.), sowie Kati Mühlenbein, Kai Gottschalk-Usche, Dorina Joch, James-Michael Atkins, Julia Hanisch, Marcus Bielefeld und Christian Tillmans (Treppe, v.l.).
Die Vorsitzenden Timo White und Claudia Freitag (unten, v.r.), sowie Kati Mühlenbein, Kai Gottschalk-Usche, Dorina Joch, James-Michael Atkins, Julia Hanisch, Marcus Bielefeld und Christian Tillmans (Treppe, v.l.). Foto: Sebastian Kalenberg
  • Drechslermeister Klaus Reef benutzt in seiner
    Handwerk in Meerbusch : Alte Handwerkskunst aus Osterath
  • Durch „Young Talents“ fühlen sich Schlagzeugerin
    Band aus Viersen : „Young-Talents“-Sieger haben noch viel vor
  • Kinder und Jugendliche basteln bei einem
    Ferienfreizeiten in Düsseldorf : Ein Recycling-Theater im Karton

Nach langer Suche ist die CAG am 23. August 2019 im Osterather Industriegebiet endlich fündig geworden und unterschreibt den Mietvertrag für das erste eigene Vereinsheim. Das ehemalige Bürogebäude bietet auf 310 Quadratmetern genügend Fläche für ein großes Lager, einen Seminar- bzw. Besprechungsraum und das Herzstück: den neuen, hellen Proberaum.

Ganz abgeschlossen war das Projekt Vereinsheim mit der Unterschrift im Sommer 2019 aber noch nicht. Da die Räumlichkeiten auf der Rudolf-Diesel-Straße lediglich als Bürogebäude und Lagerfläche genutzt wurden, musste der Verein zunächst eine Nutzungsänderung beantragen: Schallschutz, Umweltauflagen, Rettungswege. Unter anderem musste die CAG eine Feuertreppe an der Vorderseite des Gebäudes als weiteren Fluchtweg anbringen. Und auch im Gebäude standen einige Sanierungs- und Renovierungsarbeiten an, ehe das Vereinsheim den Ansprüchen der Kreativköpfe entsprochen hat.

 In dem neuen, hellen und vor allem großen Raum in Meerbusch Osterath haben die 150 Mitglieder der CAG viel Platz zum Proben.
In dem neuen, hellen und vor allem großen Raum in Meerbusch Osterath haben die 150 Mitglieder der CAG viel Platz zum Proben. Foto: Timo White

Der Mann hinter den Umbauten ist James-Michael Atkins, CAG-Choreograph. „Sechs Wochen war ich hier zwischen März und Mai beschäftigt – wegen Corona größtenteils alleine“, erzählt er. Atkins entfernt Wände, reißt den alten Teppich heraus, verlegt einen hochwertigen Vinyl-Boden, streicht die Wände und verlegt Kabel. Am 24. Juli 2020 – knapp ein Jahr nach der Unterschrift des Mietvertrages – sind alle Gutachten positiv und der Umbau abgeschlossen.

Trotzdem können die 150 Mitglieder der CAG mit ihren unterschiedlichen Musical-, Theater- und Musikprojekten noch nicht starten und mit den Proben loslegen. Denn die Maßnahmen zum Schutz gegen Corona-Pandemie machen dem Verein erneut einen Strich durch die Rechnung.

„Jeder Probenleiter erarbeitet gerade Konzepte, wie trotz Corona geübt werden kann“, sagt Vorsitzender White. Für die Musik- und Chorgruppen ist das eine besondere Herausforderung. Kai Gottschalk-Usche leitet das CAG-Ensemble: „Bei uns muss jeder Sänger zwölf Quadratmeter Platz haben. Wir können also bald zumindest mit 18 Leuten wieder starten“, erklärt er.

Gleiches gilt für das Unplugged-Projekt, das im November und Dezember erstmalig wieder mit seinem Disney-Programm auftreten will. „Wir sind 13 Sänger und eine fünfköpfige Band. Das geht also auch unter Einhaltung der Maßnahmen. Der Raum klingt auf jeden Fall geil und wir freuen uns auf die Proben“, meint Dorina Joch, Leiterin der Unplugged Gruppe.

Für die Musical- und Theater-Projekte der CAG bietet das eigene Vereinsheim den größten Vorteil. „Wenn wir um 10 Uhr geprobt haben, mussten die Bühnenbildner teilweise um 5.30 Uhr aufstehen, alles aufbauen und am Ende wieder abbauen. Hier kann man nun auch mal was stehen lassen und vernünftig lagern“, sagt Timo White. Zudem bietet der angrenzende Raum Platz für Besprechungen und weitere Projekte, die nun anlaufen sollen. „Die CAG Academy kann dort seine Seminare und Weiterbildungen abhalten. Außerdem planen wir dort Erste-Hilfe-Kurse anzubieten“, erklärt Kai Gottschalk-Usche, der wie alle Mitglieder froh über die neuen Räumlichkeiten ist. „Der Raum muss mit seinen Mitgliedern wachsen. Nun freuen wir uns über Zuwachs. Wir wollen Talente fordern und fördern.“