Meerbusch : Ab Mittwoch startet Plastikfasten

Aktion : Plastikfasten für mehr Nachhaltigkeit

Meerbuscher Kirchengemeinden und der BUND Meerbusch engagieren sich gemeinsam für die Reduzierung von Kunststoff.

Am heutigen Aschermittwoch beginnt die Fastenzeit – das ist die Zeit, in der Christen bewusst verzichten. Diesmal nicht auf Schokolade oder Alkohol sondern auf Plastik. Zumindest wenn es nach den katholischen und evangelischen Kirchengemeinden in Meerbusch geht. Die Pfarrgemeinden rufen in diesem Jahr erstmals gemeinsam mit dem BUND (Bund für Natur und Umweltschutz) Meerbusch zum Plastikfasten auf. „Dieser hemmungslose Konsum muss hinterfragt werden“, sagt Andrea Blaum, Vorsitzende des BUND-Ortsgruppenverbandes Meerbusch. Dafür haben sich die Umweltschützer verschiedene Aktionen überlegt: In der Stadtbibliothek in Büderich (Dr.-Franz-Schütz-Platz) steht ein Bücherturm, in dem es Literatur über Plastikvermeidung gibt. Außerdem sind die Veranstalter neugierig auf die Erfahrungen der Teilnehmer beim Plastikfasten. Diese können deshalb über ihre Erlebnisse schreiben oder Fotos machen und bis Montag,18. März, per E-mail an bund.meerbusch@bund.net schicken. Unter allen Einsendern werden fünf Bücher zum Thema verlost. Auch die Pfarrereien haben sich verschiedene Projekte überlegt. So erzählt Pfarrer Wilfried Pahlke von der Evangelischen Kirchengemeinde Büderich beispielsweise, dass er seine Konfirmanden dazu aufgerufen hat, einen Tag lang sämtlichen Kunststoff in Säcken zu sammeln, der sich bei ihnen zu Hause anhäuft. Anschließend sollen die Jugendlichen den kompletten Plastikmüll zusammentragen, um sich so den eigenen Plastikkonsum vor Augen zu führen, erklärt der Geistliche. Heike Gabernig, Pfarrerin in der Evangelischen Kirchengemeinde Lank, plant eine ähnliche Aktion und appelliert auf diese Weise an das Umweltbewusstsein der Jugendlichen. Pfarrer Michael Berning von der Katholischen Pfarrgemeinde Sankt Mauritius und Heilig Geist in Büderich wirbt ebenfalls fürs Plastikfasten. Fasten sei für Christen generell ein „großes Thema“. Es sei wichtig, sich von allen „Abhängigkeiten und Süchten“ zu befreien. Der Geistliche unterstützt den „plastikfreien Freitag“, zu dem der BUND Meerbusch aufruft, und ermutigt seine Gemeindemitglieder zur Teilnahme an dieser Aktion. Er regt außerdem an, verantwortungsbewusster mit Plastik umzugehen oder gleich auf Alternativen zurückzugreifen.

Andree Teramachi, Astrit Hansen und Andrea Blaum von der Meerbuscher BUND-Gruppe  wollen Plastik vermeiden. Foto: RP/Nina Kafaii

Die Vertreter der Pfarrgemeinden betonen, dass sie Plastik nicht verteufeln, sondern lediglich erreichen wollen, dass die Menschen bewusster mit nicht recycelbaren Materialien umgehen. Andrea Blaum ergänzt: Plastik zu recyceln sei so gut wie unmöglich. „Wer die Umwelt schonen möchte“, sagt sie, „sollte Kunststoff vermeiden.“