Ausstellung in der Teloy-Mühle Künstlerische Verbindung zwischen Meerbusch und Neuss

Meerbusch · Zwei Künstler-Vereinigungen aus Neuss und Meerbusch zeigen ihre Werke in einer ersten Gemeinschaftsausstellung in der Teloy-Mühle. Initiiert wurde die Schau von den beiden Vorsitzenden.

Susanne Altweger (l.) und Erika Danes (Meerbusch) hatten die Idee zur Gemeinschaftsausstellung.

Susanne Altweger (l.) und Erika Danes (Meerbusch) hatten die Idee zur Gemeinschaftsausstellung.

Foto: Hans-Juergen Bauer (hjba)

Der Titel „Verein(t)“ beleuchtet den Hintergrund der Sonderausstellung „Verein Meerbuscher Künstler triff auf Kunst aus Neuss“, die gestern in der Teloy-Mühle in Lank eröffnet wurde. „Warum nicht mal über den Tellerrand schauen und Stadtnachbarn samt ihrer Kunst kennenlernen?“ fragte Bürgermeister Christian Bommers in seinem Grußwort zur Vernissage und lobte die gelungene Mischung aus Fotografie, Malerei und Objektkunst.

Eingefädelt hatten die künstlerische Verbindung  die Vereinsvorsitzenden Erika Danes aus Meerbusch und Susanne Altweger aus Neuss, die im Dezember von einer Fotoausstellung in der Teloy-Mühle beeindruckt war. „Sie sprach mich an, das Kulturamt Meerbusch gab uns einen Termin –  und dann lief alles“, erzählt Erika Danes. „So wie oft unter Frauen“, ergänzt Susanne Altweger.

Fotografie ist die große Leidenschaft der Psychologin. In „Verein(t)“ zeigt Altweger zwei großformatige Werke: „Wasserwand“ entstand am Rockefeller Centre New York, „Fließendes Geld“ in Florida. Sie geht streng mit sich um: „Von vielleicht 2000 Fotos im Jahr halte ich maximal fünf für ausstellungswürdig.“ In ihrer Eröffnungsrede betonte Susanne Altweger die Wichtigkeit von Synergien und warb für gegenseitige Unterstützung statt Konkurrenzdenken. In labilen wirtschaftlichen Zeiten habe es das „Luxusgut“ Kunst umso schwerer. „Aber für mich ist Kunst kein Luxus, sondern eine seelische Notwendigkeit“, betonte sie. „Eine Ausstellung vor sich zu haben, ist für uns Künstlerinnen und Künstler immer ein Ansporn. Kunst will und muss gezeigt werden. Und das tun wie heute – hier in diesem schönen Ambiente.“

Tatsächlich ist das Rund der Teloy-Mühle ein perfekter Platz für die völlig unterschiedlichen Arbeiten. Auffallend viele Motive, die mit Wasser zu tun haben,  machen die Schau sommerlich-frisch. Beteiligt sind zehn Mitglieder von „Kunst aus Neuss e. V.“ und sechs vom Verein Meerbuscher Künstler. Dessen Vorsitzende Erika Danes nutzte für ihre Werke Mischtechniken aus Fotografie, Holzschnitt und Malerei. Ein Motiv erinnert an den Mauerbau, zufällig passend zur Vernissage am 13. August. Auf der Spree lichtete sie die Drei-Personen-Skulptur „Molecule Man“ ab, im Hafen von Stralsund das Segelschulschiff Gorch Fock.

Ein Rundgang durch „Verein(t)“ ist inspirierend. Zu den Künstlern aus Neuss: Uwe Scherenberger findet viele Anregungen in Italien, wo er zeitweise lebt. Seinen Stil nennt er „überrealistisch“, gerne bettet er banale Alltagsgegenstände in goldene Rahmen. Walter Schmitt widmet sich mit hoher Ausdruckskraft der Architekturfotografie. Hilla Baecker verfremdet ihre Bilder am PC, auch sie steuerte Wassermotive bei. Christine Berlinson-Eßer zeigt anmutige Aquarell-Malerei, Beate Dohme Aufbaukeramik rund um die Koralle, Gisela Gelzhäuser verdeutlicht in ihren Arbeiten aus Powertex, Marmor und Eisen immer auch ein politisches Anliegen. Erika Schlee schleust in ihre Bilder Sand und Strukturen ein und erzeugt damit eine meditative Ruhe. Thomas Selzer fotografierte Reste von Befestigungsmauern in der Normandie, über Jahrzehnte gestaltet von den Gezeiten. Karla Tänzers knallblaue Wasser-Werke ziehen schon von weitem alle Blicke an und haben humorvolle Titel wie „Liebeleins Tauchgang“.

Aus dem Verein Meerbuscher Künstler sind neben Erika Danes fünf weitere Mitglieder vertreten. Ute Maaß-Schröder gestaltete aus Aquarellen von Reisen nach Kreta, Java, Südfrankreich und Bayern farbenfrohe Collagen, Michaela Kura zeigt mehrere Bilder zu „Fotosynthese“ und „Schwarz tanzt“. Ins Auge fallen auch die plakativen Werke von Ilse Petry-Ambrosius und die Fotokunst auf Leinwand von Sigrid van Sierenberg mit zerbrochenen Scheiben und Glassplittern. Für ihre Serie „Runde Sache“ verwendete Nicole von Schack-Lutz die Enkaustik-Technik, deren Geschichte bis ins alte Ägypten zurückreicht. Pigmente in heißem Bienenwachs bringt sie mit Collage-Elementen auf runde Holzträger auf. Beeindruckend.

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