Meerbusch Bewährungsstrafe für falschen Paketboten

Meerbusch · Ein 25-Jähriger hatte als Zusteller verkleidet die Verteilzentren angefahren und war mit Paketen im Wert von 48.000 Euro verschwunden. 23 unkorrigierte Examensarbeiten von Jura-Studenten entsorgte er.

 Das Amtsgericht verurteilte den jungen Mann zu 20 Monaten Haft auf Bewährung.  	Foto: dpa

Das Amtsgericht verurteilte den jungen Mann zu 20 Monaten Haft auf Bewährung. Foto: dpa

Foto: dpa/Marcel Kusch

(RP) Ein falscher Paketbote hat in Düsseldorf und Meerbusch sein Unwesen getrieben und in nur zwei Wochen einen Schaden von 48.000 Euro verursacht. Vor knapp einem Jahr hatte er als DHL-Zusteller verkleidet die Verteilzentren angefahren und war mit einem angemieteten Lieferwagen voll mit Paketen wieder verschwunden. In den 430 auf diese Weise ergaunerten Paketen befanden sich Waren im Wert von 48.000 Euro – aber auch 23 unkorrigierte Examensarbeiten von Jurastudenten. Da der 25-Jährige diese weggeworfen hatte, mussten die Examensarbeiten wiederholt werden. Am Donnerstag verurteilte das Amtsgericht den 25-Jährigen wegen Betrugs und Urkundenvernichtung zu 20 Monaten Haft auf Bewährung und 100 Sozialstunden. Dass er bei den Verteilzentren nicht mit Argwohn rechnen musste, war dem 25-Jährigen klar, weil er früher als Paketzusteller gearbeitet hatte und die Abläufe kannte. Aufnahmen aus Überwachungskameras hatten ihn schließlich identifiziert.

Bei einer Hausdurchsuchung wurden Paketreste bei ihm gefunden. Im Prozess behauptete er, von seinem zwischenzeitlich verstorbenen Onkel angestiftet worden zu sein. Der 25-Jährige akzeptierte das Urteil, das damit rechtskräftig wurde. Er habe „eine Stelle als Krankenfahrer“ in Aussicht. Sollte er diese antreten, können die Sozialstunden in eine Geldbuße umgewandelt werden, stellte die Richterin in Aussicht.

(stz/RP)
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