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Meerbusch: Meerbusch im Landtag gefeiert

Meerbusch : Meerbusch im Landtag gefeiert

Beim Festakt zum 50-jährigen Bestehen der deutsch-französischen Freundschaft in NRW stand gestern die Städtepartnerschaft zwischen Meerbusch und Fouesnant im Vordergrund

Vor rund 30 Jahren kamen ein Deutscher aus dem kleinen Meerbusch und ein Franzose aus dem noch viel kleineren Fouesnant zusammen, um als Zeichen der deutsch-französischen Annäherung ein kleines Bäumchen zu pflanzen. Gestern saßen Rolf Cornelißen und Jean-Pierre Bazin als Urväter einer besonderen Städtepartnerschaft beim Festakt anlässlich des 50-jährigen Bestehens der deutsch-französischen Freundschaft in NRW in der ersten Reihe. Im voll besetzten Plenarsaal des Landtages wurde die Beziehung dieser beiden Städte zueinander als Vorbild-Partnerschaft geadelt.

Friede, Wohlstand und Freiheit waren die vor 50 Jahren im Élysée-Vertrag niedergeschriebenen Maxime der Freundschaft. Seitdem haben insgesamt acht Millionen junge Franzosen und Deutsche an Austauschprogrammen beider Staaten teilgenommen. "Diese Freundschaft ist Symbol für ein wachsendes Europa", sagte der französische Botschafter Maurice Gourdault-Montagne. Europaministerin Angelica Schwall-Düren machte dabei deutlich, dass NRW als Brückenland immer eine ganz besondere Verantwortung gehabt habe.

Die Verantwortung für eine Freundschaft, die kaum eine andere Stadt in NRW so gelebt und mitgestaltet hat wie Meerbusch. "Wir haben etwas beitragen wollen zum Aufbau von Europa", sagte Bazin über die Anfänge, die nicht immer leicht gewesen seien. "Heute haben drei Viertel der 10 000 Menschen in Fouesnant haben eine enge Beziehung zu Meerbusch — das bedeutet mir sehr viel", sagte Bazin.

Zum festlichen Anlass war auch Fouesnants Bürgermeister Roger le Goff angereist — zum 36. Mal. Meerbuschs Bürgermeister Dieter Spindler, der zugab, Französisch nur fast gut zu sprechen, nutzte den Festakt für ein Plädoyer für die non-verbale Verständigung: "So wichtig die Sprache für diese Partnerschaft ist, man kann sich auch anders verständigen — und das ist schön." Oliver Keymis, Landtags-Vizepräsident aus Meerbusch, glänzte in seiner lockeren Moderation derweil mit unfallfreiem Französisch.

Der Hauptdarsteller des Abends war aber der französische Präsident Charles de Gaulle, der mit seiner Annäherungspolitik gemeinsam mit Bundeskanzler Konrad Adenauer die deutsch-französische Freundschaft überhaupt erst ermöglicht hatte — und in keiner Rede fehlte. Der ehemalige Landtagsabgeordnete Karl Lamers (CDU) nannte den Franzosen einen "Zauberer". Bei De Gaulles Rede in Bonn habe man eine Stecknadel hören können. Cornelißen erinnerte an den Besuch des französischen Präsidenten in Düsseldorf 1962: "Ich habe jedes seiner Worte in mein Herz gepresst", sagte der 85-Jährige. "Danach wusste ich: Bei dem musst du bleiben."

(RP/rl)