Meerbusch : Lank im Umbruch

In der Gastronomie- und Geschäftslandschaft des Stadtteils stehen zahlreiche Veränderungen ins Haus. Einige Lokale schließen, andere Geschäfte haben die Hoffnung noch nicht aufgegeben.

Die Lank-Latumer werden für ihre belebte Fußgängerzone und die gelungene Ortskernsanierung meist sehr beneidet. Wie die Zukunft des Stadtteilzentrums aussieht, ist im Moment noch ungewiss. Umfangreiche Veränderungen in der Gastronomie- und Geschäftsszene drohen. Neben der St.-Stephanus-Pfarrkirche ist es vor allem auch die Alte Weinschänke, die dem idyllischen Markplatz ein Gesicht gibt.

Das Denkmal steht allerdings zum Verkauf. Eine Erbengemeinschaft hat einen Immobilienmakler beauftragt, einen Käufer zu suchen. Drago und Roland Babij, die das Spezialitätenrestaurant seit Jahrzehnten betreiben, ziehen jetzt einen Schlusstrich unter die Ungewissheit über ihren Pachtvertrag und schließen zum 31. März. "Wir bleiben aber auf jeden Fall in Lank-Latum", verspricht Roland Babij, der mit seinem Vater an anderer Stelle weiter machen will.

Geschlossen hat zum Jahreswechsel die Gaststätte "Alt-Lank" gegenüber dem Krankenhaus. Über die Gründe wollte Wirtin Carmela Schreiber nichts verraten. Bereits vollzogen hat sich der Pächterwechsel im Bistro am Wasserturm. Franco Giambelluca hat sich zurückgezogen und das Zepter an Nüsret Seval weitergegeben.

Probleme mit der Erbengemeinschaft hat nach eigener Aussage auch Metzgermeister Roland Stork, der das Traditionsgeschäft Imdahl an der Hauptstraße führt. "Das Haus soll samt Wurstküche und Ladenlokal verkauft werden", sagt Stork. Seine Zukunft in der Metzgerei sei ungewiss. Für den Notfall habe er schon Kontakt mit einem hilfsbereiten Kollegen aus Krefeld aufgenommen, um dessen Infrastruktur mit nutzen zu dürfen, damit er seine Verkaufsstellen in Osterath und Bösinghoven weiter mit selbst produzierter Ware beliefern könne. "Der Ausgang der Gespräche über einen neuen Mietvertrag ist für mich wegweisend", sagt der Geschäftsmann.

Während Stork noch hofft, hat Markus Dörkes das Kapitel "Die Geschenkidee" gedanklich schon abgeschlossen. Bis zum 31. Januar läuft der Räumungsverkauf. Dann sei Feierabend, sagt er. Er schließe aus wirtschaftlichen Gründen. Der Umsatz habe nicht mehr gestimmt. Beruflich werde er sich nun anders orientieren.

Familiäre Gründe stecken hinter der Geschäftsaufgabe von Gaby Leygraf. Sie sei im Moment auf der Suche nach einem Nachmieter für "Gabys Blumenstube" und verhandele mit der Immobilien-Verwaltung des Komplexes. Die Drogeriemarktkette "Schlecker" sei womöglich daran interessiert, ihr Ladenlokal zu vergrößern.

In Kürze wieder eröffnen möchte Dimitri de Martin die Eisdiele Italia 90 am Alten Schulhof. Nach einem Wasserschaden laufen die Trockner für den Estrich noch auf Hochtouren. "Doch es sieht ganz gut aus", sagte de Martin gestern. Eine Renovierung müsse jedoch noch warten. Es gebe Probleme mit der Versicherung. Renoviert wird jedoch direkt gegenüber. Friseurmeisterin Martina Hammelstein verpasst ihrem Geschäft ein neues Outfit.

(RP/rl)