1. NRW
  2. Städte
  3. Meerbusch

Meerbusch: Meerbusch lockt Einbrecher

Meerbusch : Meerbusch lockt Einbrecher

Die Kreispolizeibehöre stellte gestern die Kriminalitätsstatistik 2010 vor: Die Zahl der Straftaten in Meerbusch stieg rasant – vor allem bei Wohnungseinbrüchen und Straßenkriminalität.

Die Kreispolizeibehöre stellte gestern die Kriminalitätsstatistik 2010 vor: Die Zahl der Straftaten in Meerbusch stieg rasant — vor allem bei Wohnungseinbrüchen und Straßenkriminalität.

hat bei der Zahl der Straftaten einen neuen Spitzenwert für die zurückliegenden fünf Jahre erreicht. Etwa neun Straftaten pro Tag werden statistisch betrachtet aktenkundig. 3072 (2009: 2776) Vorgänge sind von der Polizei erfasst. Besonders bei den Wohnungseinbrüchen hat sich die Stadt im Grünen einmal mehr als unsicheres Pflaster erwiesen.

Auch bei der Straßenkriminalität ist gegen den Trend im Rhein-Kreis Neuss eine deutliche Zunahme um fast 18 Prozent erkennbar. 992 statt 843 Fälle weist das Zahlenwerk unter anderem für schwere Körperverletzung, Taschendiebstahl und Sachbeschädigung aus.

Insgesamt sprach Landrat Hans-Jürgen Petrauschke als Chef der Kreispolizeibehörde im Rhein-Kreis Neuss gestern bei der Vorstellung der Kriminalitätsstatistik für 2010 von einer "stabilen Sicherheitslage". Einen Zusammenhang zwischen den nachts ausgeschalteten Straßenleuchten und der hohen Zahl an Einbrüchen lasse sich nicht nachweisen, sagte der Leitende Polizeidirektor Detlef Genandt. Die Polizei gehe davon aus, dass es sich nicht um ortsansässige Einbrecher handele.

Über die Autobahnen seien die Straftäter schnell weit weg vom Tatort. Auch Einbrecher würden professioneller und bildeten sich fort, erklärte er. Dennoch seien es immer wieder unverschlossene Haustüren und auf Kipp stehende Fenster, die den Tätern die Arbeit erleichterten. Die Aufklärung sei sehr schwierig. Für Meerbusch gebe es eine Quote von sechs Prozent. "Es ist in der Regel sehr schwierig, die Spurenlage einem Täter zuzuordnen", sagte Petrauschke. Dass es kreisweit in 38 Prozent der Fälle beim Einbruchsversuch geblieben sei, bestätige die Aufklärungsarbeit der Beamten im Kommissariat Vorbeugung, urteilte er.

Die Zahl der Betrugsdelikte ist um 83 Fälle auf 489 gestiegen. Im Wesentlichen stecke das Erschleichen von Leistungen hinter den Zahlen. Die Zunahme erkläre sich durch das Vorgehen der Verkehrsbetriebe, die Schwarzfahrer konsequent anzeigten.

Ein weiteres Feld stelle der Internethandel dar. Verkäufer lieferten nicht die bestellte Ware, sondern zum Beispiel Schmuck aus Messing statt aus Gold, berichtete Genandt. Positiv ist die Entwicklung beim Fahrraddiebstahl: Die Zahl sank um 30 auf 310 entwendete Zweiräder.

Hier geht es zur Infostrecke: Die Kriminalstatistik 2009

(RP)