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Louisa Hilgers aus Lank entwirft ihre eigenen Pralinen.

Chocolatier : Die Pralinenkünstlerin

Louisa Hilgers aus Lank macht in Belgien eine Ausbildung zum Chocolatier – und kreiert auch ihre eigenen Pralinen. Im Juni 2019 gewann sie für ihre Praline „Joya“ sogar den „Belgian Chocolate Award“.

Auf dem Tisch in Louisa Hilgers Elternhaus liegen drei Pralinen. Zwei braune, innen mit Nougat gefüllt, und ein pink-glitzerndes Exemplar, gefüllt mit Himbeer-Gelee, Chai Latte und Ingwer. Alle drei hat Louisa aus Lank-Latum selber gemacht, die letztere sogar auch selbst kreiert.

Die 21-Jährige macht in Belgien eine Ausbildung zum Chocolatier. Sie geht in Brügge auf eine der renommiertesten Gastronomie-Schulen des Landes, „Ter Groene Poorte“ heißt diese. „Ich habe schon immer gerne gebacken“, sagt Louisa. Doch dass sie eine Ausbildung zum Chocolatier starten würde, das war eher Zufall. Die junge Frau hat 2017 ihr Abitur gemacht, wusste nicht genau, was sie studieren sollte. „Dann bin ich auf diese Ausbildung gestoßen.“ Es war der Beginn einer kleinen Erfolgskarriere.

Denn im Juni 2019 gewann Louisa den „Belgian Chocolate Award“ in der Kategorie „Students“, eine Art Oscar der Chocolatiers. Ihre Gewinner-Praline ist die, die jetzt pink schimmernd vor ihr auf dem Tisch liegt. „Joya“ hat Louisa sie getauft, das ist spanisch für Juwel. Ein Dreivierteljahr habe sie an der Praline gearbeitet, mehrere Kreationen ausprobiert, bis sie schließlich die perfekte Kreation gefunden hatte – und damit die Jury der „Belgian Chocolate Awards“ überzeugte. Eine kleine Kostprobe zeigt: Die Jury hat Geschmack bewiesen, die Praline schmeckt tatsächlich sehr gut.

Durch den Auftritt bei der Preisverleihung wurden Medien auf sie aufmerksam, Louisa wurde von verschiedenen Radiosendern interviewt. Zu viel Aufmerksamkeit ist ihr das nicht, sagt sie. „Ich freue mich, dass meine Arbeit auch gewürdigt wird“, betont Louisa.

Aber tatsächlich hat sie, die in Belgien aufgewachsen, dort zur Grundschule gegangen ist und daher fließend flämisch und französisch spricht, im Nachbarland weniger Aufmerksamkeit bekommen als in Deutschland. Und das, obwohl eine Nicht-Belgierin den Award gewonnen hat, was eher selten vorkommt. „Das liegt wahrscheinlich daran, dass es auf den ersten Blick nicht auffällt, dass ich gar keine belgische Staatsbürgerin bin“, sagt Louisa.

Das nächste Highlight für Louisa stand erst vor wenigen Wochen an, und zwar Anfang Dezember in Meerbusch. Dort fand der Nikolausmarkt in ihrem Heimatort Lank-Latum statt. Louisa verkaufte dort ihre Pralinen, gemeinsam mit ihrer Familie. Ein Fernseh-Kamerateam begleitete sie dabei. Für den Weihnachtsmarkt hatte sie extra ein Logo entworfen, „Joya“ steht darauf, der Name ihrer Gewinnerpraline.

Ihre Eltern haben ihr außerdem Schürzen mit dem Logo geschenkt, jedes Familenmitglied trug so eine auf dem Nikolausmarkt. Der Verkauf auf dem Markt war ein voller Erfolg, erzählt Louisa. Anfangs seien die Besucher noch zögerlich gewesen, doch „am Mittag hatten wir keine Sekunde Ruhe wegen des Andrangs“, sagt Louisa. Sie hat viel positive Resonanz bekommen und erzählt: „Es war toll, zu sehen, wie gut die Pralinen angekommen sind“, so die 21-Jährige. Es habe sogar viele Nachbestellungen gegeben. Im Sommer 2020 wird sie ihre Ausbildung beenden. „Dann will ich erst mal Erfahrung sammeln“, sagt Louisa. Ihre Ausbildung ist schulisch, sie arbeitet bislang nicht in Betrieben mit. Langfristig möchte sie dann eine eigene Chocolatique führen. Und, das ist ihr dabei besonders wichtig, so klimaneutral wie möglich. „Ich achte sehr auf meinen ökologischen Fußabdruck“, sagt Louisa. Sie nutzt beispielsweise nur fair produzierte Schokolade und verzichtet weitestgehend auf Plastik.