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Meerbusch: "Manpower" für Haus Meer

Meerbusch : "Manpower" für Haus Meer

Der Bösinghovener Schreinermeister Michael Hündgen hat ein "Team für Denkmalschutz" begeistert, das sich ehrenamtlich für Haus Meer engagieren will. "Aber die Stadt muss mit ins Boot", fordert er.

Michael Hündgen arbeitet gerade an einer Holztür fürs Teehäuschen. Der Kunstschmied Werner Jansen fertigt den eisernen Rahmen. Ehrenamtlich. Sie gehören zum "Team Denkmalschutz", das sich am 11. September beim Tag des Denkmals erstmals auf dem Gelände von Haus Meer präsentieren wird.

"Wir wollen Druck machen", sagt Hündgen, der diese Initiative ins Leben gerufen hat. 14 Gewerke aus Meerbusch und Krefeld sind bis jetzt dabei. Alle Handwerker würden mit anpacken, wenn es darum geht, Eiskeller, Remise oder Teehäuschen denkmalgerecht zu sanieren.

Schreinermeister Hündgen (49) ist in Osterath aufgewachsen. Schon als Kind hat er auf dem Gelände von Haus Meer gespielt. "Rund um die Motte war nach den Grabungen ein prima See", erzählt der Tischler, der heute in Bösinghoven eine Werkstatt hat. Auch die Remise zählte zu den bevorzugten Plätzen seiner Kindheit.

Das Thema ließ ihn nicht mehr los. Er verfolgte den Bauskandal rund um das ehemalige Kloster, schloss sich der Aktionsgemeinschaft Haus Meer an und trat später der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, Ortskuratorium Meerbusch, bei.

Er bedauert sehr, dass die Stadt sich über die Jahre nicht stärker um Haus Meer und das historische Gelände gekümmert hat. "Wenn selbst Institutionen des Landes, wie zuletzt der Hauptkonservator, die kulturgeschichtliche Bedeutung hervorheben, muss eine Stadt doch reagieren", findet Hündgen. "Die Stadt muss das Gelände kaufen", bekräftigt er.

Doch so lange will er nicht warten und wird nicht müde, für den Erhalt und die Wiederherstellung des Geländes nebst Aufbauten zu werben. Er setzt auf kleine Schritte, ebenso wie Dr. Herber Jacobs vom Förderverein Haus Meer, dem Hündgen ebenfalls angehört. "Ideen zur Nutzung gibt es genug", sagt der Schreinermeister.

"Aber in der Stadt greift sie keiner auf." Wo sie können, wollen er und sein Handwerkerteam bei der Sanierung helfen. "Wir würden auch für größere Arbeiten unsere Manpower zur Verfügung stellen, wenn die Stadt im Boot wäre und etwa die Materialkosten zahlen würde", so Hündgen.

Zurzeit baut er mit Unterstützung von Fliesenleger Frank Voitz einen Teil seiner Werkstatt zu einem Treffpunkt für das Denkmal-Team und die ortsansässigen Vereine aus. "Hier wollen wir Filme zum Denkmalschutz zeigen und über unsere Berufe informieren", sagt Hündgen. Nach dem "Tag des offenen Denkmals" will er den Ausstellungsraum an der Bösinghovener Straße öffnen. "Er ist für alle Mitglieder kostenlos zu nutzen. Auch die Vereine können sich dort treffen", so Hündgen.

Er weiß auch den Landtagsvizepräsidenten Oliver Keymis an seiner Seite. "Es muss doch endlich einmal etwas passieren", sagt er. Hündgen fände eine Bauhütte für Jugendliche auf dem Gelände von Haus Meer gut. "Dann könnte man jungen Menschen das Handwerk und den Denkmalschutz näher bringen", so der Meister, der seinen Schulabschluss an der Hauptschule in Osterath gemacht hat.

(RP)