Meerbusch Das Bürgerwäldchen in Büderich wächst

Meerbusch · Die Erfolgsgeschichte der Bürgerwäldchen in Meerbusch geht weiter. Bei der diesjährigen Pflanzaktion wurden insgesamt 40 Bäume gespendet. Am Samstag erhielten die Spender dafür vom Bürgermeister ihre Urkunden.

 Bürgermeister Christian Bommers verteilt an die vielen Baumspender Urkunden.

Bürgermeister Christian Bommers verteilt an die vielen Baumspender Urkunden.

Foto: Endermann, Andreas (end)

Vor dem Bürgerwäldchen fünf in Meerbusch-Büderich steht am Samstagvormittag eine kleine Gruppe an Menschen. Sie alle haben etwas gemeinsam, sie haben einen Baum für das Bürgerwäldchen gespendet und warten nun gespannt, bis Christian Bommers (CDU) ihre Namen aufruft. Der Bürgermeister von Meerbusch steht in der Mitte der Gruppe und liest die Namen und den Grund für die Spende laut vor und überreicht an die Spender eine entsprechende Urkunde. Unter ihnen sind Großeltern und ihre Enkelkinder, aber auch einige Paare und Familien. Es ist eine lockere, fröhliche Stimmung. Die Menschen trinken ein Glas Sekt oder Orangensaft und begutachten ihre Bäume.

Michael Grams und Elisabeth Sassen aus Osterath sind Teil von der kleinen Gruppe. Die beiden haben eine Hainbuche gespendet. „Das ist der Baum für unsere Enkelin“, erzählen sie. Die Enkelin ist dabei nicht die einzige in ihrer Familie, die schon einen Baum bekommen hat. „Meine Tochter hat auch einen Baum erhalten und diese Tradition wollen wir weiterführen“, sagt Frau Sassen.

Nachdem die Menschen ihre Urkunde erhalten haben, gehen viele sofort zu ihren Bäumen. So auch die beiden Frauen Petra Neefken und Monika Rosenkranz aus Büderich und Lank. Die beiden haben mittlerweile schon circa 14 Bäume finanziert. In diesem Jahr ist der Baum für ein Enkelkind bestimmt. Petra Neefken findet es vor allem schön, dass der Baum auch noch „da sein wird, wenn wir nicht mehr sind“, sagt sie.

Auch das Ehepaar Udo und Erika Vey aus Büderich ist nicht zum ersten Mal Baumbesitzer geworden. „Mittlerweile stehen hier neun Bäume von uns“, sagt Udo Vey. Dieses Jahr hat das Paar eine Rotbuche und eine Hainbuche gesponsert. Der Grund waren die Geburtstage von dem Schwiegervater und dem Sohn. „Unser Sohn wird dieses Jahr 40 und unser Schwiegervater 60, und zusammen werden sie somit 100. Ich fand das originell“, erklärt Erika Vey. Wenn die Familie dann zu Besuch kommt, schauen sie sich die Bäume gemeinsam an.

Auch Horst Lennertz aus Büderich kann beim nächsten Familienbesuch seinen Enkeln ihre Bäume zeigen. „Für mich war das heute der achte Baum“, erzählt er. Er findet es schön, dass durch seine Spende die Enkelkinder auch „mitbekommen was Natur ist“.

Neben Horst Lennertz steht Dana Frey. Sie ist Leiterin der Stabstelle für Umwelt und Klimaschutz und erzählt, dass sie schon von Anfang an bei der Aktion dabei sei. Denn schon seit 1998 gibt es in Meerbusch Bürgerwäldchen. Die ersten Bäume wurden damals in Lank gepflanzt. Dana Frey betont, dass die Gründe für eine Spende „immer wieder neu und immer wieder anders sind“. Einige Menschen würdem auch einfach so einen Baum spenden, weil sie es schön fänden, wenn Meerbusch grün ist. Andere Spenden hätten aber einen konkreten Anlass, wie zum Beispiel die Goldene Hochzeit oder ein anderes Jubiläum.

Die Bürgerwäldchen in Meerbusch sind also ein voller Erfolg und darüber freut sich auch Christian Bommers. „Ich finde die Aktion sehr schön. Die Menschen haben großes Interesse daran sich zu beteiligen“, erzählt er. Da die Nachfrage so hoch ist, überlegt die Stadt bereits, ein sechstes Bürgerwäldchen anzulegen und sucht dafür nach neuen Flächen.

Fürs Erste können aber die 40 neu gepflanzten Bäume in Büderich bestaunt werden. Noch sehen sie relativ kahl aus. Es fehlt ihnen noch eine große, grüne Laubkrone. Vielleicht sind aber in vierzig Jahren die Enkelkinder, die nun beschenkt wurden, auch mit ihren Familien hier und spenden selber einen Baum.

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