Lotumer Buretheater zeigt in Meerbusch rheinisches Mundart-Stück

Lotumer Buretheater : Trubel in der Lank-Latumer Gastroszene

Drei neue Akteure spielen in dem Stück „Entrekoht on Frekadelle“ des Lotumer Buretheaters mit. Darin geht es um Dorfwirtin Hella, die zur Spitzenköchin wird. Premiere der Mundart-Komödie ist am 11. Oktober.

Szenen-Applaus während der Probe. Das tut Tuncay Ücer gut. Der Büdericher ist mit 32 Jahren der Jüngste und einer der Neuen im zehnköpfigen Ensemble, das für das Lotumer Buretheater in der 37. Spielzeit auf der Bühne steht. Tuncay Ücer spielt den Besitzer eines Edel-Restaurants mit türkischen Wurzeln: „Die Truppe hier ist wie meine zweite Familie, ein tolles Team. Ich habe große Freude daran.“ Dabei ist es der erste Auftritt als Schauspieler: „Das ist mein Hobby. Ich hoffe, nächstes Jahr wieder dabei zu sein.“

Spielleiter Peter Pütz ist mit der Probe – es ist die zehnte - nicht zufrieden. „Das kann ich zu diesem Zeitpunkt auch nicht sein. Es muss noch viel mehr kommen“, sagt er lachend. Pütz hat das Originalstück „Kaviar trifft Curry-Wurst“ unter dem Titel „Entrekoht on Frekadelle“ in die rheinische Fassung gebracht: „Es ist wichtig, die Rollen auf die verschiedenen Charaktere auf der Bühne umzuschreiben.“ Außerdem müssen die Textpassagen ausgewogen sein, 60 Prozent Mundart und 40 Prozent Hochdeutsch: „Das ist für junge Leute wichtig, die wollen das alles auch verstehen.“

Das Stück spielt in der Lank-Latumer Gastroszene. Eine Anspielung auf die ehemalige Dorfwirtin Hella Waniek macht das Geschehen um mehr Schein als Sein in der Edelgastronomie mit der Kneipenwirtin Hella (Gerda Paas) authentisch, nimmt das Rauchverbot auf, die Angst des Bürgermeisters vor der Kommunalwahl bei irgendwelchen Verstößen und den Konkurrenzkampf zwischen Kneipe und Edelrestaurant. Peter Pütz achtet darauf, dass der gelernte Text langsam, laut und deutlich gesprochen wird: „Das ist die hohe Kunst der Schauspielerei.“

Willi Burchartz hat zum Glück Erfahrung. Über 20 Jahre hat er den Bürgersaal in Büderich geführt, hat mehrfach an Silvester als Miss Sophie mit einem Kumpel „Dinner for One“ gespielt, war im Karneval unterwegs und hat 85 Auftritte in Sälen wie dem Gürzenich, Seidenweberhaus oder der Mercator-Halle hinter sich: „Hier bin ich durch Zufall reingekommen. Das Ensemble ist super nett, die Proben machen Spaß.“ Seine Mundart-Kenntnisse allerdings kann Willi Burchartz nicht einsetzen: „Ich spiele Heini, einen mürrischen, aber treuen Stammgast, der jeden Tag schweigend an der Theke sitzt und sein Bier trinkt.“ Was sonst noch passiert, wird nicht verraten. Das gilt auch für die Zaubertricks, die Hans Ditges als „Zauberer aus Mallorca“ für das Lotumer Buretheater auf die Bühne bringt. Im wirklichen Leben ist der bekannte Meerbuscher Unterhaltungskünstler als Zauberer Mario Rico seit Jahren unterwegs und hat unter anderem im Karneval vor 2000 Menschen in der Düsseldorfer Messehalle aufgetrumpft. „Allerdings hatte ich nie feste Texte. Das ist jetzt anders. Improvisieren kann ich hier nicht, schließlich brauchen die Kollegen ihr Stichwort“, weiß Hans Ditges. Aber er freut sich über diese Herausforderung, und das wiederum weiß Peter Pütz zu schätzen. Schließlich liegen vor der Premiere am 11. Oktober noch rund 20 Proben vor dem Ensemble. „Das wird jetzt alles intensiver. Wenn die Texte richtig sitzen, kommen Gestik und Mimik ins Spiel. Das sind die wahren Highlights, um eine Komödie zum Erfolg zu führen“, erklärt der Spielleiter. Und er verspricht: „Für die eingefleischten Mundart-Fans baue ich noch einige Kraftausdrücke ein.“

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