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Meerbusch: Meerbusch fehlen aktuell 16 Sirenen

Meerbusch : Meerbusch fehlen aktuell 16 Sirenen

Im Katastrophenfall kann die Bevölkerung derzeit nicht flächendeckend gewarnt werden. Um das zu ermöglichen, müssten 16 Sirenen zusätzlich installiert werden. Ein Konzept wird in Kürze im Hauptausschuss erörtert.

Eine Giftwolke zieht heran, es hat einen Chemie-Unfall gegeben oder irgendwo lodert ein Großfeuer: In solchen Fällen heulen vielerorts die Sirenen. So soll größtmögliche Aufmerksamkeit erregt und die Bevölkerung gewarnt werden. Auch in Meerbusch gibt es noch 13 solcher Heuler. Um im Katastrophenfall auch Bewohner im letzten Winkel der Stadt zu erreichen, soll das Konzept weiter optimiert werden. "Das wird in einer der nächsten Sitzungen des Hauptausschusses Thema sein", sagt Heiko Bechert. Er ist Leiter des Ordnungsamtes der Stadt Meerbusch.

"Nötig ist ein System, um die Bevölkerung auch zu nachtschlafender Stunde wecken und warnen zu können", erläutert Bechert. Ein Konzept zur flächendeckenden Versorgung Meerbuschs mit Sirenen sei zwar seit dem Jahr 2011 vorhanden. "Aufgrund technischer Probleme bei der Standortfindung ist die Vorlage bis heute nicht realisiert worden", erklärt der Ordnungsamtsleiter. In einer der nächsten Sitzungen des Haupt- und Wirtschaftsförderungsausschusses soll nun das Thema noch einmal erörtert werden. Eine Möglichkeit ist, Sirenen nicht wie bisher auf Hausdächern, sondern auf eigenen Masten zu installieren.

Eines der speziellen Meerbuscher Probleme sind laut Bechert die hochgedämmten Wände und Fenster insbesondere in Büderich und anderen Stadtteilen, mit denen sich die Anwohner vor Fluglärm schützen wollen. "Hier besteht die Gefahr, dass kein Sirenenton nachts zu den Schlafenden vordringt."

Eine weitere Möglichkeit ist, Warnungen als Eilmeldung auf Smartphones zu übertragen. Doch hier gilt es als fraglich, ob solche Nachrichten den Empfänger aus dem Schlaf reißen können - selbst dann, wenn das Smartphone gleich neben dem Bett liegt. Inzwischen gibt es neue technische Möglichkeiten. So existiert zum Beispiel die Variante, dass ein Handy oder Smartphone im Fall einer Katastrophe ein bestimmtes Geräusch macht, um den Besitzer zu warnen.

Aber diese Variante über den Mobilfunk hat einen grundlegenden Haken: Auf diesem Wege würden längst nicht alle Meerbuscher erreicht. "Nicht jeder hat ein Handy oder Smartphone", erklärt Bechert. So kommt also wieder die Sirene ins Spiel. Um Meerbuscher lückenlos beschallen zu können, müssten zu den bestehenden 13 Sirenen noch 16 neue Heuler installiert werden. Die Signaltöne aus der alten Sirene haben eine Reichweite von 600 Metern, die aus dem neuen Heuler decken 1000 Meter ab. Die Kosten für eine neue Sirene beziffert Bechert auf rund 15 000 Euro. Die Heuler müssen regelmäßig gewartet werden. "Dies schlägt bei den alten Sirenen im Jahr mit 350 Euro pro Stück zu Buche", sagt der Ordnungsamtsleiter.

Aus seiner Sicht sollte in Meerbusch das Warnkonzept möglichst zügig optimiert werden. Zu einer Katastrophe könne es schnell kommen. Zumal Meerbusch nahe an Autobahnen liegt, auf denen immer wieder Gefahrguttransporter unterwegs sind. Kommt es hier zu einem Unfall zum Beispiel mit einer Giftwolke, dann könnte der Zeitpunkt gekommen sein, die Meerbuscher zu warnen. "Ideal wäre ein Konzept mit einer Kombination von Sirenen und der Mobilfunk-Variante", betont Bechert.

(RP)