Konfirmandenprojekt in Meerbusch „Sei korrekt zu deinen Eltern“

Meerbusch · Zum Abschluss ihrer Konfirmandenzeit der evangelischen Kirchengemeinde Lank - Strümp haben die jungen Leute gruppenweise sechs verschiedene Projekte verwirklicht, darunter die Plakataktion.

Die Konfirmanden Carl, Simon und Oskar (von links) präsentieren eines ihrer Plakate mit Bibelzitaten. Diese werden für vier Monate an den Haltestellen in Strümp und Lank hängen.

Die Konfirmanden Carl, Simon und Oskar (von links) präsentieren eines ihrer Plakate mit Bibelzitaten. Diese werden für vier Monate an den Haltestellen in Strümp und Lank hängen.

Foto: Angelika Kirchholtes

Sind Bibelverse heute noch zeitgemäß? Verstehen wir überhaupt noch die Sprache dieser alten Schriften? Diese Fragen sind die Grundlage eines Konfirmandenprojekts der evangelischen Kirchengemeinde Lank - Strümp. Die Antworten dazu können alle lesen, die an den Bushaltestellen in den beiden Stadtteilen vorbeikommen oder dort warten. An den seitlichen Wänden hängen poppige Plakate, die 14 bis 15-jährige Konfirmanden entwickelt haben.

Zu lesen sind Sprüche in der Jugendsprache, etwa „Digger, halt den Ball flach!“ oder „Laber keinen Müll!“ Die entsprechenden Bibelzitate finden sich im unteren Bereich des jeweiligen Plakats. Etwa: „Hochmut kommt vor den Fall“ (Sprüche Salomon 16,18) und „Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten“ (2. Moses 20,16). Passend designte Grafikfotos unterstreichen diese Aussagen. „Es ist schade, dass viele der alten, aber immer noch aktuellen Bibelsprüche in Vergessenheit geraten. Durch unsere Aktion wollen wir sie wieder ins Gedächtnis zurückholen“, sagen Adrian, Ben, Carl, Lennart, Miro, Oskar und Simon. Sprachlich auf Jugendliche zugeschnitten und provokativ formuliert wollen sie zeigen, dass sie uns auch heute noch Wegweisung sein können.

Zum Abschluss ihrer Konfirmandenzeit haben die jungen Leute gruppenweise sechs verschiedene Projekte verwirklicht, darunter die Plakataktion. Die Pfarrerinnen Heike Gabernig und Karin Schwark, die den kirchlichen Unterricht für die Konfirmanden leiten, werden dabei von Eltern unterstützt. So half Manja Vogel, Mutter von Oskar, bei der Umsetzung des Plakatprojekts und stellte den Kontakt zu Götz Belde her, in dessen Grafik-Design-Studio die Plakate entstanden. „Wir kamen mit unseren Ideen, die dann nach unseren Wünschen professionell umgesetzt wurden“, berichtete Simon bei der Vorstellung der Plakate. Um die nötigen Kosten bezahlen zu können, sammelten die Konfirmanden Spenden in der Nachbarschaft und bei Freunden. „Es kam so viel zusammen, dass wir den Rest für einen guten Zweck spenden konnten“, freute sich Carl. Die Auswahl der Bibelzitate zeigt, welche Themen den Konfirmanden wichtig sind: Familie, Freunde, Flüchtlinge. So heißt es an der Haltestelle am Kreisverkehr Lank Richtung Strümp: „Sei korrekt zu deinen Eltern!“ An anderer Stelle „Nimm jeden auf wie deinen Bruder!“ Oder „Hängt nicht mit den falschen Bros ab!“

„Wir möchten durch die Plakate das Christliche und die religiöse Hoffnung auf bessere Zeiten in den Alltag zurückbringen“, sagen Oskar, Carl und Simon, die das Krefelder Fabritianum besuchen, während die drei Strümper Konfis zum Städtischen Meerbusch-Gymnasium gehen. ‚„Als wir bei der Stadt nachgefragt haben, ob wir die Plakate an den Haltestellen aufhängen können, kam als Antwort ‚Tolle Idee‘“, berichtete Oskar. Vier Monate lang können nun die Vorbeigehenden die biblische Botschaft lesen.

„Auch die anderen Projekte, die die insgesamt 46 Konfirmanden durchgeführt haben, zeigen ihr Engagement“, so Pfarrerin Gabernig. So gab es jeweils ein „Perfektes Konfi-Dinner“ für Senioren in der Versöhnungs- und in der Kreuzkirche, das die Konfirmanden selbst zubereitet hatten. Nach einem Aperitif wurden eine gemischte Salatplatte, Frikadellen aus Bio-Rindergehacktes („Wenn schon Fleisch, dann aber…“), Buttermöhren, Kartoffelgratin und überbackenes Gemüse serviert. Zum Dessert gab es frisch gebackene Waffeln mit heißen Kirschen und Sahne, dazu gute Gespräche. „Dabei erfuhren die Jugendlichen manches aus dem Leben der älteren Gemeindeglieder, die sich sehr über den gelungenen Abend freuten“, erzählte Pfarrerin Schwark.

Eine weitere Gruppe besuchte die Kinderklinik des Helios Krefeld und bastelte dort mit den erkrankten Kindern. „Einige Jugendliche waren an der Friedrich-von -Bodelschwinghschule in Krefeld, einer Förderschule mit dem Schwerpunkt „Geistige Entwicklung“ , da eine Mitkonfirmandin dort zu Schule geht“, so Gabernig. Die sechste Gruppe lud zum Brunch nach einem Gottesdienst ein, in dem die Projekte den Eltern und interessierten Gemeindemitgliedern vorgestellt wurden.

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