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Meerbusch: Ein neuer Parcours für Radakrobaten

Trendsport in Meerbusch : Eine neue Anlage für Radakrobaten

Der TSV Meerbusch bietet künftig die Trendsportart Slopestyle an. Ein provisorisch genutztes Areal im Wald mussten die Moutainbiker aufgeben. Derzeit wird in Lank-Latum ein rund 500 Quadratmeter großer Parcours gebaut.

Backflip, Superman, Suicide Nohander, Indian Air und Table Top – die für die meisten Menschen wohl völlig fremden Begriffe stehen bei den Mitgliedern des neuen Bereiches des TSV Meerbusch auf der Tagesordnung. „Mountainbike Slopestyle“ heißt die hierzulande eher noch unbekannte Disziplin, bei der die Radakrobaten auf speziellen Mountainbikes durch die Luft fliegen und dabei atemberaubende Tricks zeigen. Beim TSV gehört Slopestyle ab sofort der Abteilung Skifahren und Inliner an. „Wer heutzutage Kinder und Jugendliche für Vereinssport begeistern möchte, muss neue Wege gehen“, betont TSV-Vorstandsmitglied Frank Poschmann. „Das klassische Angebot wie Fußball, Tennis oder Badminton reicht nicht mehr aus. Daher erweitern wir unsere Palette sehr gerne mit solchen Trendsportarten.“

Der Bereich Slopestyle umfasst beim TSV bereits einige Mitglieder und wird seinen außergewöhnlichen Sport künftig auf der Theodor-Mostertz-Sportanlage ausüben. Bis es so weit ist, dauert es jedoch noch ein paar Monate. Derzeit ist der rund 500 Quadratmeter große Erdhügelparcours im Bau. „Uns fehlen noch knapp 2000 Euro für die Finanzierung des Aufbaus der Zaunanlage und die geschlossene Brüstung des Containers, der als Startrampe dient. Wir sind aber zuversichtlich, bald neue Sponsoren aufzutreiben, so dass wir damit rechnen, spätestens im Frühjahr 2021 loslegen zu können“, sagt Mountainbike-Sportwart Martin Hirner.

Slopestyle sei eine der spektakulärsten Wettkampfformen im Mountainbiken, die eigentlich aus dem Snowboarden komme. Das so genannte Dirtjump beschreibt das Fahren auf künstlich angelegten Erdhügeln, die einen Absprung und ein Landung haben. Die Teilnehmer müssen dabei nacheinander einen Hindernisparcours bewältigen. „Sie springen dabei durch die Luft und versuchen, verschiedenste Tricks auszupacken, die bei Wettbewerben von Kampfrichtern bewertet werden“, erklärt Hirner.

Früher gingen mehrere Jugendliche ihrem Hobby nahe des Sportplatzes an der Lanker Pappelallee auf einem provisorisch errichteten Areal im Wald nach. Die Stadt hatte das eine Zeit lang geduldet, ehe sie das Ganze Ende des vergangenen Jahres stoppte. Stattdessen überließ sie dem TSV unter bestimmten Auflagen das Gelände an der Nierster Straße. Bei der Konzeption der neuen Anlage sind die Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Alter von zwölf bis 25 Jahren stark eingebunden. „Es war von Anfang an klar, dass sie sich für dieses Projekt engagieren und Verantwortung übernehmen müssen“, unterstreicht Hirner.

Große Bedenken hatte er dabei aber nicht, denn ähnlich wie bei Skatern oder Snowboardern hat sich auch bei den Slopestylern eine Szene entwickelt, die sehr stark zusammenhält und eine große Solidarität untereinander zeigt. Oftmals ist es so, dass sich die Älteren um die Jüngeren in der Gruppe kümmern und sich beispielsweise dafür verantwortlich fühlen, ihnen auf sichere Art und Weise die Tricks beibringen „Dieses Verhalten beeindruckt mich und zeigt mir, dass man sich auf die Jungs verlassen kann“, sagt Hirner, dessen Sohn Paul (17) ein leidenschaftlicher Mountainbiker ist.

Da Slopestyle jedoch kein ungefährlicher Sport ist, muss der TSV künftig dafür sorgen, dass zum einen ausschließlich Mitglieder die Anlage benutzen, und zum anderen die Fahrer stets die erforderliche Schutzkleidung tragen. Hirner setzt auch hierbei auf die Eigenverantwortung der „Kids“. „Sie wissen um die Gefahren und ich habe großes Vertrauen in sie, dass ich in dieser Hinsicht keine Probleme sehe“, sagt der 52-Jährige.

Wer Interesse an Mountainbike Slopestyle hat, kann sich bei TSV-Sportwart Martin Hirner melden: 0171/4448554 oder martinhirner68@gmail.com