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Meerbusch entdecken - heute geht es durch Büderich

Serie Meerbusch entdecken : Der Blick über die drei Hügel von Büderich

Mit Gerd van Vreden geht es durch seinen Heimat-Stadtteil: Dazu gehören für ihn das Klönen auf der Nachbarschaftsbank und ein Spaziergang zur Schießsportanlage der Schützen.

Gerd van Vreden ist ein eingeborener ‚Börker‘. Zehn Jahre Messdiener in St. Mauritius, 50 Jahre Schützenbruder, 1992 Schützenkönig. Da schadet es auch nicht, dass er fast außerhalb von Büderich aufgewachsen ist, nämlich an der Oststraße. „Die vom Deutschen Eck“ wurden die Jungs damals etwas herablassend von denjenigen genannt, die im Zentrum wohnten.

Im Erholungsgebiet Eisenbrand pflanzt jeder Schützenkönig seinen „Baum des Jahres“. So ist der Pfad der Jahresbäume entstanden. Foto: RP/Angelika Kirchholtes

Treffpunkt für den Spaziergang ist an der Mauritiuskirche, wo er seine Prägung als Katholik erfuhr. „Der Turm von St. Mauritius ist das höchste Gebäude von Meerbusch“, informiert er. Er möchte dort einen Ort zeigen, den nur wenige Menschen wahrnehmen. Die Hildegundiskapelle wurde links des Altarraums in der ehemaligen Sakristei eingerichtet. Dort wird ein Knochenstück der Seligen Hildegundis, Gründerin von Kloster Meer, als Reliquie aufbewahrt.

Gläubige können in dem intimen Raum beten und Andacht halten. Montags um 8.15 Uhr findet in der Kapelle regelmäßig eine Messe statt. Direkt neben der Kirche, beziehungsweise des Alten Küsterhauses, stand bis in die 70er Jahre ein großer Bauernhof, auf dem seine Ehefrau aufgewachsen sei, berichtet van Vreden. Wo inzwischen Geschäfts- und Wohnhäuser errichtet wurden, befanden sich Hof und Stallungen, umgeben von einigen Feldern. Als es keinen Nachfolger gab, wurde das Gelände zum Baugebiet.

Auch Gerd van Vreden baute Am Pfarrgarten sein Eigenheim. „Sehen Sie, dort steht unsere Nachbarschaftsbank“, lädt er zum Verweilen ein. Die Nachbarschaft sei intakt, man treffe sich oft an der Bank zum Plausch, Feiern oder zum Aufstellen eines Weihnachtsbaums. Man könne von der Bank aus auch das geschäftige Treiben auf der Dorfstraße beobachten, den Markt und die Schützenkirmes sehen.

Apropos Markt: Er sei zwar kein Einkäufer, das überlasse er seiner Frau. Aber er gehe gerne auf den Markt und kaufe Gemüse und Salat. „Ich bin ein Salat-Freak“, sagt van Vreden lächelnd. Er gehe gerne zu Fuß, sagt der Büdericher, und macht sich flotten Schritts auf den Weg: Necklenbroicher Straße, Kanzlei und Winnendonk.  „Hier ist mit 36 Metern die höchste Stelle Meerbuschs“, weiß van Vreden. Winnendonk, Badendonk und Niederdonk, das seien die drei Hügel von Büderich. Obwohl inzwischen abgeerntet, erinnern ihn die Felder an Rosenkohl: „Die hat mein Schwiegervater hier angebaut.“

Er geht diesen Weg sehr oft, denn er führt zur Schießsportanlage der Schützenbruderschaft. „Das ist meine zweite Heimat“, sagt van Vreden, der seit 1997 Schatzmeister der St. Sebastianus Schützenbruderschaft ist. Jede Woche treffe er sich dort regelmäßig mit anderen Schützen, um Haus und Anlage zu pflegen. Das Gebäude, das versteckt an einem Seitenweg des Hülsenbuschwegs liegt, wurde mit viel Eigenleistungen der Schützen 1991 bis 93 gebaut. Es enthält Schießplätze für Luftgewehr und Luftpistole sowie Sportpistole und steht auch benachbarten Schützenvereinen offen.

Das grüne Gelände, umgeben von Büschen und alten Bäumen, ist eine Oase, in der auch Kinder bei Festen ohne Gefahr herumtollen können. „Die Natur und die Umwelt sind uns wichtig“, sagt van Vreden. Zur Festmesse im vergangenen Jahr habe jeder Schütze ein Tütchen Wildblumensamen bekommen, die er aussäen sollte. Eine Spendenaktion des WDR finanzierte ein Apfelbäumchen einer alten Sorte, die die Schützen auf drei aufstockten.

Verlässt man das Gelände über einen lauschigen Fußweg, kommt man zum Erholungsgebiet Eisenbrand, in dem die Schützen den Pfad der Jahresbäume angepflanzt haben: Jeder Schützenkönig stiftet den ‚Baum des Jahres‘. So ist eine ansehnliche Allee entstanden. Zum Abschluss des Spaziergangs geht es ins Café Schwarz. „Das ist ein Muss“, sagt der Börker Jung. Auf der Terrasse des Traditionsrestaurants zu sitzen, sei wie Urlaub. Die vertraute Begrüßung durch die Inhaberin verrät, dass er ein gern gesehener und häufiger Gast ist. Auch seine Frau kehrt nach einer Joggingrunde gerade dort ein. Schöne Erinnerungen verbinden ihn mit dem Ort. Wie an die Appeltarter Kirmes an der Niederdonker Kapelle gleich nebenan, bei der es zur Festoktav für die Messdiener  immer Schleckereien an den Süßigkeitenbuden gegeben hätte.