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Meerbusch: Ein Neujahrsspaziergang im Rheinvorland in Büderich

Freizeit in Meerbusch : Ein Spaziergang im Rheinvorland

Frische Luft tut nach der Silvesterfeier gut. Bei einer zehn Kilometer langen Wanderung kann man Natur und Kultur schnuppern. Zum Abschluss können sich die Spaziergänger am Coffee-Bike mit einem heißen Kaffee belohnen.

  Sich frische Luft um die Nase wehen zu lassen, das tut nach einer Silvesterfeier besonders gut. Lecker gegessen, Sekt getrunken, lange aufgeblieben und geklönt, da muss man am nächsten Tag einfach mal nach draußen. In Meerbusch gibt es viele Möglichkeiten, tüchtig auszuschreiten und dabei nicht nur die Natur zu genießen, sondern auch Kunst und interessante Gebäude am Wegesrand zu entdecken. Als Neujahrstour (die natürlich auch noch später gemacht werden kann) schlägt die Rheinische Post eine Rundtour durch das Rheinvorland bei Büderich vor. Wir starten an Haus Meer, wo auch die Geschichte der Stadt mit einem eindrucksvollen Prämonstratenserkloster begann.

Heute ist leider nur noch der Gutshof und der Landschaftsgarten erhalten. Pläne für das Gesamtareal haben sich immer wieder zerschlagen. Von dort geht es die Straße Haus Meer Richtung Rhein entlang, links vorbei an einem schönen Gutshof. Rechts grüßen zwei Batman-Figuren von einer Dachterrasse. Weiter geradeaus Am Breil kommen wir an Häusern ganz unterschiedlicher Architektur vorbei, wobei besonders ein großes Anwesen im Bauhausstil mit einem silbernen Kunstwerk vor dem Eingang die Blicke auf sich zieht. Weniger auffallend, aber durchaus interessant ist der Mühlstein, der an einem anderen Haus an der Mauer lehnt. Er befand sich früher an der Mühle des Klosters Meer.

 Der Mühlstein befand sich vorher bei der Mühle vom Kloster Haus Meer
Der Mühlstein befand sich vorher bei der Mühle vom Kloster Haus Meer Foto: Kirchholtes, Angelika

Lustig anzusehen sind die kleinen Schweinchen, die ein paar Meter weiter, gehüllt in pink- und orangefarbene Mäntel vom Vordach grüßen. Kurz vor der Stadtbahnlinie halten wir uns links und wandern in die freie Natur. Nach einer kleinen Brücke biegen wir rechts ab, dann links und stoßen später auf den Apelter Weg, dem wir nach rechts folgen. Nach wenigen Metern sehen wir links das Skulpturenfeld von Oveis Saheb. Der Iraner hat Granitblöcke zu Objekten in verschiedenen Größen und Formen zu archaischen Objekten zusammengefügt, die nun schon seit vielen Jahren im Gelände verstreut liegen. Sie bilden einen interessanten Gegensatz zur landwirtschaftlichen Umgebung.

Am Ende des Apelter Wegs erreichen wir den Landsknecht mit dem imposanten Hotel-Restaurant, das 1925 im Stil einer Burg erbaut wurde. Wir biegen links in die Johannes-Kirschbaum-Straße ein und kommen zum Will-Hanebal-Platz. „Ave Maria“ ist an dem ehemaligen Haus des Künstlers als Relief zu entdecken. Über die Straße Rheinpfad kommen wir zum Rheindeich und lassen den Blick schweifen: Spaziergänger, Radfahrer, Hunde und Schiffe, die auf dem Fluss entlang tuckern. Wir halten uns rechts und biegen links in die Niederlöriker Straße ein, die zum Landhaus Mönchenwerth führt. Dort halten wir uns rechts und wandern bis zum Beuys-Kopf von Anatol. „Jeder Mensch ist ein Künstler“ ist darauf zu lesen. Eine spannende Aussage. Hier wenden wir und laufen wieder an Haus Mönchenwerth und dem Wohnsitz der Familie Pooth vorbei. Im Garten tummeln sich als Kunstwerk zwei verrostete Pferde.

Weiter geht es nach Norden direkt am Flussufer entlang. Knorrige Baumruinen und Buschwerk säumen den Weg. Wenn der asphaltierte Weg wieder zum Deich hochführt, sollte man lieber den Trampelpfad direkt am Rhein nehmen. Hier ist man näher an der Natur. Stichwege führen zum sandigen Ufer, was besonders Hundebesitzer schätzen. Am Modellflugplatz sollte man wieder zum Deich hoch gehen. Hier gibt es am „Coffee-Bike“ etwas zum Aufwärmen: einen Espresso, Capuccino oder Americano – natürlich nur „to go“. Bei sonnigem Wetter kann man die waghalsigen Flugmanöver der Modellflieger beobachten. Danach geht es noch ein kurzes Stück auf dem Deich entlang, ehe man links auf einen Querdeich abbiegt, der uns zurück zu Haus Meer bringt.