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Meerbusch: Mataré-Gymnasium bald mit Chorklasse

Meerbusch : Mataré-Gymnasium bald mit Chorklasse

Um das musikalische Talent seiner Schüler zu fördern, will das Gymnasium nach den Sommerferien erstmals in der Jahrgangsstufe 5 eine Chorklasse öffnen. Kooperationspartner ist die Musikschule, Vorbild für das Ganze die Singpause

Singen löst viele positive Gefühle in Kindern aus und fördert den Gemeinschaftssinn. Darin sind sich Anne Burbulla, Leiterin der städtischen Musikschule, und Christian Gutjahr-Dölls, Direktor des Mataré-Gymnasiums, einig. Daher wird das Gymnasium mit Beginn des nächsten Schuljahres eine "Chorklasse" in der Eingangsstufe 5 bilden, die sich insbesondere aus Kindern zusammensetzen soll, die in ihrer Grundschule an der Singpause teilgenommen haben und gerne weitersingen möchten.

Vor sieben Jahre startete die Musikschule das Projekt Singpause in den Meerbuscher Grundschulen, das inzwischen fast überall begeistert aufgegriffen wurde. Zweimal pro Woche kommt Musikschullehrer Michael Krones für 20 Minuten in eine Klasse und singt mit den Kindern. Dabei erarbeiten sich die Kids spielerisch musikalische Grundkenntnisse sowie ein breites internationales Liederrepertoire, das sie mit viel Spaß auch öffentlich vortragen. Da die Singpause in den Unterricht eingebettet ist, erreicht sie alle Kinder, nicht nur die, die an der Musikschule eingeschrieben sind. Im Mataré-Gymnasium soll nun weitergesungen werden. Und das in einem erweiterten zeitlichen Rahmen. "Eine der vorgesehenen Musikstunden der Jahrgangsstufe fünf wird bei der Chorklasse komplett der Singpause gewidmet", erklärt Krones. Mit dieser Fortführung über die Grundschule hinaus soll sowohl der musikalische Faden weitergesponnen als auch der Chorbereich des Gymnasiums gestärkt werden. "Wir wünschen uns, dass die Kinder dieser Klasse auch beim Unterstufenchor mitmachen", erklärt Stella Antwerpen, die die Chorarbeit im Mataré leitet. Neben dem Unterstufen- gibt es einen Mittelstufen- und einen Oberstufenchor sowie einen Lehrer-Eltern-Chor.

Aber nicht nur in Sachen Singpause möchte das Büdericher Gymnasium mit der Musikschule kooperieren. Die beiden Institutionen planen in den Räumen der weiterführenden Schule einen so genannten "Drehtür-Unterricht". Das bedeutet, dass Musikschüler, die ein Instrument lernen, nicht mehr außerhalb der normalen Unterrichtszeit zum Musikunterricht gehen, sondern dass ihr Instrumentalunterricht während der Unterrichtszeit oder direkt anschließend stattfindet. "Damit entfällt die Zeit für den Weg zur Musikschule, die für die Schüler der G8 sowieso sehr knapp ist", erläutert Gutjahr-Dölls. Was für die Musikstunde nach dem Unterricht unmittelbar einleuchtet. Ungewöhnlich erscheint dagegen das Modell, dass Schüler den normalen Unterricht "schwänzen", um ihr Instrument zu spielen. "Musikbegeisterte Kinder sind in der Lage, sich den verpassten Stoff zu besorgen und nachzuarbeiten", erklärt Burbulla, die auf Modellversuche in anderen Städten verweist. Der individuelle Musikunterricht soll zudem nicht immer zur selben Stunde stattfinden, so dass verschiedene Fächer in jeweils geringem Umfang betroffen wären. Es soll jedoch kein Hauptfach ausfallen. Da im Mataré in Doppelstunden unterrichtet wird, schätzt der Schulleiter das Problem, den Anschluss zu verpassen, nicht sehr hoch ein. Platzprobleme werde es nicht geben, auch vier Flügel ständen zum Instrumentalunterricht bereit. Daher gilt auch das Angebot an Schüler der Gesamtschule, sich an dem Projekt zu beteiligen.

Genauso wie die Singpause soll auch der Drehtür-Unterricht erstmals ab Sommer 2015 mit den fünften Klassen erprobt werden.

(RP)