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Meerbusch: Meerbuscher Kulturkreis stellt sein neues Programm vor

Kultur in Meerbusch : MKK-Kulturstammtisch mit Editha Hackspiel

Beim Treffen des Meerbuscher Kulturkreis (MKK) hat die Künstlerin Fragen aus dem Publikum beantwortet. An ihre Studienzeit in den 1940er Jahren kann sich die 96-Jährige noch gut erinnern.

Die strahlenden Augen sagen alles. „Ich freue mich sehr und bin glücklich“, ergänzt Editha Hackspiel. Die 96-jährige Büdericher Künstlerin hatte in Begleitung ihrer Tochter Elisabeth eine gut zweistündige Veranstaltung hinter sich, bei der sie im Mittelpunkt stand.

Der Verein Meerbuscher Kulturkreis (MKK) hatte kurzfristig einen „Kulturstammtisch“ aufs Programm gesetzt. Vereinsmitglieder und andere Interesssenten sollten dabei in einem rund einstündigem Video und im Gespräch über den Austausch zwischen Editha Hackspiel und Meral Alma, einer 60 Jahre jüngeren und sehr erfolgreichen Düsseldorfer Künstlerin, informiert werden. Dabei ging es in erster Linie um die Unterschiede in deren jeweiligen Studienzeiten an der DüsseldorferKunstakademie.

Leider war es Meral Alma nicht möglich, an dem Kulturstammtisch in Meerbusch teilzunehmen. Trotzdem fanden sich in den zwei miteinander verbundenen Gasträumen des Osterather Hofs großzügig verteilt rund 35 Interessierte ein. Heribert Schween, Vorstand MKK, begrüßte die Gäste und gab den Startschuss für das Abspielen des Videos auf der Leinwand.

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In dem Film berichtet die gebürtige Düsseldorferin und Wahl-Meerbuscherin Editha Hackspiel etwa davon, wie das Studentenleben an der Kunstakademie in der Zeit von 1944 bis 1950 war. Sie erzählt von Begegnungen, Anekdoten und Ausrutschern im Zusammenhang mit Günter Grass oder Joseph Beuys, und auch die Begegnung mit ihrem späteren Mann Wolfgang Hackspiel und die Art des Kunstunterrichts damals sind in dem Film Thema.

Beim Kulturstammtisch ging MKK-Mitglied Editha Hackspiel im Anschluss an die Filmvorführung temperamentvoll und mit vielen Details gespickt auf das große Interesse des Publikums ein. Die Antwort auf die Frage beispielsweise, ob es in den 1940er Jahren auch viele Kunststudentinnen gab, bezieht sich darauf, dass sie ihre Studienzeit in und nach den Kriegsjahren absolvierte: „Es gab wenige Männer, viele von ihnen waren im Krieg geblieben“, lautete ihre Antwort.

In dem Film erzählt die 96-Jährige auch, dass damals im „Hungerturm“ (Eiskellerberg) gegenüber der Kunstakademie Künstler wohnten und sie selbst aus der obersten Etage mit Blick über die Altstadt und Mühlengasse in Abstand von 40 Jahren zwei Bilder gemalt hat: „Das erste Bild zeigt die zerstörten Straßen und Häuser. Viele Jahrzehnte nach meinem Studium habe ich dann die Erlaubnis bekommen, aus einem Fenster der obersten Kunstakademie-Etage einen Überblick zu malen.“ Editha Hackspiel schwärmt noch heute von ihrer Arbeit in den oberen Etagen: „Ich habe es geliebt, von hoch oben die Verschachtelungen der Dächer und Bauten sehen zu können.“

Wie die Künstlerin mit Begeisterung über Begegnungen berichtete, die an das Düsseldorf der 1940er/50er Jahre erinnern und in die Zeitgeschichte eingegangen sind, dafür gab es beim Kulturstammtisch ganz viel Applaus.

Anknüpfend an dieses Thema setzt der MKK mit einer Altstadtführung unter dem Titel „Düsseldorfs starke Frauen“ am Weltfrauentag, 8. März, sein Halbjahresprogramm fort. Stadtführerin Brigitte Salem erinnert beim Rundgang an die faszinierenden Frauen, die in Düsseldorf gelebt haben. Zuvor, am Sonntag, 20. Februar, geht es in die Gärten von Schloss Dyck als Bühne für große Kunst. Auch die Teilnahme an Reisen ist noch möglich. Am 26. Juli ist eine Busreise nach Kassel zum Besuch der „documenta“ geplant. Es gibt ein vielseitiges Programm, Rückreise ist am 27. Juli.

Interessant ist ebenfalls die Kunst- und Kulturreise nach Königsberg und Litauen, die von Michael Kumor, Reise-Spezialist und MKK-Mitglied, begleitet wird (Flugreise nach Königsberg vom 6. bis 13. September). Auf dem teils speziell für den MKK ausgearbeiteten Programm vor Ort stehen unter anderem Ausflüge, Begegnungen und Gespräche in unterschiedlichen Städten wie Nida, der diesjährigen europäischen Kulturhauptstadt Kaunas und Vilnius. Informationen zu allen MKK-Veranstaltungen gibt es bei Stefanie Valentin (02131-601475) und Thomas Wolff (02159-2282).