Landwirtschaft in Meerbusch Der eigene Salat schmeckt am besten

Osterath · Im zweiten Jahr können Hobbygärtner auf dem Hof von Familie Hoerschgens in Osterath ein kleines Feld selbst beackern. Dort bauen sie Salat, Kohl, Tomaten und Wirsing an. Dabei wird Müll und CO2 eingespart.

 Andrea Hömberg und Vicky Paschalidou (rechts) haben ihren Garten „Ceres“ genannt, nach der römischen Göttin des Ackerbaus und der Landwirtschaft.

Andrea Hömberg und Vicky Paschalidou (rechts) haben ihren Garten „Ceres“ genannt, nach der römischen Göttin des Ackerbaus und der Landwirtschaft.

Foto: RP/Anke Kronemeyer

Die einen haben 40 Quadratmeter gepachtet, die anderen 80. „Uns reichen die 40 auf jeden Fall“, sagen David und Barbara Blackall. Sie waren im vergangenen Jahr schon zur Premiere der Mietergärten an den Bommershöfen dabei und wissen, wieviel Arbeit selbst ein kleines Feld bedeuten kann. Die zwei kommen regelmäßig, jäten fleißig Unkraut, rupfen Radieschen für den Salat zu Hause aus, gießen das Feld und freuen sich schon auf die Bohnen, die bald am eigens aufgestellten Rankgitter hochklettern.

Das Ehepaar lebt in Osterath, sie arbeitet als Wirtschaftsingenieurin in Heerdt, ihr 75-jähriger Mann hat früher als Bergführer gearbeitet und ist jetzt noch als Erlebnispädagoge an den Internationalen Schulen in Köln, Stuttgart und Frankfurt aktiv. Die Natur spielt für beide eine große Rolle, darum kommen sie auch mit Tochter Daisy regelmäßig auf das eigene kleine Feld.

 In eigens aufgebauten kleinen Gewächshäusern zieht Uwe Rüßeler auf seinem Feld Tomaten hoch.

In eigens aufgebauten kleinen Gewächshäusern zieht Uwe Rüßeler auf seinem Feld Tomaten hoch.

Foto: RP/Anke Kronemeyer

Bei der Gemüse-Ernte profitieren sie wie die anderen Gartenpächter auch davon, dass Georg Hoerschgens schon im Frühjahr die meisten Sorten ausgesät hat. So hatten die Pächter bald Erfolge und konnten rasch etwas ernten. Einige Sorten durften sie aber auch selbst anbauen: Bei Ehepaar Blackall sind das Kürbis, Gurken und eben die Bohnen. Ein paar Meter weiter schaut Uwe Rüßeler nach seinen Tomaten, die er in einem Mini-Gewächshaus hochzieht. „Sind noch nicht reif“, befindet er und kümmert sich um das andere Gemüse.

 David und Barbara Blackall haben ein Rankgitter für die Bohnen gebaut.

David und Barbara Blackall haben ein Rankgitter für die Bohnen gebaut.

Foto: RP/Anke Kronemeyer

Er und seine Frau Melanie, die beide im ersten Jahr dabei sind, bereiten sich immer wieder andere Salate zu und experimentieren gemeinsam am Herd mit den Früchten ihrer Ernte. Die 230 Euro, die sie pro Saison (die großen Felder kosten 400 Euro) für die Pacht zahlen, stünden in keinem Verhältnis zu den aktuell teuren Einkäufen im Supermarkt. Für den Maler und Anstreicher ist die Fahrt aufs Feld und die Arbeit mit Melonen und Zucchini ein schöner Ausgleich zur Arbeit. „Manchmal komme ich mit dem Fahrrad aus Kaarst und setze mich hier mit einer Flasche Bier auf die Bank und kann gut entspannen.“

Dass hier jeder Garten einen eigenen Namen hat, ist Programm. Der von Familie Blackall heißt auf Vorschlag der Tochter „Magic Farm“, der von Rüßeler „Klein-Auenland“, und der nebenan ganz prosaisch „Ceres“. Vicky Paschalidou erklärt: „Ceres ist römische Göttin des Ackerbaus und der Landwirtschaft – wir dachten, das passt.“ Sie und ihre Freundin Andrea Hömberg – die eine Architektin bei der Stadt Düsseldorf, die andere niedergelassene Kinderärztin in Fischeln – sind im ersten Jahr dabei und haben große Freude am eigenen Gemüse. Salat, Wassermelonen, Artischocken, Stielmus, Tomaten, Rucola und Mangold stehen demnächst auf ihrem Speiseplan. Und weil Vicky aus Griechenland stammt, hat sie griechische Zwiebeln und scharfe Peperoni gepflanzt.

Beide wissen aber auch, dass sie enorm viel Gemüse ernten werden und sich sicher einige Freunde darüber freuen. David Blackall weiß es aus dem letzten Jahr: Gerade in der Urlaubszeit könne man nicht alles verwerten, was dort wächst. „Das wird dann verschenkt, es haben auch viele etwas zur Meerbuscher Tafel gebracht.“

Alle Gärtner sind sich auf jeden Fall sicher: „Der Salat, den man selbst geerntet hat, schmeckt am besten und ist nicht mit dem aus einem Discounter zu vergleichen.“ Barbara Blackall: „Wir wissen ja, wo unser Gemüse wächst.“ Es ist zwar kein Bio-Gemüse, gleichwohl verzichtet Georg Hoerschgens auf Pestizide und versucht, so naturnah wie möglich anzubauen. Alle Hobbygärtner freuen sich schon auf das Ende der Gartensaison – denn dann soll auf dem Hof von Familie Hoerschgens ein großes Erntedankfest gefeiert werden.

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