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Meerbusch: Lanker Lkw-Ärger: Landrat vor Ort

Meerbusch : Lanker Lkw-Ärger: Landrat vor Ort

Landrat Hans-Jürgen Petrauschke (CDU) ist in der Zwickmühle. Die Zahlen der Kreispolizeibehörde belegen, dass ein Teil der schweren Lkw, die täglich auf der Uerdinger Straße unterwegs sind, dort nicht fahren dürfte.

Doch eine generelle Sperrung der Strecke durch Lank-Latum für Lkw ist unrealistisch, da örtliche Betriebe (speziell im Gewerbegebiet In der Loh) nun mal Lieferverkehr benötigen. Und jeden Laster daraufhin zu kontrollieren, ob er nun berechtigt durch die Anlieger-Zone fährt oder nicht, ist zu aufwändig.

Gestern kam der Landrat auf Einladung der CDU zur Uerdinger Straße und hörte sich die Beschwerden von Hotelier Norbert Kals an, der inzwischen die Gründung einer Bürgerinitiative vorbereitet. Kals stören vor allem die nächtlichen und frühmorgendlichen Fahrten schwerer Muldenkipper aus dem Krefelder Hafen.

Petrauschke brachte Zahlen mit: Zwei Wochen nach einer Mobilen Redaktion der Rheinischen Post an der Uerdinger Straße hatte der Kreis dort am 12. August mit speziell geschulten Beamten zwischen 6.45 und 8.30 Uhr Laster kontrolliert. Dabei ging die Polizei soweit, Lkw hinterherzufahren, um nachzuweisen, dass sie tatsächlich kein "Anliegen" in Lank-Latum hatten.

Ergebnis: Die Beamten stellten 31 Verstöße fest, vor allem aufgrund von zu langen Lenkzeiten. Zehn Fahrer hatten das Durchfahrtsverbot missachtet und mussten ein Verwarngeld zahlen (der Gesetzgeber sieht in solchen Fällen zehn Euro vor). Nach der Erfahrung der Polizei seien "weniger als ein Drittel" der Lkw unberechtigt durch Lank unterwegs. Hotelier Kals schätzt die Quote jedoch deutlich höher und verweist darauf, dass sich Polizeikontrollen unter den Fahrern offenbar schnell herumsprechen. Zurzeit läuft eine neue Verkehrszählung.

Leo Jürgens, CDU-Ratsherr und stellvertretender Bürgermeister, ärgert sich vor allem darüber, dass Krefeld es nicht schaffe, den Hafen ausreichend an die Autobahn anzubinden. Dabei habe Krefeld dies Meerbusch bereits 1970 vertraglich zugesichert. Landrat Petrauschke entgegnete, dass der Kreis bei Unstimmigkeiten zwischen beiden Städten nicht weiterhelfen könne. Machbar seien an der Strecke in erster Linie gelegentliche Polizeikontrollen.

(RP)