Meeerbuscher Kriminalität geht zurück

Bilanz 2018 : 2101 angezeigte Straftaten in Meerbusch

Die Bilanz für das Jahr 2018 fällt gut aus. Die Kriminalstatistik zeigt: In allen Bereichen sind die Zahlen zurückgegangen. Brennpunkte in Sachen Gewalt gebe es in der Stadt nicht. Die Polizei setzt weiterhin auf Prävention.

Weniger Einbrüche, weniger Betrugsfälle, weniger Diebstähle und weniger Gewalt. „In Meerbusch lässt es sich gut und sicher leben“, sagt Thomas Pilz, Erster Polizeihauptkommissar der Meerbuscher Wache, mit Blick auf die Zahlen der Kriminalitätsstatistik für 2018. Denn die sind in allen Bereichen rückläufig: Im vergangenen Jahr wurden in Meerbusch insgesamt 2101 Straftaten registriert, das sind 665 weniger als im Vorjahr. Pilz: „Nach Zahlen steht die Stadt glänzend da.“

Woran genau das liegt, können der Polizeichef und sein Kollege, Kriminalhauptkommissar Bernd Zimmerling, nicht sagen. „Da gibt es zu viele Faktoren, die eine Rolle spielen“, erklärt Zimmerling. Komme beispielsweise ein Wiederholungstäter in Haft, wirke sich das unmittelbar auf die Fallzahlen aus. Und bei der täglichen Polizeiarbeit spiele immer auch „Kommissar Zufall“ eine Rolle. Sicher sei jedoch: „Wir geben stets unser Optimum.“ Dabei seien die Kollegen der Wache Meerbusch aber immer auch auf die „Mitarbeit“ der Bürger angewiesen. Zimmerling: „Prävention, Aufmerksamkeit und eine gesunde Portion Misstrauen sind wichtig.“

Wer an Kriminalität in Meerbusch denkt, dem fallen spontan Straftaten wie Einbrüche, Auto- und Navidiebstähle ein. „Diese Fälle werden in der Öffentlichkeit einfach am stärksten wahrgenommen“, sagt Thomas Pilz. Schlägereien oder Messerstechereien hingegen scheinen die Ausnahme zu sein. Und tatsächlich: „Deliktbrennpunkte in Sachen Gewalt gibt es in Meerbusch nicht“, sagt der Polizeichef. Die Zahlen im Bereich Gewaltkriminalität – dazu gehören etwa Raub, Vergewaltigung und schwere Körperverletzung – sind von 71 auf 45 im Jahr 2018 gesunken.

Die Zahlen im Detail: In Meerbusch wurden im vergangenen Jahr 111 Einbrüche angezeigt, das sind 33 weniger als im Jahr davor. Pilz: „Wohnungseinbrüche sind natürlich immer ein Thema, vor allem für die Betroffenen.“ In Meerbusch seien jedoch sehr viele Häuser sehr gut gesichert. Das schrecke potentielle Einbrecher oft ab. „Denn die wollen einfach nur schnell rein und schnell wieder raus.“ Die Taktik der Täter beim Einbruch sei meist dieselbe: Sie nähern sich von hinten dem Gebäude und versuchen, Fenster oder Terrassentür aufzuhebeln. Die gute Nachricht: Wegen der modernen Sicherungstechnik scheiterten mittlerweile knapp die Hälfte der Einbrüche in Meerbusch.

Möglichkeiten, sein Haus oder die Wohnung zu sichern, gebe es viele, auch schon „für kleines Geld“, wie der Fachmann betont. Ebenso simpel wie wirksam sei immer noch die Methode, das Licht anzulassen. Bernd Zimmerling erzählt: „Die Mehrfachtäter beispielsweise, die Mitte Januar in Neuss festgenommen wurden und auch in Meerbusch aktiv waren, haben im Verhör gesagt, dass sie nur in Häuser eingestiegen seien, die nicht beleuchtet waren.“

Für Fahrräder und Autos gilt ähnliches wie für Häuser: Auf die Sicherung kommt es an. „Ein gutes Fahrradschloss kostet an die hundert Euro“, sagt Zimmerling. 226 Räder wurden in 2018 in Meerbusch gestohlen (2017: 280). Die meisten davon am Osterather Bahnhof und an den U-Bahn-Haltestellen. Die Zahl der Autodiebstähle blieb im Jahr 2018 annähernd gleich: 46 Autodienstähle wurden angezeigt (Vorjahr 50). Zimmerlings Tipp: „Wer eine Garage hat, sollte diese auch für sein Auto nutzen und nicht für Gartenmöbel oder Rasenmäher.“ Ganz oben auf der Hitliste der Autodiebe standen auch in 2018 „die renommierten deutschen Automarken“.

Aber nicht nur komplette Fahrzeuge werden gestohlen, sondern immer wieder auch Zubehör aus Fahrzeugen, hauptsächlich Lenkräder oder Navis. Von diesen sogenannten Diebstählen aus/an Kfz gab es im vergangenen Jahr 140 (Vorjahr 274). „Das ist ein enormer Rückgang“, betont Thomas Pilz.

Auch im Bereich Betrug ist die Zahl zwar gesunken (von 598 auf 295). Aber oft würden solche Delikte gar nicht angezeigt, weil die Täter im Ausland sitzen oder es sich um Internetbetrug handelt. Zimmerling: „Dann denken die Opfer, dass es sowieso kaum Chancen auf Aufklärung gibt.“

Sorgen bereiten der Polizei auch immer wieder solche Betrügereien, bei denen ältere Menschen die Opfer sind. „Wir raten den Leuten immer, lieber die 110 anzurufen und nachzufragen, wenn sie Zweifel haben.“ Zum Glück würden die Bürger das verstärkt auch machen. Scheu müsse dabei keiner haben. Beide Beamte betonen: „Uns ist es lieber, dass einer zehnmal zu viel anruft als einmal zu wenig.“

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