Meerbusch: Meerbusch lockt Einbrecher

Meerbusch: Meerbusch lockt Einbrecher

Die Kriminalitätsstatistik für 2009 belegt einen Anstieg der Zahl der Einbrüche um 25 Prozent. Allerdings schützen sich die Bürger immer besser – fast jeder zweite Versuch, in ein Haus einzudringen, scheitert.

Die Kriminalitätsstatistik für 2009 belegt einen Anstieg der Zahl der Einbrüche um 25 Prozent. Allerdings schützen sich die Bürger immer besser — fast jeder zweite Versuch, in ein Haus einzudringen, scheitert.

Meerbuschs Straßen werden immer sicherer, dafür waren die eigenen vier Wände 2009 in Meerbusch häufiger das Ziel von Kriminellen. "Dort ist etwas zu holen, es lohnt sich", beschreibt Kriminaldirektor Hans-Werner Winkelmann gestern in Neuss die Motivation der Straftäter. Gegenüber 2008 ist die Zahl der Einbrüche um 25 Prozent auf 209 gestiegen. Dieses Ergebnis weist die aktuelle Kriminalitätsstatistik für den Rhein-Kreis Neuss speziell für Meerbusch aus. Mit der Entwicklung in Büderich, Osterath und den anderen Stadtteilen bestätigt sich ein Trend. Insgesamt wurden im Kreis 1052 Einbrüche aktenkundig — ein Plus von 200 Fällen.

Stolz ist die Polizei auf ihre vorbeugende Beratungsarbeit. In gut einem Drittel der Fälle blieb es beim Einbruchsversuch. Die Straftäter suchten das Weite, weil die gut gesicherten Fenster und Terrassentüren keinen schnellen Erfolg versprachen. Besonders hoch ist der Anteil der gescheiterten Einbrüche in Meerbusch. 89 Mal gelang es den Tätern nicht, in die Häuser und Wohnungen einzudringen, um sie nach Beute zu durchsuchen. Das ist eine Quote von 42,5 Prozent. Die Meerbuscher unternehmen immer mehr, um ihr Eigentum und ihre Privatsphäre zu schützen. "Es hinterlässt psychologisch meist für längere Zeit tiefe Wunden, wenn Unbekannte unbefugt in die geschützten vier Wände eingedrungen waren", erklärte Detlef Gernandt, Leitender Polizeidirektor der Kreispolizeibehörde Neuss.

  • Meerbusch : Bürger wollen Nachtlicht

Über Einbruchsprävention wollen die Verantwortlichen der Polizei in Kürze auch mit Vertretern der Meerbuscher Stadtverwaltung reden, kündigt Landrat Hans-Jürgen Petrauschke an. Auffällig sei nämlich eine Häufung bei den Einbrüchen in Schulen und Kindergärten. "Dabei entsteht meist höherer Sachschaden als die Beute Wert ist", berichtet Winkelmann. Das Täterprofil sei allerdings ein anderes als bei den Wohnungseinbrüchen. Dabei kämen die Täter "im Wesentlichen von außerhalb" und profitierten von der guten Verkehrsanbindung durch die zahlreichen Autobahnen im Stadtgebiet.

Die Straßenkriminalität in Meerbusch hat den niedrigsten Stand seit fünf Jahren erreicht. 843 Mal nahmen die Polizisten zum Beispiel Sachbeschädigungen an Autos, Diebstähle und Körperverletzungen zu Protokoll. Stark rückläufig sind auch die Fälle von Gewaltkriminalität. Statt 80 in 2008 schlugen 2009 noch 60 zu Buche. Zur Gewaltkriminalität zählen Vergewaltigungen, Raub, Mord und Totschlag, Vergiftung und schwere Körperverletzung. Strafttaten gegen das Leben hat es im Berichtszeitraum im gesamten Kreisgebiet nur eine gegeben: In Dormagen wurde ein 23-Jähriger durch zahlreiche Messerstiche lebensgefährlich verletzt. Tatverdächtig sind zwei Männer und eine Frau aus Salzgitter, die ihren Unmut über ein geplatztes Drogengeschäft auf diese Weise zum Ausdruck gebracht hatten.

(RP)