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Meerbusch: Brunnen spiegeln Kunst und Historie

Von Künstlern gestaltet : Meerbuscher Brunnen spiegeln Kunst und Historie

Wasserelemente laden in den Dörfern zum Verweilen und Genießen ein. Bekannte Künstler, oft aus Meerbusch, haben die Brunnen geschaffen. Die Wasserspiele werden derzeit von Stadt-Mitarbeitern gereinigt und instand gesetzt.

Wasser ist ein Element, das bei vielen Menschen positive Reaktionen auslöst. Meer, Flüsse, Seen oder Tümpel sind beliebte Urlaubs- und Naherholungsziele. Nicht ohne Grund erinnert das Logo der Stadt Meerbusch an den Verlauf des Rheins. Und bei schönem Wetter ist die Rheinfront Ziel vieler Meerbuscher – zu Fuß, per Rad und Skateboard oder mit dem Hund. Auch die Brunnen und Wasserspiele in den Ortsteilen erfreuen sich großer Beliebtheit. Die Motive und die künstlerische Gestaltung regen dazu an, die jeweilige Darstellung auf sich wirken zu lassen und möglicherweise einen heimatlichen oder religiösen Bezug zu entdecken. Zudem hat das Plätschern des Wasser etwas Meditatives. Kinder möchten am liebsten ganz hautnah das Element Wasser spüren. Da ist es eine gute Nachricht, dass die städtischen Mitarbeiter kürzlich damit begonnen haben, die bestehenden Brunnen zu reinigen und instand zu setzen. Denn gerade jetzt sind die Meerbuscher verstärkt in ihren Dörfern unterwegs, um frische Luft zu schnappen und sich zu bewegen.

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Zwölf solcher Wasserelemente gibt es bereits in Meerbusch, zwei davon sind Wasserspielplätze. Aber immer wieder wird darüber nachgedacht, weitere Akzente zu setzen, beispielsweise auf dem Dr.-Franz-Schütz-Platz. Um das Schützenfest und andere Feiern nicht zu gefährden, ist allerdings ein echter Brunnen problematisch, weil er im Weg stehen könnte. Eine gute Lösung hat Willich gefunden, das mit ähnlichen Problemen kämpfte. Die Nachbarstadt hat eine Art Springbrunnen im Boden versteckt, der im Sommer zur Freude vieler Kinder einzelne Strahlen aus dem Boden spritzen lässt. So können die Kleinen herrlich mit ihren Bobbycars darunter herfahren und sich abkühlen – ohne sich zu gefährden. Auf einem weiteren Platz in Willich wurde eine schmale Wasserrinne eingebaut, wo Kinder Schiffchen fahren lassen können. Es gibt also jede Menge Ideen, die auch in Meerbusch die bestehende Wasserlandschaft ergänzen könnten. Bislang besteht diese aus neun Brunnen, zwei Wasserspielplätzen und der Fontäne im Teich des Osterather Rathausparks.

In Büderich steht am Landsknecht der Mataré-Brunnen. Er wurde 1987 zum 100. Geburtstag Ewald Matarés, der von 1932 bis 1965 in Büderich lebte, nach einem bis dato unveröffentlichten Entwurf aus den 1930er Jahren errichtet. Das Brunnenbecken aus hellem Vulkanbeton besteht aus zwei flachen runden Schalen. Die äußere Schale hat fünf Einbuchtungen mit wassersprudelnden Kalebassen, die aus Bronze sind. Eine Knospe ragt aus der Mitte empor. Der Brunnen weckt so Assoziationen an eine geöffnete Blüte. Er besticht durch seine schlichte Schönheit, die typisch für den bedeutenden Künstler ist. Das Objekt wurde von seiner Tochter Sonja Mataré gestiftet. Die Ausführung übernahm der Mataré-Schüler Karl Franke. Rundherum sind Bänke aufgestellt, die zum Verweilen einladen.

Die Künstlerfamilie Franke hat weitere Brunnen im Stadtgebiet entworfen. Sohn Michael, der in Strümp aufwuchs, hat drei Objekte konzipiert. Dazu zählt auch der Kinderspielbrunnen von 1987, der ebenfalls in Büderich steht. Über einen kleinen Bachlauf vor der Mauritius-Grundschule führt ein geschwungener Brückensteg aus Granitbeton. An den zwei Geländern lehnen zwei Buben und ein Mädchen, die sichtlich Spaß am Wasserspucken haben. Aus dem Geländer fließt rechts und links Wasser. Mit etwas Geschick kann man trockenen Fußes zwischen den Figuren hindurchschlüpfen. Der Brunnen ist ein netter Blickfang, der das Thema Schule aufgreift, er wurde vom Meerbuscher Kulturkreis (MKK) und der Stadt gesponsert.

 Der Mataré-Brunnen am Landsknecht wurde von Sonja Mataré gestiftet, der Tochter des Künstlers.
Der Mataré-Brunnen am Landsknecht wurde von Sonja Mataré gestiftet, der Tochter des Künstlers. Foto: Angelika Kirchholtes/Angelika kirchholtes

Den dritten Büdericher Brunnen kennen nur wenige Menschen. Er steht mehr im Verborgenen auf dem Schulhof der Mauritiusschule. Er wurde von dem Künstler Will Hanebal entworfen, der von 1941 bis 1982 im Büdericher Rheinfeld lebte. Dort, direkt neben seinem Wohnhaus, ist heute ein kleiner Platz nach ihm benannt. 1960 wurde der Bärenbrunnen installiert, in dessen Mitte sich zwei kleine Bären aneinander kuscheln. Im runden Becken sind Fische aus Mosaiksteinen eingelegt. Wenn er in Betrieb ist, sprudelt in Intervallen das Wasser – zur Freude der Kinder.