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Lotumer Buretheater sucht Schauspieler

Mundarttheater aus Lank-Latum : Personalsorgen beim Buretheater

Während der Pandemie hat das Lotumer Buretheater Akteure verloren. Die Premiere „Pension Schöller“ verzögert sich daher weiter, neue Schauspieler werden dringend gesucht.

Im Mai gab es eine enttäuschende Nachricht für alle Freunde des rheinischen Mundarttheaters: Die bereits für den Herbst 2020 geplante Premiere von „Pension Schöller“, aufgeführt vom Lotumer Buretheater, musste erneut verschoben werden musste. „Das haben wir in Voraussicht getan. Bis Ende dieses Jahres sind im Forum Wasserturm lediglich 100 Zuschauer zugelassen, die laute, renovierungsbedürftige Lüftungsanlage muss auf vollen Touren laufen und auch der neue Eingangsbereich wartet immer noch auf seine Fertigstellung. Damit fehlen die Voraussetzungen, vor Publikum zu spielen“, erklärt Werner Schmalbach, Vorstand Lotumer Buretheater.

Aber, das steht jetzt fest, auch 2022 wird „Pension Schöller“ nicht zu sehen sein. Denn im Ensemble selbst ist ebenfalls einiges nicht so, wie es war. Es wird Nachwuchs gesucht, „vor allem Laien-Schauspielerinnen um die 40, 50 Jahre“. Denn durch die Verschiebungen der Premieren und der darauffolgenden Vorführungen über zwei Jahre ist die ursprüngliche Besetzung nicht mehr gesichert: „Wir hatten für 2020 mit allen Ensemble-Mitgliedern geplant und wussten, dass keiner ausfallen darf. Aber jetzt, da ein neues Stück frühestens für 2022 angepeilt werden kann, gehen uns die Schauspieler aus“, sagt Schmalbach.

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Ursprünglich, also vor Beginn der Corona-Pandemie, planten Spielleiter und Darsteller ein Jahr im Voraus. Wer mitspielen wollte, richtete private Termine wie Urlaube und Feste nach den Probe- und Spielterminen. „Jetzt aber, beim zweiten Verschieben, stellen zwei Darsteller fest, dass sie unaufschiebbare private Termine haben und andere haben das Buretheater sogar verlassen“, erklärt Werner Schmalbach.

So haben Monika und Peter Pütz sowie Stefanie und Markus Thoma ihren Wohnort Richtung niederländische Grenze sowie Uschi Benneckenstein an den Mittelrhein verlegt: „Sie stehen uns auf der Bühne nicht mehr zur Verfügung.“ Gemeinsame Proben hatte es nach dem Lockdown bisher noch nicht gegeben, lediglich ein loses Zusammentreffen im Freien. Allerdings beherrschen die einzelnen Darsteller ihre Pension Schöller-Texte, die von Peter Pütz drei Monate früher als üblich vor der geplanten Premiere verteilt wurden.

Pütz, der selbst 30 Jahre lang auf der Bühne stand und im vergangenen Jahr die Spielleitung aus persönlichen Gründen an Robert Paas übergab, will als „Schatten-Autor“ weiter tätig sein und bleibt als Stückeschreiber erhalten. Seine wichtigste Aufgabe ist es jetzt, bis zirka Ende Dezember einen Ersatz für „Pension Schöller“ zu präsentieren, ein Bühnenstück mit einer kleineren Besetzung, das dann im nächsten Herbst aufgeführt werden soll. Die Aufgabe des Regisseurs wird dann Robert Paas übernehmen. Um in Zukunft Engpässe bei der Auswahl der Schauspieler zu vermeiden und ab 2023 wieder vielseitig besetzen zu können, sucht das Lotumer Buretheater – auch mit Kleinanzeigen im Netz – Darsteller, „junge, vorwiegend weibliche, aber auch männliche sind herzlich willkommen“.

Werner Schmalbach betont: „Kenntnisse des Lotumer Platts sind nicht nötig. Wir spielen so, wie die Menschen hier vor 50 Jahren gesprochen haben, mit Anteilen in Platt- und Hochdeutsch – so wie im wahren Leben. Da können sich alle schnell hinein finden. Jeder, der Interesse hat, kann vorbeikommen und sich alles ansehen. Den Ensemblemitgliedern macht die Spielerei großen Spaß, und sie helfen alle gern.“ Schmalbach hofft, viele Interessierte damit ansprechen zu können. Schließlich ist 2022 ein besonderes Jahr für das Theater. Der Verein wurde im Juli 1982 von dem rheinischen Stückescheiber Karl Schmalbach gegründet. Damit wurde der Grundstein zum Erfolg gelegt – heute zählt das Lotumer Buretheater zu den führenden Rheinischen Mundartbühnen. „Diese erfolgreichen vier Jahrzehnte sollen 2022 gefeiert werden“, verspricht Werner Schmalbach, der das Buretheater im Sinne seines Vaters weiterführt.

Dazu gehört auch die Tradition, dass das sich selbsttragende Theater Jahr für Jahr die Einspiel-Überschüsse für soziale und kulturelle Zwecke spendet: „Insgesamt sind bisher schon mehr als 300.000 Euro zusammengekommen.“