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Meerbusch: Katholische Gemeinde trauert um Pater Joseph

Kirche in Meerbusch : St. Franziskus trauert um Pater Joseph

Die katholische Gemeinde erinnert am Samstag im Gottesdienst an den Freund aus Uganda. Der Pater starb im Alter von 58 Jahren an Covid-19.

Eine traurige Mitteilung erhielt jetzt die Gemeinde St. Franziskus der GdG Hildegundis von Meer: Pater Joseph Kasule ist im Alter von 58 Jahren einer Covid-Erkrankung erlegen. Viele Gemeindemitglieder kannten den Mann aus Uganda, der bei seinen Besuchen in Strümp so fesselnd von seiner Arbeit in Kolumbien erzählen konnte. Sein plötzlicher Tod macht viele Menschen in der Gemeinde betroffen. „Noch vier Tage vor seinem Tod haben wir telefoniert“, erzählt Maria Hoffmann. Dabei berichtete Kasule, dass bei ihm nur wenige Tage nach der ersten Impfung Covid-19 festgestellt worden sei, aber er fühle sich auf dem Weg der Besserung.

Doch zwei Tage später bekam er starke Atembeschwerden und wurde in das Krankenhaus von Tumaco gebracht. „Da eine Behandlung auf der Intensivstation notwendig war, konnte er nicht im Ortskrankenhaus behandelt werden, sondern musste in einer vierstündigen Bootsfahrt in die Provinzhauptstadt gebracht werden“, so Hoffmann. Aber schon einen Tag später verstarb er. „Wir sind sehr traurig, dass Padre Joseph, der oft bei uns gewohnt hat, mitten aus seinem Leben und Wirken gerufen wurde“, ergänzt sie.

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Joseph Kasule war zunächst ein Mitarbeiter von Schwester Alma vom Orden der Franziskanerinnen. Die Gemeinde St. Franziskus Strümp unterstützt seit über 30 Jahren deren „Projekt der Kleinen Hausschulen“, das sich um Straßenkinder in Kampala, der Hauptstadt von Uganda, kümmert. Kasule unterrichtete als Lehrer die Waisen- und Straßenkinder. Dann erhielt er die Möglichkeit, das angestrebte Theologiestudium in Bogota, der Hauptstadt Kolumbiens, zu machen, um danach an der Westküste als Priester wirken zu können. Dort leben viele Nachkommen ehemaliger Sklaven aus Afrika, die sich über den „seelenverwandten“ Geistlichen mit ähnlichen Wurzeln sehr freuten.

Der erste Flug Kasules nach Kolumbien führte über Düsseldorf, wo der Franziskanerbruder Peter Amendt den Kontakt zum damaligen Strümper Dechant Fassbender herstellte und ihn der Strümper Gemeinde ans Herz legte. „Diese Verbindung haben wir mit Briefen, E-Mails, aber auch bei zehn Besuchen Kasules gepflegt“, erzählt Hoffmann. Durch Spenden und Kollekten sammelte die Strümper Gemeinde auch das nötige Geld, damit Kasule seine alte Heimat Uganda besuchen konnte. „Wir haben uns immer sehr auf seine Besuche gefreut“, so die Strümperin. Er berichtete dabei von einem faszinierenden, aber auch schwierigen Land. Die Menschen leben in Unsicherheit und Angst vor Guerillabanden, die nicht vor Überfällen und Bedrohungen zurückschrecken. Kasule versuchte, seine Gemeindemitglieder im Glauben zu stärken und knüpfte ein enges Netz von Gemeindegruppen, die er per Boot besuchte. Denn seine Gemeinde „Bocas de Satinga“ bestand aus vielen weit auseinander liegenden Dörfern.

„Wir wollen im Gottesdienst am Samstag, 26. Juni, um 17 Uhr in St. Nikolaus Osterath an unseren Freund Joseph Kasule erinnern“, informiert Maria Hoffmann.