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Meerbusch: Lutz Görner und "Mensch Schiller"

Meerbusch : Lutz Görner und "Mensch Schiller"

Lutz Görner stand schon mehrfach auf der Bühne des Forums Wasserturm. Morgen kommt der 66-Jährige mit seinem Programm "Görner spricht Schiller" und Stefan Sell an der Gitarre wieder nach Meerbusch. Im Vorfeld beantwortete der Rezitator einige Fragen, die ihm RP-Mitarbeiterin Monika Götz gestellt hat.

Sie haben in Thüringen und im Rheinland gelebt. Gibt es zwischen den Menschen Gemeinsamkeiten?

Görner Ich bin Original-Thüringer. Aber ich habe auch viel Rheinisches mitbekommen und bin deshalb eine Mischung aus eher schwerfälliger und betont ausgelassener Mentalität.

Haben Sie Vorlieben für bestimmte Klassiker?

Görner Goethe, Heine und Brecht - das sind meine Literatur-Heroen. Außerdem verehre ich Musiker wie Mozart, Verdi, Beethoven oder Liszt. Das nächste Bühnenprogramm, an dem ich zweieinhalb Jahre gearbeitet habe, ist Liszt gewidmet. Es wird fantastisch. Aber auch wer Liszt nicht gehört, oder ewa Schiller nicht angesehen hat, verpasst etwas. Bei mir steht der Mensch Schiller im Mittelpunkt und der ist ganz anders, als wir ihn im Schulunterricht kennengelernt haben. Der Dramatiker wäre heute der absolut beste "Tatort"-Schreiber. Spannender geht's wirklich nicht.

Haben Sie für die Zukunft einen bestimmten Stoff im Blick?

Görner Der "West-östlichen Diwan" reizt mich. Als Goethe diese Gedichtsammlung schrieb, war er 70. Wenn ich 70 werde, möchte ich diesen Stoff auf die Bühne bringen.

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Was halten Sie davon, wenn Sie in der Presse der "Rezitatoren-König" oder "Der poetische Staubwedel" genannt werden?

Görner Man muss dabei beachten, in welchen Medien so etwas steht. Es ist alles irgendwie nicht falsch. Und es stört mich nicht. Ich bin mit dieser Art der Abendveranstaltungen schon lange die Nummer Eins in Deutschland und habe genug Publikum. Ich werde so weitermachen. Die so genannte "Kanakensprache" hat kabarettistischen Wert.

Warum leben Sie jetzt in Weimar?

Görner Ich kenne Deutschland sehr genau. In dieser Größenordnung ist Weimar mit rund 65 000 Einwohnern eine wahre Perle. Die Stadt ist grün und hoch kulturell besetzt. Hier besuchen genauso viele Menschen das Theater wie in der Großstadt Dortmund. Die 835 Plätze sind zu 90 Prozent ausgelastet.

Haben Sie in Meerbusch Kontakte?

Görner Ich habe in Lank-Latum Freunde, die sich in der Literatur auskennen. Bei ihnen werde ich wieder wohnen. Und das Publikum ist durchaus okay.

(RP)