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Meerbusch: Marodes Bad bleibt erhalten

Meerbusch : Marodes Bad bleibt erhalten

Die Stadt wird wohl kein Geld für einen energetisch günstigen Neubau oder eine Kernsanierung des Büdericher Hallenbads in die Hand nehmen. Statt dessen sollen jährlich 250 000 Euro für Reparaturen bereit gestellt werden.

Das Büdericher Hallenbad von 1966 ist ein Sanierungsfall: Das Dach ist undicht, Heizung und Lüftung drohen immer wieder auszufallen — und die Energiebilanz ist ein Desaster. Dass das Bad trotz aller Mängel weiter betrieben wird, lässt sich die Kommune jährlich 780 000 Euro kosten. Tendenz steigend.

Das soll wohl auch weiter so bleiben. In einer gemeinsamen Sitzung diskutieren Haupt- und Sportausschuss am Donnerstag, 20. September, über die Zukunft von Meerbuschs einzigem öffentlichen Schwimmbad (17 Uhr, Aula der Realschule Osterath). Vorschlag der Verwaltung: Der Status Quo bleibt erhalten und die Stadt stellt "vorsorglich" jährlich 250 000 Euro für die Reparaturen zur Verfügung. Der Verwaltung ist dabei klar, dass "die Beibehaltung des derzeitigen Zustandes den Nachteil hat, dass die Energiekosten weiter ansteigen werden und sich spätere Sanierungs- oder Neubaukosten durch Steigerung des Baupreisindizes immer weiter verteuern werden". Die Verwaltung nennt mehrere Alternativen:

Kernsanierung. Diese würde 5,5 Millionen Euro kosten. Dadurch könnten jährlich 50 000 Euro Betriebskosten eingespart werden. Das Bad müsste dann allerdings etwa 14 Monate lang geschlossen werden.

Teilsanierung: Austausch von besonders "risikobehafteten Bauteilen". Die Verwaltung warnt jedoch davor, dass nach Abschluss der Arbeiten weitere Schäden sichtbar werden können. Genaue Kosten werden nicht genannt.

Neubau Laut eines Gutachtens würde ein energieeffizienter, kompakterer Neubau (nur mit drei statt fünf-Meter-Sprungturm) 8,7 Millionen Euro kosten. Rechnet man die Abbruchkosten des Baus an der Friedenstraße hinzu, kommen die Gutachter auf zehn Millionen Euro. Als neuer Standort wäre laut Verwaltung das Gebiet südlich der künftigen Kreisstraße 9n in Strümp denkbar. Das alte Badgrundstück von 8000 Quadratmeter könnte die Stadt als Bauland verkaufen.

Schließung. Dadurch würde die Stadt jährlich 780 000 Euro einsparen und könnte das Grundstück verkaufen. Meerbusch hätte dann jedoch kein eigenes Bad mehr für Schul- und Vereinsschwimmen. Diese Variante wird von der Politik einhellig abgelehnt.

(RP/ac)