Meerbusch: Anwohner am Ostara-Gelände ärgern sich wegen Lärm

Bürgermonitor Meerbusch : Ostara: Lärmschutz ist nicht in Sicht

Die geplanten Bürogebäude auf dem Ostaragelände lassen auf sich warten. Anwohner fordern provisorische Maßnahmen, um die Geräuschkulisse zu mildern. Denn Bäume und Büsche wurden auch bereits entfernt.

„Als wir uns für eine Wohnung in einem Mehrfamilienhaus an der Werkstraße auf dem ehemaligen Ostaragelände interessierten, wurde uns zugesichert, dass zwischen dem Haus und den Bahngleisen ein Lärmschutzwall – bestehend aus Kleingewerbe und Bürogebäuden – zeitnah entstehen würde“, erzählt Rudolf Friedrich, der nun seit Oktober 2017 in der betreffenden Wohnung wohnt. Doch passiert ist bisher nichts.

Still und öde liegt das Brachland da, von Bauarbeiten keine Spur. Die Anwohner blicken auf Wildkräuter, Schotter und einen Maschendrahtzaun, wahrlich kein schöner Anblick. „Besonders nachts fahren hier fast viertelstündlich Güterzüge durch“, berichtet der Neubürger. Diese seien besonders lang. Sein Schlafzimmer liege nach vorne raus, Richtung Osterather Bahnhof. Nur wenn die dreifach verglasten Fenster geschlossen seien, könne man ruhig schlafen. Wo bleibt also der versprochene Lärmschutz? Oder wenigstens eine provisorische Alternative?

Um darüber Auskünfte zu erhalten, meldete sich Friedrich bei der öffenltichen Informationsveranstaltung zur Bahnunterführung in osterath am 26. Juni zu Wort. Die Antwort des Technischen Dezernenten Michael Assenmacher empfand er als „unverschämt“. Denn er erfuhr, dass die Mehrfamilienhäuser an der Werkstraße als Lärmschutz für die dahinter liegenden Reiheneinfamilienhäuser fungieren würden. „Was ist mit den Menschen, die in den Häusern Werkstraße 1-7 leben? Sind wir als Anwohner der Stadt Meerbusch egal?“, fragt er.

Es sei alles rechtens, so wie es sich heute darstelle, informiert Assenmacher auf Anfrage unserer Redaktion. Auch im jetzigen Zustand würden die gesetzlichen Lärmwerte eingehalten. Er räumt ein, dass der versprochene Gebäuderiegel noch auf sich warten lasse. Das Interesse an dem recht großen Grundstück sei nicht so hoch wie erwartet: „Die Nachfrage ist zäh.“ Der Stadt schwebt vor, dass sich möglichst nur ein bis zwei Firmen das Grundstück teilen. Es befindet sich zu zwei Dritteln im Besitz der Stadt und zu einem Drittel im Besitz der Firma Ten Brinke. Alternativ könnten dort mehrere kleinere Firmen untergebracht werden, aber meist würden die Banken erst dann finanzieren, wenn 80 Prozent der Fläche vermietet sei, so der Dezernent. Doch viele Firmen würden passgenaue Angebote wie im Strümper Gewerbegebiet Bundenrott vorziehen. Ein konkretes Datum für einen Baubeginn könne er daher nicht nennen.

Diese Aussagen stellen Rudolf Friedrich und seine Lebensgefährtin Elke Kamp nicht zufrieden. Mutmaßungen, dass der Vergabeprozess dermaßen in die Länge gezogen werde, um ein Bürgerhaus oder die zentrale Feuerwache an der Ladestraße anzusiedeln, tragen nicht gerade zu einem ruhigen Schlaf bei. Vielleicht solle das Areal auch für die Großmaßnahme Bahnunterführung als Zufahrt und Abstellplatz für die Baumaschinen und Baucontainer dienen?, fragt sich Friedrich. Wenn das große Buddeln beginne, werde der Lärm sicher noch einmal größer. Er fordert daher als Interimslösung einen provisorischen Lärmschutz, den man zum Beispiel aus dem Aushub der Großbaustelle gewinnen könne. Denn die bisher vorhandenen Bäume und Büsche an den Bahngleisen, die ein wenig Lärm- und Sichtschutz geboten hätten, seien radikal entfernt worden.

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