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Meerbusch: Geheimtipps von Buchhändlerinnen für die Urlaubslektüre

Meerbusch : Geheimtipps für die Urlaubslektüre

Nicht nur eine Reise und gutes Essen verschönern den Urlaub, auch packende Geschichten tragen zur Erholung bei und können Lust auf Neues machen. Welche Titel Buchhändlerinnen aus Büderich zu ihren Lieblingsbüchern zählen.

Kein Ferienkoffer ohne Bücher. Lesen am Strand, am See, im Grünen hat seinen besonderen Reiz. So anregend Bestseller wie „Über Menschen“ von Juli Zeh oder „Daheim“ von Judith Herrmann sind: Wer nicht nur auf die Spitzentitel schaut, sondern gerne Geheimtipps aufspürt, wird die Empfehlungen aus der Buchhandlung Gossens in Büderich zu schätzen wissen.

Buchhändlerin Daniela Jekel

Der große Sommer von Ewald Arenz: Anstatt mit den Eltern zu verreisen, verbringt Frieder die Ferien bei seinen Großeltern, um zu lernen. Dort gelten strenge Regeln, und doch verläuft der Sommer für Frieder anders als erwartet. Er erlebt die erste große Liebe, gelungene wie enttäuschte Freundschaft, Verwirrung und Frust. Der Autor erzählt uns Frieders Geschichte in einer so schönen Sprache und mit so viel Weisheit, dass man geläutert, wenn auch ein wenig traurig zurückbleibt. Für mich eines der schönsten Bücher dieses Sommers (DuMont, 20 Euro).

Das Land der Anderen von Leila Slimani: Der neue Roman der preisgekrönten französisch-marokkanischen Schriftstellerin beschreibt die Geschichte ihrer Großmutter, die Ende des Zweiten Weltkriegs den marokkanischen Offizier Amine Bejai heiratet und mit ihm in seine Heimat geht. Sie liebt ihn und hofft auf ein selbstbestimmtes Leben. Der Alltag ist ernüchternd. Sie zieht zwei Kinder groß, kämpft um gesellschaftliche Anerkennung und die Wertschätzung ihres Mannes. Daran lässt uns die Autorin in ihrer klaren Sprache teilhaben. Eine starke Frauenfigur, ein großer Roman (Luchterhand, 22 Euro).

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Offene See von Benjamin Meyer: Wir sind in England, Ende des Zweiten Weltkriegs. Der 16-jährige Robert zieht los Richtung Meer, um der Enge seines Elternhauses zu entfliehen. An der Küste trifft er auf die sonderbare, eigenwillige Dulcie, die in einem verwunschenen Cottage ein Leben führt, das von Roberts nicht weiter entfernt sein könnte. Zwischen den beiden entsteht eine intensive lebenslange Freundschaft. Wunderbar erzählt, ganz oben auf meiner Lieblingsbuchliste (DuMont, 12 Euro).

Auszubildende Marina Stock

Der nagelneue Wissenstest für Kinder von Antonia Bauer: Ferienzeit ist Familienzeit. An diesem Ratespaß für Groß und Klein haben alle ihre Freude. Es gilt Fragen aus verschiedenen Wissensgebieten zu beantworten, bei denen Grundschulkinder ihre Großeltern sogar manchmal übertrumpfen können. Im zweiten Teil der kurzweiligen Sammlung werden die Lösungen verraten und auf anschauliche Weise erklärt (Kiwi, 7 Euro).

Der Salzpfad von Raynor Winn: Das Taschenbuch erzählt uns die Geschichte von Raynor und Moth. Beide sind um die 50 Jahre alt, Moth dazu noch schwer krank, als sie durch einen Schicksalsschlag ihren gesamten Besitz verlieren. Statt zu verzweifeln, erwandern sie den South West Path, leben intensiv den Moment mit allen positiven wie negativen Erfahrungen. Mich haben die Stärke und der Mut des Paares überzeugt, nie aufzugeben und den Kopf niemals in den Sand zu stecken (Goldmann, 16,95 Euro).

Buchhändlerin Beate Steglich

Ozelot und Friedennerz von Susanne Matthiesen: Dieser wunderbare biografische Roman entzückt nicht nur Sylt-Liebhaber. Susanne Matthiesen, Jahrgang 1963, blättert ihre Kindheit auf der Insel auf, ist Zeitzeugin von deren Wandel und der Verschiebung der Werte ‒ die hochangesehene Kürschnerei, das Handwerk ihrer Eltern, wird plötzlich als moralisch verwerflich eingestuft. Dabei ist Sylt übertragbar auf die ganze Republik, die Babyboomer-Zeit und den Wunsch der Nachkriegsgeneration, etwas zu schaffen (Ullstein, 11 Euro).

Die Liebe im Ernstfall von Daniela Krien: Fünf Frauen, deren Lebenswege sich in Leipzig kreuzen, verweben, trennen. Die jeweils abgeschlossenen Episoden sind in einen Rahmen eingebunden. Nichts Menschliches, ob Liebe, Trauer, Eifersucht, ist der Autorin fremd. Ein unterhaltsamer Lesegenuss (Diogenes, 13 Euro).

Das Meer von Mississippi von B.A. Fenelly und T. Franklin: April 1927. In der Kleinstadt Hobnob im Süden der USA regnet es seit Monaten, die Dämme des Mississippi drohen zu brechen. Dixie Clay ist einsam und verzweifelt. Ihr Mann, einer der größten Schwarzbrenner der Südstaaten, hat kein Interesse an ihr, will nur ihre Arbeitskraft. Dixies Leben ändert sich, als ein verwaister Säugling gefunden wird, den sie aufnimmt. Die Ereignisse überschlagen sich, wir werden Zeugen, wie eine Frau Schritt für Schritt ihre Fesseln durchtrennt und gegen kriminelle Strukturen kämpft. Emotional, spannend, einfach wunderbar (Heyne, 22 Euro).