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Meerbusch: Gertrud Bogie - Gärtnern ist ihre Berufung

Gertrud Bogie aus Meerbusch : Gärtnern ist ihre Berufung

Nach 55 Jahren ist die Floristin Gertrud Bogie in ein neues Haus gezogen. Die Pflanzen aus ihrem Garten durften dabei natürlich nicht fehlen.

Der Myrtenstrauch hat einen ideellen Wert. „Wir haben ihn zur Hochzeit geschenkt bekommen“, erzählt Gertrud Bogie. Das Geschenk kam aus der Gärtnerei Bracht in Düsseldorf, wo sie ihren Mann Josef kennenlernte. Er verstarb 2014 und einige Jahre später ist die gelernte Floristin und Gärtnerin aus dem 55 Jahre bewohnten Haus unmittelbar am Gartencenter Pflanzenwelt Bogie an der Düsseldorfer Straße ausgezogen. Sie wollte den heutigen Inhabern, dem Sohn Martin und Schwiegertochter Michaela, nicht das Gefühl geben, sich einmischen zu wollen und hat einen Ort gesucht, an dem sie einige Pflanzen und Bäume mitnehmen konnte.

Gefunden hat sie ihn in der Humboldtstraße, ein gemütlich anmutendes Haus mit 1000 Quadratmeter großem Grundstück. „Das war komplett ökologisch bepflanzt – nichts geschnitten, nichts gepflegt, Bäume, Bäume, Bäume“, erinnert sich die 78-Jährige. Große Einschnitte in die Natur wollte sie nicht: „Aber wenn man sich so gut auskennt und immer alles fast perfekt haben möchte, ist das schwierig.“ Gemeinsam mit einem Landschaftsgärtner hat sie einen Teich angelegt und kräftig mit angepackt: „Die Liebe zur Natur liegt mir im Blut.“ Denn Gertrud Bogie ist im landschaftlich geprägten Düsseldorfer Stadtteil Flehe aufgewachsen, mit der Mutter zum Kleinmarkt gefahren, „immer mit einem Körbchen an der Hand“. Am Anfang der Ehe hat sie in der Bogie-Produktion mitgearbeitet und sich später um die Kunden gekümmert: „Wir haben den Blumengroßmarkt beliefert. Ich bin zwischen fünf und sechs Uhr morgens mit dem großem LKW hingefahren. Mein Mann war im Betrieb, er war ein fantastischer Partner, immer auf Augenhöhe.“ Auch nach der Geburt der drei Kinder war Gertrud Bogie im Betrieb aktiv. Eigentlich wollte sie Gartengestalterin werden, aber hat diesen Wunsch der Liebe geopfert.

In ihrem neuen Zuhause, das sie mit dem Wolfsspitz Waiko und zwei Perserkatzen bewohnt, erholt sie sich: „Das ist mein Lieblingsplatz.“ Den großzügigen Wintergarten hat sie mitgenommen. Und auch einige Bäume wurden verpflanzt, beispielsweise der Ginkgo, die Myrte, der japanische Fächer-Ahorn, der Säulentaxus, die Sommermagnolie und der Riesenbambus: „Manche Bäume brauchen zwei bis drei Jahre, um sich neu zu akklimatisieren.“ Die Totholzhecke steht versteckt eng am Zaun, an der Sommerwand gedeihen Feigen, Aprikosen oder Mirabellen. Es gibt ein Gewächshaus, ein Hochbeet und einen Schuppen: „Den haben mir meine Enkel wieder aufgebaut.“ Der Garten ist aufgeteilt, eine Ecke ist wild geblieben, „hier kann alles wachsen, wie Gott es will.“ Stauden stehen mitten in der Wiese und ein römischer Salbei verströmt betörenden Duft. Auf die Idylle rund um den mit Seerosen bewachsenen See ist Gertrud Bogie richtig stolz: „Ich habe noch nie gespritzt.“

Ablenkung findet die sportliche Bogie-Seniorin auch im Meerbuscher Frauenchor. Dort war sie 20 Jahre lang Vorsitzende und ist heute bei jeder Probe dabei. Vielleicht lädt Gertrud Bogie im nächsten Jahr offiziell ein, ihren Garten zu besichtigen: „Dieses kleine Paradies gefällt sicher.“