Maimarkt in Meerbusch Kleine Kunstwerke und große Musik-Stars

Meerbusch · Beim diesjährigen Osterather Maimarkt war viel los. Für die Besucher gab es tolle Musik, schönes Handwerk und allerlei Köstlichkeiten zu entdecken.

Fug und Janina haben neben Autogrammkarten auch CDs mit eigener Musik im Gepäck.

Fug und Janina haben neben Autogrammkarten auch CDs mit eigener Musik im Gepäck.

Foto: RP/Theresa Szorek

Es ist schwer zu sagen, wem die Performance mehr Spaß macht – den Tänzerinnen auf der Bühne oder dem Publikum, das sie tatkräftig klatschend unterstützt. Aus den Boxen wummern Hits von Seeed, die Sonne scheint und es duftet nach Reibekuchen. Der Maimarkt rund um den Kirchplatz in Osterath ist gut besucht. „Tanz ist die einzige Sportart, die das Alzheimer-Risiko um 75 Prozent senkt“, sagt Wilfried Seidel, der den Auftritt des Meerbuscher Tanzsport-Clubs moderiert. Die kleinen und großen Tänzerinnen haben sich lange auf den heutigen Tag vorbereitet. Die Mühe hat sich ausgezahlt, die Zuschauer sind begeistert.

Die Bühne auf dem Kirchplatz ist das Herzstück des Maimarkts, aber auch auf den Straßen links und rechts davon gibt es viel Schönes zu entdecken. Am Stand des Weltladens bieten die ehrenamtlichen Verkäuferinnen Spielzeug, Seife, Wein und einen eigens kreierten Meerbusch-Kaffee an. Im „Konni“, einem nach Konrad Adenauer benannten, umgebauten Möbeltransporter von 1966, wird maritim anmutende Mode des Meerbuscher Labels „Adenauer & Co“ verkauft. Firmengründer Andreas Adenauer ist ein Enkel des Altkanzlers.

Gerd Pisters verkauft im Auftrag seiner Frau Hannelore selbst ausgesägte Dekorationen aus Holz, er hat auch ein Osterath-Motiv im Sortiment. Freunde kulinarischer Genüsse kommen auf dem Maimarkt auf ihre Kosten, zum Beispiel bei Elias Chantzaras und seinen griechischen Delikatessen aus eigener Familienproduktion. Oder bei Martin Kern, der extra für Meerbusch einen fruchtigen Gin komponiert hat: „Jede Stadt, die etwas auf sich hält, hat heutzutage einen eigenen Gin“, sagt er. Kern produziert seit acht Jahren eigene Spirituosen und beliefert damit Etablissements wie den Breitenbacher Hof in Düsseldorf, seit vergangenem November bekommt man den edlen Tropfen auch bei „Doctor Merch“ in der Meerbuscher Straße 22. Die beiden Freundinnen Kirsten Düser und Katja Pollok verkaufen als „Seedgirls“ nachhaltige Postkarten zum Einpflanzen. Als Aktion zum Muttertag gibt es eine kostenlose Blumenkarte.

Seine Bewunderung für den Ideenreichtum der auf dem Maimarkt vertretenen Händler fasst Holger Tiggelkamp vom Werbe-Interessen-Ring Osterath in einem Appell zusammen: „Unterstützt die lokale Wirtschaft!“ Auch Tafil Pufja, Geschäftsführer der Stadtwerke Meerbusch, richtet von der Bühne aus einige Worte an die Besucher. Dieses Jahr ist es möglich, eine Patenschaft für die Weihnachtsbeleuchtung in Osterath zu übernehmen. Wer beispielsweise einen Stern sponsern möchte, kann das mit einer einmaligen Zahlung von 155 Euro tun. Eine Namensplakette gibt es gratis dazu.

Und dann ist es auch schon Zeit für den Höhepunkt des Tages: Fug und Janina spielen ein Mitmach-Konzert. Vor der Bühne ist es rappelvoll, als die beiden Multitalente das Publikum begrüßen, schließlich kennen viele der großen und kleinen Fans die beiden aus der „Sendung mit der Maus“ und „Wissen macht Ah!“. Eine Stunde wird gelacht, getanzt und mitgesungen. Dass Fug und Janina nicht nur fantastische Musiker sind, sondern auch ein Händchen für die Kleinsten haben, zeigt sich spätestens, als alle mal mit nach vorne auf die Bühne dürfen. „Was macht dich so richtig happy?“, fragt Janina, die ausgebildete Musical-Darstellerin ist. „Auf der Bühne zu stehen und mit euch zu singen“, lautet prompt die Antwort des befragten Kindes. Entsprechend lang ist die Schlange für Autogrammkarten nach dem Konzert. Fug und Janina nehmen sich nach Auftritten immer noch Zeit für ihre Fans. „Da kommt man mal dazu, ein bisschen zu quatschen“, erzählt Janina. „Die Kinder wollen einem auf der Bühne nämlich immer ganz viel erzählen.“ Die beiden Allrounder arbeiten schon seit über zehn Jahren beim Kinder-Fernsehen zusammen, dort fehlt ihnen nach eigenen Angaben aber manchmal der direkte Kontakt zum Publikum. Das holen sie mit ihren Live-Shows nach. „Kinder sind sehr direkt, sie machen sofort mit“, erzählt Janina. Und Fug hat eine Frage an Tafil Pufja von den Stadtwerken: „Wenn ich einen Stern für die Weihnachtsbeleuchtung sponsern kann, ist das dann ein Stern, der meinen Namen trägt? Ich glaube, darüber schreibe ich einen Song!“