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Meerbusch hat eine Stadtklimaanalyse in Auftrag gegeben

Meerbusch : Meerbusch rüstet sich für Klimawandel

Klimaschutzmanagerin Denise Lange lässt eine Stadtklimaanalyse erstellen. Die zeigt, wo es in der Stadt zu heiß wird.

Wenn sich in Städten die Hitze zwischen den Häusern staut und die hohen Temperaturen die Menschen belasten, dann sprechen Experten von sogenannten Hitzeinseln. Diese entstehen dort, wo viele Gebäude dicht an dicht und die meisten Flächen versiegelt sind. Wo sind Meerbuschs Hitzeinseln, und was kann die Stadt dagegen tun? Mit dieser Frage beschäftigt sich Denise Lange, Klimaschutzmanagerin der Stadt Meerbusch. Aktuell lässt die Verwaltung eine Stadtklimaanalyse erstellen. Der Umweltausschuss hat dafür grünes Licht gegeben.

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Klimazonen_MEER Foto: Grafik: Maps4News, Podtschaske

„Die Analyse wird zeigen, wie das Temperatur-Niveau in den einzelnen Stadtteilen bei Tag und bei Nacht ist. Ich hoffe, dass wir im Sommer erste Ergebnisse bekommen“, sagt Lange. Denn dann könnte sie mit Schritt zwei beginnen: mit einem umfangreichen, flexiblen Klimaanpassungskonzept. „Das baut auf der Stadtklimaanalyse auf und zeigt, wie beispielsweise lange Trockenphasen, Stürme und Stark-Niederschläge das Klima in der Stadt verändern, worauf wir uns einstellen müssen und wie wir uns als Stadt an diese geänderten Bedingungen anpassen können.“

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Der Klimawandel sei längst Realität. „Wir haben längere Hitzeperioden und Extremwetterereignisse. Jede Stadt muss sich damit beschäftigen, um ihren Bewohnern maximalen Schutz und Komfort zu bieten“, sagt die 31-jährige Diplom-Geografin. Betroffen seien verschiedene Bereiche: Etwa der Straßenbau (Straßen und Kanäle müssen Hochwasser standhalten), das Grünflächenamt (neu gepflanzte Bäume müssen Trockenheit aushalten), die Stadtplanung (Frischluftschneisen in Neubaugebieten einplanen) und die Feuerwehr (Maßnahmen bei Starkregen und geeignete Rettungswege). Denise Lange: „Wir in Meerbusch müssen wissen, wie wir aufgestellt sind, um für die Zukunft gerüstet zu sein.“ Aktuell holt sie Angebote für das Klimaanpassungskonzept ein, um anschließend den Auftrag vergeben zu können. Das Geld für die Stadtklimaanalyse steht bereits im Haushalt 2019 bereit (30.000 Euro).

Rund 40.000 Euro kostet eine solche Stadtklimaanalyse, sagt Denise Lange. Für Meerbusch hat sie jedoch ein „Schnäppchen“ ausgehandelt: Die Stadt muss 50 Prozent weniger bezahlen, weil sie sich einfach an die Stadt Düsseldorf „ranhängt“. „Die Firma, die für Düsseldorf bereits die zweite Stadtklimaanalyse erstellt, hat angeboten, das Untersuchungsgebiet um das Stadtgebiet Meerbusch zu erweitern, da sich sowieso Synergieeffekte ergeben“, erzählt Lange. „So kann mit wenig Mehraufwand kurzfristig eine detaillierte Analyse für Meerbusch erstellt werden.“

Eine gröbere „Temperaturkarte“ für Meerbusch gibt es bereits vom NRW-Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV, s. Grafik). „Da zeigt sich schon, dass die Hitzebelastung für die Meerbuscher in den Ortszentren hoch ist. 50 Prozent der Menschen leiden bereits unter Hitzestress“, sagt die Klimaschutzmanagerin. „Ich gehe aber davon aus, dass die Belastung in Meerbusch insgesamt wegen der dezentralen Struktur geringer ist als in anderen Städten.“ Von der detaillierten Stadtklimaanalyse erhofft sie sich genauere Aussagen. Lange: „Die Karte zeigt beispielsweise auch, wie es in Meerbusch um sensible Gebäude wie Seniorenheime und Krankenhäuser bestellt ist.“