Meerbusch: Ehrenamt-Forum der Diakonie wird eingestellt

Entscheidung der Meerbuscher Diakonie : Das Ehrenamt-Forum wird eingestellt

Die Diakonie hat das Ehrenamt-Forum Ende August eingestellt. Das Interesse sei zunehmend geringer geworden, so die Begründung. Nun versuchte die SPD den Sozialausschuss von einer anderweitigen Fortführung des Projektes zu überzeugen.

 Ende August hat das Ehrenamt-Forum seine Arbeit eingestellt. 2007 hatten die Stadt Meerbusch und die Diakonie die Einrichtung gegründet, um die Arbeit von Ehrenamtlichen besser koordinieren zu können. Während die Federführung des Projekts bei der Diakonie lag, gab es eine finanzielle Unterstützung von der Stadt. Neben einem Sachkostenzuschuss beteiligte sich die Stadt lange auch mit 26.000 Euro an den Personalkosten. Doch dieser Zuschuss wurde vor drei Jahren gestrichen, um eine sozialpädagogische Stelle für Flüchtlinge zu finanzieren. Diesen Wegfall konnte die Diakonie jedoch nicht kompensieren, so dass Wilfried Pahlke, Pfarrer der Evangelischen Gemeinde Büderich, bereits vor einem Jahr das Aus der Institution ankündigte.

Damals hatte er jedoch noch um eine erneute finanzielle Förderung des Ehrenamt-Forums gebeten, um die Arbeit fortführen zu können. Die Mitglieder hatten damals einstimmig entschieden, im Beirat des Ehrenamt-Forums ein neues Konzept erarbeiten zu wollen und sich gegebenenfalls wieder mit 20.000 Euro an den Personalkosten zu beteiligen.

Doch auch das konnte offenbar nichts mehr an dem Ende der Institution ändern. Mitte August teilte Wilfried Pahlke der Verwaltung schließlich mit, dass das Forum unabhängig von einer weiteren Förderung durch die Stadt nun doch eingestellt werde. Gründe dafür seien eine Umstrukturierung innerhalb der Diakonie sowie ein rückläufiges Interesse an dem Angebot, das sich in der Vergangenheit gezeigt habe. Zudem gebe es durch Initiativen wie „Meerbusch hilft“ genug andere Ansprechpartner. Ähnlich sieht es die Verwaltung, die deshalb von einer Fortführung ohne die Diakonie absehen möchte, wie sie dem Sozialausschuss am Mittwochabend berichtete.

„Es ist bedauerlich, dass eine Fortführung nicht zustande gekommen ist“, sagte Heidemarie Niegeloh (SPD), die das Projekt hingegen nicht so schnell aufgeben und stattdessen ein neues Konzept erarbeiten lassen wollte. Zuspruch gab es von den Grünen. „Es wäre gut, wenn wir das zusätzliche Potenzial an Ehrenamtlichen nutzen könnten“, sagte Joris Mocka. Nicht jeder kenne den richtigen Ansprechpartner für gesellschaftliches Engagement.

Anders war hingegen die Meinung bei CDU und FDP. „Es ist zu viel des Guten“, sagte Gabriele Pricken (CDU) in Hinblick auf die bereits bestehenden Träger. „Es war damals eine schöne Idee, aber diese hat sich überholt“, ergänzte Michael Bertholdt (FDP). Im Internet könne jeder selbst nach für sich passenden Institutionen suchen.

Mit den Stimmen von CDU und FDP folgte der Ausschuss schließlich der Empfehlung der Verwaltung, das Ehrenamt-Forum vorerst – wie betont wurde – ruhen zu lassen. „Mit diesem Beschluss ist das Ehrenamt-Forum tot“, ärgerte sich Heidemarie Niegeloh von der SPD. Denn wenn das im Haushalt bereitgestellte Geld einmal weg sei, bekomme man es nicht mehr zurück.

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