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Meerbusch in der Corona-Krise

Corona-Krise in Meerbusch : Abstand-Markierungen im Supermarkt

Noch häufig treffen sich Jugendliche in Gruppen. Die Stadt hat die Kontrollen des Ordnungsdienstes verstärkt. Dieser überwacht, ob Läden und gastronomische Lokale geschlossen sind.

Soziale Kontakte meiden und auf Abstand gehen, so lautet das dringende Gebot der Stunde. Nur dann lässt sich die Ausbreitung des Coronavirus verlangsamen und eine drohende Ausgangssperre verhindern. Viele Meerbuscher halten sich daran und sind dabei, sich in ihren Alltagsgewohnheiten umzustellen. Doch immer wieder kann man auf den Straßen, auf Plätzen und in den Supermärkten erleben, dass zu viele diese wichtigen Regeln ignorieren.

Für Aufsehen sorgen derzeit häufig Jugendliche, die schulfrei haben und sich gemeinsam die Zeit vertreiben. So berichtet Uwe Nettersheim, Inhaber der Edeka Supermärkte in Büderich und Osterath, dass Horden von Jugendlichen in die Läden kämen, die von den Mitarbeitern dann des Ladens verwiesen werden müssten. Ganz offensichtlich hätten diese Jugendlichen nicht verstanden, dass sie sich in einer Ausnahmesituation befinden.

Von diesem Eindruck berichtet auch ein Meerbuscher, der lange Jahre in Düsseldorf in eigener Praxis Kinder und Jugendliche betreut hat. „Auf meinem Spaziergang am Rhein mit meinem Hund mit 1,5 Meter Abstand zu anderen sah ich Gruppen von Jugendlichen, die unbekümmert am Ufer zusammensaßen.“ In einem Schreiben an unsere Redaktion schildert er weitere Situationen, beispielsweise dass Menschen beim Schlange stehen nicht 1,5 Meter Abstand einhalten. „Wenn wir eine komplette Ausgangssperre verhindern wollen, muss etwas geschehen“, sagt der Mediziner und fügt hinzu: „Die Gefahr und die Möglichkeit einer Infektion sind groß, auch wenn sie bei uns noch nicht manifest ist“. In den Edeka Supermärkten von Nettersheim haben die Mitarbeiter nun Markierungen auf den Boden geklebt. An ihnen müssen sich die Kunden beim Anstehen an der Kasse orientieren. Auf diese Weise will Nettersheim für den Sicherheitsabstand sorgen und auch die Gesundheit seiner Mitarbeiter schützen. Gleiches gilt für das Anstehen an der Bedienungstheke. Dort müssen die Kunden mehr Zeit mitbringen. Weil manche auch für andere einkaufen, dauern die Bestellungen länger als sonst. „Es ist wichtig, die Geduld und die Nerven zu bewahren“, sagt Nettersheim. Weil bei der händischen Leergutannahme die Mitarbeiter nicht geschützt werden können, wurde dieser Bereich geschlossen. Bereits zuvor wurde die Selbstbedienung des Backshops geschlossen.

In den Apotheken und Metzgereien in Büderich halten sich die Kunden ebenfalls an die Abstandsregel und warten draußen vor der Tür, bis wieder ein Platz im Ladenlokal frei ist. Auch im Drogeriemarkt dm haben die Mitarbeiter im Kassenbereich schwarz-gelbe Markierungen angebracht, die den Sicherheitsabstand beim Warten angeben.

Die Stadt hat seit Mittwoch die Kontrollen des Ordnungsamtes verstärkt. „Wir hatten Meldungen aus Büderich, aber auch aus Lank, dass sich nicht alle Inhaber von Cafés an die angeordnete Schließung halten“, sagt Stadtsprecher Michael Gorgs. Bei einigen habe auch Unsicherheit geherrscht, ob sie überhaupt von der Maßnahme betroffen sind. „Vieles wird sich jetzt einspielen“, so der Eindruck von Gorgs. Bislang werden die Kontrollen mit dem bestehenden Personal durchgeführt. Sollte dies nicht ausreichen, würden im nächsten Schritt zusätzliche Kräfte von Security-Firmen beauftragt.