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Maler in Meerbusch: Der Betrieb von Familie Hüsges feiert 50-Jähriges

Malerbetrieb in Meerbusch : Seit 50 Jahren Maler aus Leidenschaft

Die Osterather Familie Hüsges betreibt seit fünf Jahrzehnten ihren Malerbetrieb. Zwar seien die Herausforderungen heute größer als früher, doch die Leidenschaft für ihren Beruf ist für die drei Maler-Generationen immer noch dieselbe.

Wenn Robin Hüsges bei seinen Freunden zu Gast ist, interessiert er sich nicht für den teuren Fernseher im Wohnzimmer oder das gemütliche Sofa. Stattdessen wandert sein Blick immer über die Wände. „Wenn da etwas nicht gut gemacht wurde, fällt mir das schon auf“, scherzt er. Denn Farbe liegt gewissermaßen in seinem Blut.

Seit drei Generationen betreibt die Osterather Familie Hüsges einen Malerbetrieb. Gegründet 1969 von Robins Großvater Wilhelm, seit 2002 unter der Leitung seines Vaters Christian soll Robin den Traditionsbetrieb später selbst übernehmen. Vorher wird aber erst einmal gefeiert, denn am 2. Juli steht das Fest zum 50-jährigen Bestehen an.

 50 Jahre Maler Hüsges: Die drei Generationen ( v.l.) Christian, Wilhelm und Robin Hüsges auf einem Bild vereint.
50 Jahre Maler Hüsges: Die drei Generationen ( v.l.) Christian, Wilhelm und Robin Hüsges auf einem Bild vereint. Foto: Anne Orthen (ort)

1953 begann Wilhelm Hüsges nach Abschluss der Volksschule eine Malerlehre in Oberkassel. „Der Lehrmeister war ein Ausbeuter“, erinnert er sich noch heute. Doch der junge Mann ließ sich davon nicht abhalten, hing nach einigen Jahren Berufspraxis noch den Meister hintendran und machte sich 1969 schließlich in seinem Elternhaus selbstständig. Am Anfang eine Herausforderung. „Ich musste mir erst einmal einen Kundenstamm aufbauen.“

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Zugute kam dem heute 80-Jährigen, dass zu dieser Zeit sehr viel gebaut wurde und die Nachfrage nach Malern entsprechend groß war. Das erlaubte ihm auch, seinen Kundenstamm einzuschränken. „Ich habe mich von Beginn an auf Privatkunden konzentriert.“ Die ersten beiden Jahre arbeitete er noch alleine, dann holte er sich von Zeit zu Zeit immer mehr Unterstützung in den Betrieb.

Hilfe gab es irgendwann auch in der eigenen Familie durch seinen Sohn Christian. „Schon als Kind habe ich mein Kettcar selbst gestrichen“, erinnert sich Christian Hüsges. So war sein Weg in den Malerberuf schnell geebnet. „Für mich stand nie etwas anderes zur Debatte“, sagt der 50-Jährige. Seine Ausbildung machte er jedoch nicht bei seinem Vater, sondern in einem anderen Betrieb.

 Dieses Archivbild zeigt Wilhelm Hüsges beim Abkratzen einer alten Tapete.
Dieses Archivbild zeigt Wilhelm Hüsges beim Abkratzen einer alten Tapete. Foto: Hüsges

2002 übernahm er schließlich das Unternehmen, nachdem sich sein Vater mit 63 zur Ruhe gesetzt hatte. „Das war schon eine große Verantwortung, die da auf mich zukam“, erzählt er. So machte er sich unter anderem Sorgen, ob das gute Verhältnis zu seinen Kollegen beim Wechseln vom Angestellten zum Chef bestehen bleibe. Doch die Betriebsübernahme verlief erfolgreich. Auch weil sein Vater bei Problemen ihm stets mit Rat und Tat zur Seite steht. In die täglichen Arbeitsabläufe mischte sich Wilhelm Hüsges aber nicht mehr ein. „Ich habe mir damals gesagt: ‚Du warst lang genug im Betrieb, aber jetzt musst du dich zurückziehen.‘“

 Eine Aufnahme der charakteristischen roten Firmenfahrzeuge aus dem Jahr 1985. 
Eine Aufnahme der charakteristischen roten Firmenfahrzeuge aus dem Jahr 1985.  Foto: Hüsges

Ganz im Gegensatz zu seinem 21-jährigen Enkel Robin. Aktuell bereitet er sich auf seine Meisterprüfung vor und träumt davon, irgendwann in die Fußstapfen von Vater und Großvater zu treten. Doch in den vergangenen Jahren hat sich die Branche verändert und stellt Betriebe vor vielfältige Herausforderungen.

Die Ansprüche der Kunden sind gestiegen, der Wunsch nach Individuellem größer denn je. Früher gab es eine Auswahl von 50 verschiedenen Farben. „Heute gibt es mehr als 50 verschiedene Weißtöne“, sagt Robin Hüsges. Zudem wird es immer schwieriger, Mitarbeiter und Auszubildende zu finden. Denn Handwerk bedeutet nun einmal körperliche Arbeit, was viele abschreckt. Am Ende des Tages spüre man in den Armen, was man am Tag geleistet hat.

Denn auch wenn Farben heute nicht mehr wie bei Wilhelm Hüsges von Hand angerührt werden müssen, ist ein Großteil der Tätigkeiten so geblieben wie früher. Zudem sind Außenarbeiten sehr witterungsabhängig, was insbesondere in den kalten Wintermonaten zu spüren ist. Was reizt die Männer unter diesen Voraussetzungen als Maler zu arbeiten?

„Es ist ein sehr kreativer Beruf“, sagt Christian Hüsges. Besonders dann, wenn verschiedene Malertechniken in Kombination zum Einsatz kämen. Zudem sei jeder Auftrag anders. „Wir machen nie dasselbe“, sagt Christian Hüsges. Sehr spannend sei die Arbeit an denkmalgeschützten Häusern. „Es macht Spaß, dann mal mit alten Werkstoffen und Techniken zu arbeiten“, sagt Robin.