Meerbusch: Keine Spur von Anakonda in Latumer See

Würgeschlange sorgt für Aufruhr : Keine Spur von Anakonda in Meerbuscher See

Nachdem Angler am Donnerstag eine mindestens zwei Meter lange Anaconda am Seeufer entdeckt hatten, wurde der See für Spaziergänger gesperrt. Jetzt soll eine Fischreuse ausgelegt werden.

Große Aufregung im beschaulichen Lank-Latum: Eine Würgeschlange, gesichtet am Ufer des Latumer Sees, sorgt für Schlagzeilen und lockte – nach dem exklusiven Bericht in unserer Zeitung – am Freitag zahlreiche Medienvertreter auf die Anlage des Fischereisportverbands FSV. Der hatte einen solchen Medienrummel auch noch nicht erlebt. Und so gaben Angler wie Eugen Janischewski, der die Schlange am Tag zuvor entdeckt hatte, viele Interviews, aber auch Arnd Römmler und Bettina Scholten vom Ordnungsamt waren gefragte Gesprächspartner.

Vor allem der Fund der Anakonda stand im Interesse. Eugen Janischewski, 33 Jahre alter Schlosser und Hobbyangler, musste immer wieder berichten: Wie er seit Mittwoch auf der Anlage war, eigentlich Karpfen angeln wollte, sein Zelt an einer kleine Bucht des Sees aufgeschlagen hatte, nach einer ruhigen und fisch-freien Nacht am Donnerstag gegen 10.30 Uhr plötzlich dachte, er würde einen Schlauch im Wasser sehen. Nein, es war eine Schlange, wie er dann schnell feststellte. Er hatte ein bisschen Angst, drehte aber trotzdem geistesgegenwärtig einen kleinen Videofilm und rief dann Polizei und Feuerwehr an. Die kam, das Ordnungsamt ebenso und konnte sogar noch ein Foto von der schwarz-gelben Würgeschlange machen. Seitdem ist das Tier verschwunden, die Aufregung aber groß.

Angler filmen Gelbe Anakonda in Meerbusch im Latumer See

Der See, der ein beliebtes Ziel  für Spaziergänger ist, wurde gesperrt und bleibt das bis auf Weiteres auch – zumindest noch übers Wochenende. Auch wenn die Schlange keine Gefahr für Menschen wäre, will die Stadt trotzdem verhindern, das etwas passiert. Das etwa zehn Hektar große Areal wird weiter kontrolliert, und sobald jemand die Schlange sehen sollte, wird die Feuerwehr gerufen. Vor allem die Wehr in Düsseldorf – denn sie hat sechs Reptilien-Experten, die mit speziellem Gerät ausrücken würden und die Schlange fangen könnten.

Parallel überlegt die Stadt, gemeinsam mit den Anglern des FSV eine Fischreuse mit einem Köder auszulegen, in der Hoffnung, dass die Schlange damit gefangen werden könnte. Bislang steht nicht fest, wer der Besitzer des Reptils ist, ob ihm das Tier ausgerissen ist oder ob er es ausgesetzt hat. Es kann sein, dass er mit einem Bußgeld rechnen muss.

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