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Meerbusch: Ein Friedenskonzert für die Ukraine am Alten Kirchturm

Kultur in Meerbusch : Ein Friedenskonzert für die Ukraine

Der Design-Professor Wilfried Korfmacher hat mit Musikern eine Initiative gestartet: Sie beginnt mit einem Konzert am Pfingstsamstag um 11.55 Uhr am Alten Kirchturm. Das Team wirbt um Freundschaften und Hilfe gegen den Krieg.

Das russische Wort „Mir“ steht sowohl für die Welt wie für Frieden. „So bringt die slawische Sprache auf den Punkt, was alle Menschen bewegt“, findet Wilfried Korfmacher, diplomierter Professor im Fachbereich Design der Hochschule Düsseldorf und Geschäftsführer der Büdericher Agentur Zeichenverkehr. Er fragt sich und seine Mitmenschen: „Was können wir zum Welt-Frieden beitragen?“ Als eine Antwort darauf, hat er mit seinem Team die Website welt-frieden.com erstellt. Er versteht sie als ein Beitrag zur Vermittlung in dem aktuellen osteuropäischen Konflikt und gleichzeitig als Forum für internationale Kommunikation. Korfmachers Anteil ist ein Konzert, das unter dem Titel „MIRBUSCH-Vitalerina“ am Samstag um Fünf vor Zwölf (11.55 Uhr) am Alten Kirchturm stattfindet.

Dahinter steht ein Wunsch der Sopranistin Ekaterina Alexandrowna Zhuravskaya und des Pianisten Vitali Alexandrowitsch Zhalnerovich: „Sie suchten nach Ausbruch des russisch-ukrainischen Krieges meinen Rat. Sie wollten etwas für die Menschen in den Krisengebieten tun.“ Korfmacher lud das weißrussische Ehepaar – er hat ihnen passend zum Aufbau ihrer jungen Karriere und zusammengesetzt aus ihren Vornamen den Titel „Vitalerina“ gegeben – zu einem Konzert als Sechswochenamt für seine im Februar verstorbene Ehefrau Maria Mancino nachhause ein. Um eine größere Resonanz zu erzielen, wurde ein öffentlicher Auftritt zum Pfingstfest am Kirchturm, dem Mahnmal für die Toten beider Weltkriege in Büderich, vereinbart.

 Wilfried Korfmacher mit dem kyrillischen Logo „Mir“ (Welt, Frieden)
Wilfried Korfmacher mit dem kyrillischen Logo „Mir“ (Welt, Frieden) Foto: Ksenia Dobrotvorskaya
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Dort werden unter anderem osteuropäische Volkslieder, Arien und das Ave Maria zu hören sein: „Auf Einladung des Bürgermeisters Christian Bommers und unter der Schirmherrschaft des Landrats Hans-Jürgen Petrauschke werben wir im Rahmen des Büdericher Schützenfests um humanitäre Hilfe.“ Aber Wilfried Korfmachers Idee ist umfangreicher und geht viel weiter: „Was nach Pfingsten hier bei uns vor Ort und draußen in der Welt geschieht, wird sich zeigen. Was tun?“ Eine Kampagne könnte dazu führen, die Nothilfe, den Wiederaufbau und den Friedensprozess in der Ukraine voranzutreiben: „Die Idee ist es, dem Krieg zwischen Staaten die Freundschaft zwischen Menschen gegenüberzustellen. Meerbusch geht voran und bewirbt sich um eine Partnerschaft mit einer Stadt, die ebenfalls das ‚Meer‘ im Namen führt.“ Dabei denkt Korfmacher an Mariupol am Asowschen Meer, das zum Signal für schlimmste menschliche Missetaten geworden ist: „Mit ihrem Namen verbinden sich heute größte Kriegsgräuel. Dabei sind Städte doch eigentlich Burgen und damit Schutzräume – also Orte des Friedens in einer Welt.“ Die Gedanken gehen weiter: „Was wäre, wenn Meerbusch auch nach Pfingsten ‚Mirbusch‘ bleibt und wir den Menschen in Mariupol in Solidarität die Hand reichen, dieser symbolischen Geste konkrete Taten folgen lassen und alle anderen Städte weltweit bitten, es uns nachzutun?“

 Die weißrussischen Musiker Ekaterina Alexandrowna Zhuravskaya und Vitali Alexandrowitsch Zhalnerovich werben mit dem Konzert um humanitäre Hilfe.
Die weißrussischen Musiker Ekaterina Alexandrowna Zhuravskaya und Vitali Alexandrowitsch Zhalnerovich werben mit dem Konzert um humanitäre Hilfe. Foto: Ksenia Dobrotvorskaya

In diesem Sinne wird auf der Website meerbusch-mariupol.com zu einem Forum der Freundschaft eingeladen. Und auf duesseldorf-mariupol.com gibt eine Initiative zur Partnerschaft zwischen der Hochschule Düsseldorf und der Mariupol State University einen weiteren Impuls zur Städtefreundschaft. „Und wenn nach Paris, Rom und London auch New York, Rio de Janeiro oder Tokio dazustoßen, gehören bald auch Sydney, Peking und Lagos sowie Neu-Delhi, Montreal sowie Kapstadt und hoffentlich am Ende auch Moskau zum globalen Bund des Friedens in der Welt.“

Wilfried Korfmacher hofft, dass er mit dem Pfingstkonzert Aufmerksamkeit schaffen und Hoffnung wecken kann: „Wir möchten zu weltweiter Gemeinschaft anregen und bitten um Hilfe für Menschen in größter Not. Aktionen gibt es schon viele. Wer sich persönlich engagieren oder Geld spenden möchte, kann das auch unter Meerbusch für die Ukraine, Rhein-Kreis Neuss für die Ukraine, Welthungerhilfe für die Ukraine oder SOS-Kinderdörfer tun.“