1. NRW
  2. Städte
  3. Meerbusch

Meerbusch: Mundartstücke vom Lotumer Buretheater nun als Video

Kultur in Meerbusch : Zeitreise mit dem Lotumer Buretheater

Alle Vorstellungen in diesem Jahr mussten wegen der Corona-Pandemie abgesagt werden. Die schönsten Mundartstücke aus früheren Jahren gibt es nun als Video auf der Homepage des Vereins. Werner Schmalbach hat das Material gesichtet.

Der Nachlass des Vaters beinhaltet historische Dokumente. Sie sind Zeugen des lokalen Geschehens - zum großen Teil von Karl Schmalbach in Szene gesetzt. Da wegen Corona alle Vorstellungen des Lotumer Buretheaters ausgefallen sind, hat sich Sohn Werner Schmalbach, Vize-Vorsitzender des Vereins, etwas überlegt: „Wir wollen die Zeit im Lockdown angenehmer gestalten. Deshalb habe ich unsere Homepage um die Rubrik ‚Videos‘ erweitert.“

Dort können sich Mundarttheater-Freunde auch die ersten drei großen Erfolge von Karl Schmalbach ansehen: „Es handelt sich um die jeweiligen Erstaufführungen.“ Dazu gehören „Es jet Opa“, „Tante Trina“ und „König Koebes I.“ von 1985 und 1987. Außerdem sind aus den Jahren 1993 bis 2015 „Als ov nix jewess wür“, „Der Erbe von Kloster Meer“ und „De fiese Möpp“ zu sehen. Und es sind Radio-Mittschnitte zu hören, darunter eine Tonaufnahme von 1955, die Operette „Bürgermeister von Lankum“ im Original-Radio-Ton plus Foto. „Die Qualität entspricht dem damaligen Stand der Technik. Mein Vater, der lange im Kirchenchor St. Stephanus auch als Vorsitzender aktiv war, hat den Text zu seinem Erstlingswerk geschrieben und Chorleiter Jakob Royen die Musik“, berichtet Werner Schmalbach. Die Wiedergabe der Videos aus den früheren Jahren ist nicht mit der heutigen Qualität zu vergleichen: „Damals habe ich ein Mikrofon irgendwo am Bühnenrand befestigt – heute ist das alles professionell. Es wurde früher auch nicht etwa gespart, es war halt so. Und deshalb gehörte auch eine Holzkiste im vorderen Bühnenbereich zum Bild – darin saß immer eine Souffleuse oder ein Souffleur.“

 Eine Szene aus „Tante Trina“ mit Hans Reiners und Tochter Gerda Paas.
Eine Szene aus „Tante Trina“ mit Hans Reiners und Tochter Gerda Paas. Foto: Lotumer Buretheater
  • Detlef Wacker leitet das Johanniter Stift.
    Lockdown n Meerbusch : Besuche in Seniorenheimen sind möglich
  • 975 Infizierte im Rhein-Kreis Neuss : Zahl der Corona-Todesfälle steigt auf 90
  • Symbol für Xantens Städtepartnerschaften: der Wegweiser
    Städtepartnerschaftsverein Xanten : Freundschaft in Zeiten von Corona

Werner Schmalbach, der mit dem Lotumer Buretheater groß geworden ist, erinnert daran, dass die Spielstätten wechselten: „Sie waren bis 1986 in Lank, bis 1993 in Strümp und ab 1994 im Forum Wasserturm.“ Im Saal Rademacher wurde geprobt: „Dort hörten die Schauspieler die vorbeifahrenden Busse, und die Flugzeuge waren viel lauter, als sie es heute sind. Aber wirklich schlimm waren die Bauern, die auf der Kegelbahn nebenan feierten und laut sangen – keine jugendfreien Lieder.“

 Tony Christopher in der Komödie „Es jet Opa“ aus dem Jahr 1985.
Tony Christopher in der Komödie „Es jet Opa“ aus dem Jahr 1985. Foto: Lotumer Buretheater

Schmalbach Junior hat auch Sketche und Vorträge seines Vaters online gestellt – Aufnahmen von 1986 bis 2012, darunter „800 Jahre Ossum“. Auf diesen historischen Dokumenten sind Schauspieler wie Gertrud und Karl Schmalbach, Gerda Paas mit Vater Hans Reiners oder Liesel Beeck in jungen Jahren zu sehen. „Ich habe die Zeit während des Lockdowns genutzt, um im Keller den umfangreichen Nachlass meines Vaters zu sichten. Und es war mir wichtig, die Stücke als ein Teil der Geschichte jetzt ins Netz zu bringen, damit auch noch viele damals Beteiligte sie sehen können“, erklärt Werner Schmalbach.

 Uli Stirken  und Liesel Beeck im Jahr 1987 in einer Szene aus dem Stück „König Koebes I.“
Uli Stirken  und Liesel Beeck im Jahr 1987 in einer Szene aus dem Stück „König Koebes I.“ Foto: Lotumer Buretheater

Er weiß, wie traurig alle sind, dass diese Saison komplett ausgefallen ist: „Jetzt hätten wir schon einige Vorstellungen gespielt. Dass alles sang- und klanglos vorbeigegangen ist, tut weh.“

Videos auf www.buretheater.de