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Meerbusch: Bürger können Patenschaft für Blühstreifen übernehmen

Lank-Latum : Meerbuscher können Patenschaft für Blühstreifen übernehmen

Nach der Premiere im vergangenen Jahr beteiligen sich nun 14 Landwirte mit 34 Parzellen in allen Ortsteilen. Die Saatmischung wurde verbessert.

Rund 400 Meter lang und sechs Meter breit ist der erste Blühstreifen, der kurz vor Ostern am Feldrand in Lank-Latum eingesät wurde. „In spätestens zwei Wochen wird man dort etwas sehen“, sagt Landwirt Frank Neukirchen, der im Team der Meerbuscher Blühstreifen-Aktion für die Saatmischung zuständig ist. „Wir haben die Mischung in diesem Jahr optimiert.“ Neu enthalten sind etwa Klatschmohn, Kornblume und Wiesenmargherite. „Außerdem die Ringelblume, die bis in den Herbst blüht.“

Im vergangenen Frühjahr hatte die Aktion, eine Kooperation zwischen dem Hegering und Meerbuscher Landwirten, Premiere. Die Idee: Bürger können für Flächen zwischen 50 und 1000 Quadratmeter eine Patenschaft übernehmen. Kosten: 50 Cent pro Quadratmeter. Der Landwirt sät auf der Fläche eine Blumenmischung ein, die Stadt stellt ein Schild auf, das auf den Paten hinweist. Zusätzlich verdoppelt der Landwirt die jeweilige Fläche und bepflanzt diese auf eigene Kosten. Neun Landwirte waren 2019 dabei, in diesem Jahr sind es 14. „Wir bieten nun 34 statt 18 Parzellen in allen Ortsteilen an“, sagt Bernhard Leuchten, stellvertretender Hegeringleiter und Organisator der Aktion. „In diesem Jahr wurde die Gesamtfläche auf 100.000 Quadratmeter nahezu verdoppelt.“

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Die Aktion war 2019 ein großer Erfolg, 106 Meerbuscher übernahmen die Patenschaft für 22.700 Quadratmeter Blühstreifen. Monika Brentrup aus Ilverich etwa ging im vergangenen Jahr leer aus. „In diesem Jahr haben mein Mann und ich eine 200 Quadratmeter große Parzelle bekommen“, freut sie sich. „Ich bin Naturliebhaberin und finde es schön, in meiner unmittelbaren Umgebung etwas tun zu können.“

Die Blühstreifen sollen Tieren wie Fasanen, Rebhühnern oder Hasen als Rückzugsort und Insekten als Nahrungsquelle dienen, erklärt Leuchten. Auch Alexander Roos, 25-jähriger Agrarstudent, und sein Vater Rainer sind seit Beginn dabei. „Wenn wir Landwirte zukunftsfähig bleiben wollen, müssen wir mehr auf die Leute zugehen“, sagt Alexander Roos. Die Patenaktion sei da eine gute Möglichkeit.

Bislang sind Patenschaften für rund 17.000 Quadratmeter vergeben, 50.000 stehen zur Verfügung. „In der Corona-Krise ist unsere Aktion bislang leider ein wenig untergegangen“, sagt Bernhard Leuchten „Aber obwohl wir jetzt schon einsäen, können sich Interessierte noch bis Ende Mai anmelden.“

Patenschaftsantrag unter www.hegering-meerbusch.de