Meerbusch Lehrer schreibt Doors-Buch

Düsseldorf · Rainer Moddemann (54) unterrichtet an der Gesamtschule Büderich. Außerdem ist er Autor: Er hat ein Standardwerk über die Doors geschrieben, die ihn seit 1968 faszinieren. Seine Schulband musste er aufgeben.

Die langen schwarzen Haare, die lockere Jeansjacke, das T-Shirt – Rainer Moddemanns Aussehen fällt auf. "Das war 1968 schon so, und das ist immer noch so, weil ich immer noch ein 68er bin", sagt der 54-Jährige. Moddemann ist Lehrer an der Gesamtschule in Büderich, und hat sich darüber hinaus als Autor einen Namen gemacht. Sein Buch über die Doors, mittlerweile in zweiter Auflage erschienen, gilt als Standard- und Nachschlagewerk, in dem sich Fans auf der ganzen Welt über die Geschichte der Band informieren. Mehr als 300 Seiten umfasst es, und enthält Interviews, Fotos, eine umfangreiche Diskografie und eine exakte Auflistung sämtlicher Konzerte, die die Doors jemals gegeben haben.

Die Begeisterung für die Band und vor allem Jim Morrison begann 1968. Damals war Rainer Moddemann 14 Jahre alt, und sah im Fernsehen den Song "Hello, I love you", den die Doors bei einem Konzert in Frankfurt spielten. "Das hat mich total fasziniert. Diese Musik war so völlig anders als zuvor, so universell. Sie hat den Nerv der der Zeit getroffen." 1970/71 begann eine neue Phase seines Fan-Seins. Er sammelte alles, was er über die Band in die Finger bekam: Zeitungsausschnitte aus Musikzeitschriften über die Musik, die Musiker und dann auch den mysteriösen Tod des Sängers.

"Zu der Zeit war ich oft in Paris. An seinem Grab habe ich viele Kontakte zum persönlichen Umfeld der Band geknüpft." So kam er 1981 ins Gespräch mit Keyboarder Ray Manzarek. "Das weiß ich noch wie heute. Er sagte: ,Hey, du kennst all unsere Geschichten. Warum gründest du nicht einen Fanclub'?". Und das tat der Lehrer. Er brachte 38 Zeitschriften heraus, und bekam daraufhin den Anruf des Heel-Verlages mit der Bitte, ein Buch zu schreiben. Erst habe er es nicht glauben können, sich dann aber reingehängt und ein "höllisch anstrengendes halbes Jahr" geschrieben. Seinen Schülern sagt die Band wenig, sie sind zu jung, aber sie finden es trotzdem "cool", dass Moddemann ein solches Buch geschrieben hat.

Er sagt: "Wenn die Schüler 17, 18 werden, begegnet ihnen irgendwann Jim Morrison. Er stand für so vieles: Texte, Kleidungsstil, Exzesse, gutes Aussehen." Der 54-Jährige hält Kontakt zu Morrisons Frau Patricia, schreibt E-Mails mit Schlagzeuger John Densmore, Ray Manzarek hat ihn einmal in Krefeld besucht. Fans auf der ganzen Welt schätzen Moddemanns Rat in Fragen rund um die Band. "Unglaublich, welche Faszination noch immer von dieser Band ausgeht – obwohl es sie eigentlich gar nicht mehr gibt."

Schade findet Moddemann, dass er die Rockband an der Gesamtschule, die zwölf Jahre lang als AG bestand und bei allen Schulfesten auftrat, aufgeben musste. Das Schulministerium hat vor einiger Zeit bestimmt, dass Lehrern keine Unterrichtszeit mehr für AGs nutzen dürfen. Diese dürfen höchstens von Eltern oder anderen Freiwilligen weitergeführt werden. Nun steht das gesamte Equipment ungenutzt herum: Schlagzeug, Gitarren, Gesangsanlage, Verstärker und Mikrofone. Moddemann: "Es wäre wunderbar, wenn sich eine Möglichkeit finden würde, die Band wieder aufleben zu lassen."

(RP)