Meerbusch hilft: Schüler spenden für die Tafel

Spenden-Aktion: Schüler spenden für die Tafel

An allen zwölf Schulen der Stadt hat „Meerbusch hilft“ gestern Lebensmittel eingesammelt. Eine große Vielfalt an Spenden kam dabei zusammen. Heute sammelt der Verein in Osterath.

Leon, Julian, Philipp, Nele und Maiva packen in der großen Pause fleißig mit an: Auf dem Schulhof der Martinus-Schule müssen zahlreiche Kisten, prall gefüllt mit Nudeln, Obst und Gemüse, in den großen weißen Wagen von „Meerbusch hilft“ verladen werden. Das Team rund um Ulli Dackweiler hat gestern, am nationalen Tafeltag, an allen zwölf Schulen in Meerbusch Lebensmittel gesammelt, die die Schüler der Tafel spenden möchten.

Das SMG nutzte Schilder, um die zahlreichen Lebensmittel zu sortieren.

Ein bis zwei Lebensmittel sollten die Kinder mit in die Schule bringen, um sie Menschen zu geben, die es nicht so gut haben. Doch diese Menschen gibt es nicht nur außerhalb der Schulwelt, sondern auch mittendrin: „Ich habe hier Kinder getroffen, deren Eltern auch bei der Tafel Kunde sind. Davon haben die Mitschüler vermutlich keine Ahnung“, sagt Ulli Dackweiler, Koordinator von Meerbusch hilft. Aber selbst diese Eltern haben ihren Kindern etwas mitgegeben, was sie in die großen schwarzen Kisten packen können.

Daniel, Leonie und Luc (v.l) freuen sich darüber, dass am SMG so viele Lebensmittel zusammengekommen sind.

Philipp hat sich gut überlegt, was die Menschen gebrauchen könnten: „Essen und Trinken ist besonders wichtig, weil die ja nichts haben“, sagt der Siebenjährige, der heute als Klassensprecher stellvertretend für die Klasse 2b mit anpackt. Alleine kann er die Kisten nicht hoch heben. Maiva hilft Philipp und greift einen Henkel der Kiste. „Obst, Brot und Gemüse brauchen die ärmeren Menschen“, sagt die Achtjährige.

Und davon haben die Kinder in der Martinus-Schule besonders viel gespendet: „Die Vielfalt ist in diesem Jahr besonders schön. Im vergangenen Jahr gab es sehr viel Nudeln mit Tomatensoße“, sagt Dackweiler, der weiß, dass das Kinder besonders gerne essen. Aber an diesem Tag sieht man auch eine haltbare Salami in den Kisten, die zusammen mit Obst und Salat eine gute Mischung ergibt.

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Nach einer halben Stunde sind alle Kisten in den Wagen geladen. Weiter geht es zum Städtischen Meerbusch-Gymnasium (SMG). Dort haben die Schüler die Lebensmittel sogar bereits sortiert: auf großen Zetteln, die über den Kisten hängen, steht da zum Beispiel „Trockenwaren“, „Konserven“ und „Süßwaren“. Die Schilder erleichtern den Mitarbeitern von „Meerbusch hilft“ später die Arbeit. „Ein Vater hat uns angesprochen, ob wir die Aktion nicht unterstützen wollen. Da waren wir natürlich sofort dabei“, sagt der stellvertretende Schulleiter Andreas Gahn. Denn so unterstütze man auch direkt vor Ort Menschen, die hilfsbedürftig sind. „Und den Schülern wird so bewusst, dass es Armut auch hier in Meerbusch gibt“, sagt Gahn.

Auch am SMG tragen die Schüler die Lebensmittel zu dem Wagen, der ausnahmsweise auf dem Schulhof geparkt hat „Da kommt schon eine ordentliche Menge zusammen, wenn jeder zwei Sachen spendet. Das ist ein schönes Gefühl“, sagt die 17-jährige Leonie. Auch Luc weiß: „Wir verdienen genug und tun viel weniger für unser Essen, als Menschen in anderen Ländern“, sagt der 17-Jährige.

Am heutigen Samstag werden die Spenden von dem Teams im Lager sortiert. Dann kommen Reis, Gemüse und Schokolade zur Tafel, wo hilfsbedürftige Menschen sie  für kleines Geld kaufen können. „Den Menschen ist es wichtig, dass es nicht umsonst ist. Viele sagen, dass sie so ihre Würde behalten“, sagt Dackweiler. Als bedürftig gelten Menschen, die in irgendeiner Form Unterstützung vom Jobcenter oder dem Sozialamt bekommen. „Aber auch die Oma mit der kleinen Rente, die alleinerziehende Mama und geflüchtete Menschen können bei uns einkaufen.“ Neben den Schulen fährt „Meerbusch hilft“ auch Lebensmittelläden an. Außerdem plant der Verein eine Kleiderspende-Aktion mit der Martinus-Schule. Kleidungsstücke, die seit über einem halben Jahr nicht aus den Fundkisten der Schule abgeholt wurden, sollen so ihren Weg zu hilfsbedürftigen Menschen finden.

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